Volksrepublik tritt wirtschaftlich kürzer

China senkt das Wachstumsziel auf 7 Prozent

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Wie Ministerpräsident Li Keqiang zu Beginn der jährlichen Tagung des Volkskongresses erklärte, liegt das Wachstumsziel nun bei rund sieben Prozent, im Vergleich zu rund 7,5 Prozent im Vorjahr. Die Haushaltspolitik soll weiterhin aktiv bleiben und die Geldpolitik besonnen. Der Wechselkurs des Yuan soll auf einem vernünftigen und ausgeglichenen Niveau gehalten werden.

Gegenläufige Entwicklungen, darunter eine Schwäche am Immobilienmarkt, zu hohe Kapazitäten in der Industrie und eine Desinflation hatten am vergangenen Wochenende zur zweiten Zinssenkung innerhalb von drei Monaten geführt. Die Regierung plant ein höheres Haushaltsdefizit von rund 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, um die geldpolitischen Anreize durch fiskalische Maßnahmen unterstützen zu können.

“Die Volkswirtschaft befindet sich in einer Übergangsphase und die Regierung bleibt Reformen und der Anti-Korruptions-Kampagne verpflichtet”, sagte Tao Dong, regionaler Chefökonom Asien ohne Japan bei Credit Suisse Group in Hongkong. Langfristig sei das wichtig für China, aber kurzfristig untergrabe es die Wachstumsdynamik.

Die Regierung will das Haushaltssystem reformieren, den privaten Konsum anregen und die soziale Sicherheit stärken, wie Li darlegte. Ziel ist es zudem, die städtische Arbeitslosenrate bei unter 4,5 Prozent zu halten, die Geldmenge M2 um rund zwölf Prozent auszuweiten und beim Handel ein Wachstum von sechs Prozent in diesem Jahr zu erreichen. Das Inflationsziel wurde auf rund drei Prozent festgelegt. Die Zinssätze und die Mindestreserveanforderungen sollen flexibel gehandhabt werden.

“Das Wachstum der Investitionen ist zögerlich, die Anzahl neuer Bereiche mit starker Verbraucheraktivität ist begrenzt, es gibt keine Anzeichen, dass der internationale Markt deutlich anziehen wird. Ein stabiles Wachstum aufrecht zu erhalten wird schwieriger und es gibt in einigen Bereichen immer noch latente Risiken”, sagte Li.

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