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Mark Phelps, Concentrated-Growth-Experte bei AB.

Mark Phelps, Concentrated-Growth-Experte bei AB.

Vier Megatrends

"Das 'Internet der Dinge' wird kommen"

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In China verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum spürbar. Künftig dürften die Steigerungsraten eher bei 4 bis 5 Prozent pro Jahr liegen und durch die zunehmende Bedeutung des privaten Konsumsektors stärker schwanken. In den USA erwarten wir noch in diesem Jahr eine erste, wenn auch nur kleine, Zinsanhebung. Gemessen an den Fundamentaldaten hat sich die Wirtschaft hier erholt. Auch Europa konsolidiert sich schrittweise. Die Einkaufsmanager-Indizes, die wichtige Indikatoren für die Konjunktur sind, sollten ebenso wie die Konsumausgaben weiter steigen. Insgesamt wächst die Weltwirtschaft – doch gemächlicher als zuvor.

Aus Investoren-Perspektive sind in diesem Umfeld besonders die Aktien von Unternehmen interessant, die zusätzliche Dynamik verglichen mit dem moderaten Marktwachstum erzielen können. Wir halten daher an unserer Prämisse fest, nur in Gesellschaften zu investieren, die 10 Prozent Gewinnwachstum über mindestens fünf Jahre erreichen. Doch wo findet man solche Geschäftsmodelle? Unserer Meinung nach in Bereichen, die Rückenwind durch langfristige und weitreichende Entwicklungen erhalten. Vier dieser Megatrends stellen wir vor:

Trend 1 - Alternde Bevölkerung, Profiteur: Gesundheitssektor

In vielen großen Volkswirtschaften altert die Bevölkerung. Ein Nutznießer ist der Gesundheitssektor. Trotz schwachem Weltwirtschaftswachstum steigt die Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten signifikant. Vielversprechende Entwicklungen zeigen sich etwa in der Krebsforschung. Dort erhöht die individualisierte Medizin die Kosten-Effizienz. Das mögen Krankenkassen und staatliche Gesundheitssysteme, weshalb die betreffenden Unternehmen gefördert werden.

Trend 2 - Steigende Einkommen in Schwellenländern, Profiteur: Reisebranche

In aufstrebenden Staaten und Regionen steigern höhere Einkommen den Wohlstand. Davon profitiert unter anderem die Reisebranche. Repräsentative Untersuchungen dokumentieren, was Bürger machen, sobald sie ein bestimmtes Einkommensniveau erreichen: Es beginnt beim Kauf des Kühlschranks, setzt sich fort mit dem Fernseher, dem Auto, dem Haus – und dann gönnen sich die meisten auch den verdienten Urlaub. In vielen Ländern ist dieses Niveau erreicht. Die Zahl der Touristen aus China ist exponentiell gestiegen – und es ist nicht nur wahrscheinlich, sondern voraussehbar, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Ein Unternehmen, welches daraus hohes Wachstumspotenzial schöpfen kann, ist beispielsweise Priceline, der weltweit führende Anbieter von Online-Buchungsportalen für Hotels, Flüge, Mietwagen und Reisen, zum dem auch booking.com gehört.

Trend 3 - Emissionsärmere Autos, Profiteur: Spezialisierte Technologieunternehmen

Viele Regierungen streben an, die Schadstoffemissionen im Straßenverkehr zu senken. Anbieter von Technologien zur Senkung oder genauen Messung der Emissionen von Fahrzeugen können daraus großen Nutzen schlagen. Das sind etwa Unternehmen wie Sensata aus den USA, das Sensoren unter anderem für die Automobilindustrie produziert, oder Nidec, ein australischer Anbieter von Sicherheitssystemen.

Trend 4 - Verlagerung zu Internet und mobilen Geräten, Profiteure: Technologie, E-Commerce

Am schwierigsten sind langfristige Trends im schnelllebigen Technologiebereich auszumachen. Wir sind aber überzeugt, dass vor allem im Konsumbereich das Internet weiter an Bedeutung gewinnt und die Entwicklung hin zu mehr mobilen Geräten anhält. Das „Internet der Dinge“ wird kommen: Bald wird der Kühlschrank die Milch bestellen, der Ofen die Pizza. In Europa gibt es führende Unternehmen, die es uns ermöglichen, die Vorteile eines mobilen Internetzugangs weitergehend zu nutzen. Fast jedes Mobiltelefon auf der Welt verwendet die digitale Architektur des britischen Unternehmens ARM. Auch die Gesellschaft ASML aus den Niederlanden, die Lithografie-Systeme für die Halbleiterindustrie entwickelt, kann von diesem Trend profitieren. Beide Unternehmen sind führend in ihrem Bereich.

Konzentriertes, aber diversifiziertes Portfolio erzielt Mehrwert

Es reicht jedoch nicht, die Trends nur zu identifizieren. Denn es ist nicht offensichtlich, welche Unternehmen als Gewinner hervorgehen. Nur wenige schaffen es, kontinuierlich mit hohen Wachstumsraten zu überzeugen. Hier ist eine fundamentale Analyse der einzelnen Geschäftsmodelle erforderlich. Persönliche Gespräche mit dem Management sind unerlässlich. Da die Investitionen auf Wachstumsannahmen basieren, muss die Unternehmens-entwicklung ständig hinterfragt werden.

Bei einer so intensiven Analyse ist es unvermeidlich, sich auf vergleichsweise wenige Unternehmen zu fokussieren. Wir sind der Meinung, dass mit rund 35 Unternehmen im Portfolio bereits eine Diversifikation von 90 Prozent des Einzelaktien-Risikos erreicht wird. Dieser konzentrierte Ansatz auf die Kandidaten mit dem größten Potenzial ermöglicht es unserer Meinung nach, einen Mehrwert gegenüber dem Index zu erzielen.

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