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Notenbanken, inverse Zinsstruktur, Anlagechancen Investieren, wenn die Märkte schwanken

Silicon-Valley-Bank-Ex-CEO Gregory W. Becker bei einer Senatsanhörung im Mai 2023
Silicon-Valley-Bank-Ex-CEO Gregory W. Becker bei einer Senatsanhörung im Mai 2023: Die Kursverluste bei US-Staatsanleihen aufgrund der Leitzinserhöhungen waren maßgeblich für die Pleite der Silicon Valley Bank verantwortlich. | Foto: Imago Images / ZUMA Wire
Stephen Dover

Die Entschlossenheit, mit der die Zentralbanken die Inflation bekämpfen, hat zu einer erhöhten Volatilität an den Kapitalmärkten geführt. Dies illustriert sehr gut die Zinsstrukturkurve der US-Staatsanleihen. Ihre inverse Struktur deutet auf eine erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Aussichten für Inflation, Wachstum und eine mögliche Rezession in den USA hin. Obwohl die US-Notenbank Fed klar erklärt hat, dass sie nicht mit einer Zinssenkung im Laufe dieses Jahres rechnet, ist der Markt ganz anderer Meinung und rechnet mit einer deutlichen Lockerung der Fed-Politik bis Januar 2024.

Wissen die Marktteilnehmer besser als die Zentralbanken, was passieren wird? Nein, ganz im Gegenteil. Die Unsicherheit der Anleger spiegelt sich in der hohen Volatilität der Zinssätze in der ersten Hälfte des Jahres 2023 wider.

Spannungen im Bankensektor

Zu diesen so genannten bekannten Unbekannten kommen die jüngsten Spannungen im Bankensektor hinzu, die ihrerseits zu einem großen Teil auf rasch steigende Zinssätze zurückzuführen sind. Ein weiterer Hinweis darauf, dass viel passieren kann, wenn die Zentralbanken Geldpolitik betreiben.

Diesmal wird Situation durch die Misere der Geschäftsbanken noch verschlimmert. Zum Teil drohen ihnen große Verluste aus ihren Beständen an US-Staatsanleihen (z. B. der Silicon Valley Bank), weil die Aufsichtsbehörden von den Banken seit Jahren verlangen, dass sie liquide und sicher bleiben.

Die unbeabsichtigten Folgen: Anleger sehen sich mit geldpolitischer Unsicherheit, finanzieller Fragilität und schwer vorhersehbaren Ergebnissen für Wachstum und Gewinne konfrontiert. Aber die Lösung ist nicht Verzweiflung. Vielmehr besteht die angemessene Reaktion unserer Ansicht nach darin, die vorhandene Situation zu nutzen. Es locken höhere Renditen bei festverzinslichen Wertpapieren mit kürzeren Laufzeiten und wer diesen Ansatz durch eine umsichtige Allokation in riskantere Assets ergänzt, kann die vorhandene Volatilität als Chancen sehen.

 

Eine (fast) einmalige Gelegenheit

Zunächst stellen wir fest, dass den Anlegern zum ersten Mal seit 15 Jahren eine Rendite von 5 Prozent auf bargeldnahe Instrumente wie Geldmarktfonds geboten wird. Wir glauben, dass sie diese Rendite mit geringem Risiko steigern können, indem sie in hochwertige Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von weniger als zwei Jahren investieren. Diese Renditen übertreffen bei weitem die Zinssätze für Bankeinlagen, die zudem auf eine gesetzlich abgesicherte Obergrenze von 250.000 US-Dollar beschränkt bleiben.

Geldmarktfonds und hochwertige Anleihen mit kurzer Laufzeit mögen vielen Anlegern uninspiriert erscheinen. Aber es gibt Zeiten, in denen sie sinnvoll sind. Das gilt vor allem dann, wenn die Volatilität hoch ist, Unsicherheit herrscht und fundamentale Risiken (z. B. eine Rezession) Anleihe- und Aktienmärkte bedrohen.

Was Anleger jetzt tun sollten

Das bedeutet jedoch nicht, dass Portfolios zu 100 Prozent in Instrumenten mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr geparkt sein sollten. Das könnte nicht nur steuerlich ineffizient sein, sondern geht auch an unserem zweiten Kernpunkt vorbei.

Durch das Halten eines größeren Anteils an hochliquiden Zinspapieren können die Anleger bei sich bietenden Gelegenheiten schnell handeln. Hohe Volatilität und Marktverwerfungen, die historisch gesehen wahrscheinlich sind, wenn die Fed und andere Zentralbanken die Geldpolitik aggressiv straffen, schaffen attraktivere Einstiegspunkte für Aktien, Staatsanleihen und Unternehmenskredite. Wenn diese Vermögenswerte mit Abschlägen gekauft werden, bieten sie den Anlegern in der Regel überdurchschnittliche Renditen.

Durch die Aufstockung der Bestände an (fast) risikolosen Vermögenswerten sind die Anleger heute außerdem besser in der Lage, selektiv Risiken einzugehen.

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