Vom Finanzbetrüger zum Ethik-Dozenten

Das neue Leben des Florian Homm

Ex-Hedgefonds-Manager Florian Homm hat eine Gastvorlesung an der Hochschule für angewandtes Management in Erding gehalten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der frühere Chef des Hedgefonds Absolute Capital Management sprach demnach vor mehr als 200 Menschen über Ethik und Management. „Ich habe 2007 meinen Job aufgegeben und habe ihn keinen Tag vermisst“, sagte er. „Ich war seelenlos, jetzt tue ich Gutes.“

2007 war Homm mit Kundengeldern in Höhe von rund 400 Millionen Euro abgetaucht. Ehemalige Geschäftspartner setzten daraufhin ein Kopfgeld von 1,5 Millionen Euro auf ihn aus. Nach fünfjähriger Flucht verhaftete ihn die italienische Polizei im März 2013 im Uffizien-Museum von Florenz.

Über ein Jahr saß Homm im italienischen Gefängnis. Dabei drohte ihm mehrmals die Abschiebung in die USA. Die US-amerikanischen Behörden wollten ihn nach Los Angeles holen, warfen ihm Wertpapiermanipulationen vor. Hierdurch soll er Anleger um 200 Millionen Dollar betrogen haben. Ihm drohten 220 Jahre Haft in den USA.

Anfang August kam Homm jedoch frei und kehrte nach Deutschland zurück. Die US-amerikanischen Behörden betrachten ihn jedoch weiter als Flüchtigen. Auch Schweizer Ermittler haben den ehemaligen Hedgefonds-Manager im Visier. Ihnen liegen einige Aussagen von ehemaligen Angestellten und Partnern von Homm vor, demnach er mehrere Millionen Euro vor seiner Flucht beiseite geschafft habe.

Laut Süddeutsche hofft Homm nun, „in der Gegend von Frankfurt, unterm Radar“ zu leben. Der mittlerweile 55-Jährige bete viel und habe während seiner Haft zu einem starken Glauben gefunden. Ethik und Wirtschaft – darum geht es im Vortrag an der Uni und scheinbar auch im neuen Leben des Florian Homm.

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