Themen-Experte
Strategien für nachhaltige Erträge

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Strategien für nachhaltige Erträge

Bär und Bulle vor der Frankfurter Börse werden grün Foto: imago images / rheinmainfoto

Auf dem Prüfstand

Viele Wege führen zur Nachhaltigkeit

Trotz Volatilität und des eingebrochenen Wirtschaftswachstums stieg die Nachfrage nach ESG-Titeln. Der konjunkturelle Abschwung diente vielen Anlegern als Gelegenheit, nachhaltige Produkte auf den Prüfstand zu stellen.

In gewisser Weise hat die Pandemie viele der bereits bestehenden Trends im Bereich des nachhaltigen Investierens vorangetrieben. Wir gehen davon aus, dass sich das im kommenden Jahr fortsetzt. Vier Schlüsselthemen werden 2021 die Finanzmärkte dominieren.

1) Fokus auf das „S“ in ESG

Covid-19 hat den Fokus auf das „S“ in ESG gerichtet: Vom Zugang zur Gesundheitsversorgung bis hin zur Sicherheit am Arbeitsplatz. Wir gehen davon aus, dass die soziale Dimension auch im Jahr 2021 erhöhte Aufmerksamkeit erhalten wird. Dabei werden vor allem zwei Aspekte stärker ins Rampenlicht rücken:

Erstens: Der Zugang zu Medikamenten – die Pandemie hat die weltweite Aufmerksamkeit auf die zentrale Rolle der Pharmabranche bei der Bereitstellung effektiver Lösungen für Gesundheitsrisiken gelenkt. Wir werden uns weiterhin im Pharmasektor engagieren. Denn damit tragen wir dazu bei, dass Impfstoffe und Medikamente weltweit für Menschen jeder Herkunft und Einkommensklasse verfügbar sind. Der Austausch von Wissen und Forschung zwischen Pharmaunternehmen und anderen Interessengruppen spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Zweitens: Die Krise hat weltweit die Ungleichheiten in der Einkommensverteilung und die Bedeutung existenzsichernder Löhne offengelegt. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass viele Arbeitnehmer nicht genug verdienen, um ihre Grundbedürfnisse wie Nahrung und Wohnung zu decken. Unternehmen müssen daher ihren Fokus auf nachhaltige Systeme der sozialen Absicherung richten.

2) Netto-Null-Emissionen

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, die Auswirkungen werden immer deutlicher – unter anderem in Form eines steigenden Meeresspiegels sowie zunehmender Dürren und Überschwemmungen. Bisher beobachten wir eine Erderwärmung von etwa einem Grad Celsius. Doch 2020 wird das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens beschränken den Temperaturanstieg auf maximal 2 Grad Celsius. Wir müssen handeln: Wenn die globalen CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent verringert werden und wir 2050 eine Netto-Null-Wirtschaft erreichen, dann können wir den Klimawandel entgegenwirken.

Eine weitere positive Nachricht: Im Jahr 2020 gab es eine Reihe innovativer Projekte, die zu den Klimaschutzmaßnahmen beigetragen haben. Ebenso verpflichten sich Länder wie China, bis 2060 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Während sich die Zahl der Unternehmen weltweit, die sich diesem Ziel verschrieben haben, mehr als verdreifacht hat.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ebenfalls eine ermutigende Information parat: Erneuerbare Energien sind zur günstigsten Stromquelle geworden. Der Anteil der damit weltweit gewonnenen Elektrizität könnte in etwa 30 Jahren auf über 60 Prozent wachsen (Abb. 1).

Da immer mehr Regierungen Maßnahmen zum „grünen Wiederaufbau“ ergreifen und Unternehmen umstrukturieren, wird sich der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft im kommenden Jahr weiter beschleunigen. Für Investoren gilt: Sie müssen ihre Portfolios gegen Übergangsrisiken absichern und diese auf die Energiewende ausrichten.

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