Ehrgeiz trifft Ängstlichkeit

Damit es bei einem Menschen zur Erschöpfungsdepression kommt, müssen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und äußere Rahmenbedingungen zusammentreffen. Neben Idealismus, Ehrgeiz und dem Streben nach Perfektion begünstigen Ängstlichkeit und ein hohes Sicherheitsbedürfnis die Entstehung von Burnout.

Gerade in der Versicherungsbranche, die mit Sicherheit handelt, ist das laut Burisch besonders fatal. Was die Arbeitsbedingungen betrifft, können bei Angestellten eine hohe Arbeitsbelastung, Zeitdruck, schlechtes Betriebsklima und unzureichender Einfluss auf die Arbeitsorganisation bei gleichzeitig hoher externer Kontrolle zu Burnout führen.

Bei Selbstständigen hingegen stehen das unternehmerische Risiko, das sie selbst tragen, sowie die sehr hohen Anforderungen an die Selbstorganisation und die Vermischung von Beruflichem und Privatem im Vordergrund. Wer der Entstehung von Burnout vorbeugen will, sollte eine Balance zwischen Arbeiten und Erholung finden. „Sorgen Sie dafür, dass Sie ,mit leerem Rucksack‘ nach Hause kommen“, empfiehlt Burisch. Ohne Aktenkoffer und Laptop, aber auch ohne die Tagesreste an Sorgen. „Stellen Sie sich vor, Sie kommen daheim an und sagen: Schatz, wir gehen aus. Ihr privates Umfeld wird vermutlich begeistert sein. Sie werden sich erholen. Und besser schlafen.“

Info: Burnout-Phasen nach dem Modell von Matthias Burisch vom Burnout-Institut Norddeutschland

Phase 1: Überengagement, gefolgt von Erschöpfung
Phase 2: Reduziertes Engagement, „innere Kündigung“
Phase 3: Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisungen, Niedergeschlagenheit,
erhöhte Reizbarkeit
Phase 4: Abbau der Leistungsfähigkeit, Motivation und Kreativität
Phase 5: Verflachung des emotionalen und sozialen Lebens
Phase 6: Körperliche Symptome wie Kreislaufprobleme, Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen, geschwächtes Immunsystem
Phase 7: Existenzielle Verzweiflung