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Statue des Börsenbullen vor der New Yorker Börse: Die US-Indizes markierten neue Höchststände. | © Getty Images

Vermögensverwalter Michael Scholtis

Von der Angst nicht dabei zu sein

Während Dow Jones, S&P 500 sowie Nasdaq neue Rekordstände erreichten, haben Krisenwährungen wie Gold eine Pause in ihrem seit einem Jahr andauernden Aufwärtstrend eingelegt.

Hoffnung im Handelsstreit drängt Anleger in die Märkte

Positive Signale im Handelsstreit USA und China heben die Stimmung der Börsianer. Ein erstes Abkommen zwischen USA und China zur Beilegung des Handelsstreits scheint in Reichweite zu sein.  Man komme in die finale Phase, berichtete Trump-Berater Larry Kudlow am Donnerstagabend. Sollte sich wirklich eine Einigung ergeben, könnte das erhebliche positive Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben, die zuletzt unter der Planungsuntersicherheit litt, und neuen Schwung in die weltweite Wirtschaftsaktivität der bringen.

Anleger die sich wegen der andauernden Unsicherheiten mit Investments zurückgehalten haben, müssen jetzt einsteigen, wenn sie am Aufschwung teilhaben wollen. „FOMO“ geht um. Die Angst etwas zu verpassen, wörtlich „Fear of missing out“, hat in den letzten Jahren als Volkskrankheit im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken Bekanntheit erlangt.

Die psychologische Wirkung des Phänomens ist auch auf den Aktienmarkt nicht zu unterschätzen, stellt sie doch auf einem Grundmotiv des menschlichen Handelns ab: dem Zugehörigkeitsgefühl. Das Phänomen könnte den Markt also noch eine Weile antreiben. Doch wenn Anleger in der Breite wider besseren Wissens in Aktien investieren, einfach nur, um dabei zu sein, steigt die Gefahr einer Blasenbildung. Wenn dann die Preisniveaus zu weit über den fairen Wert steigen, ist die Korrektur nicht mehr weit. Und je länger die Party andauert, umso heftiger wird diese ausfallen.

Börsen laufen besser als die Wirtschaft

In der Tat befindet sich die US-Wirtschaft in einer fragilen Situation. Jüngste US-Wirtschaftsdaten sind alles andere als aussichtsreich. Der Empire-State-Stimmungsindex trübte sich im November überraschend ein, und die US-Industrieproduktion sank im Oktober zum zweiten Mal in Folge. Was derzeit trägt ist der Einzelhandel, dessen Umsätze im Oktober stärker als erwartet stiegen. Die amerikanischen Börsen, die von einem Rekordhoch zum Anderen eilen, spiegeln diese Unsicherheit derzeit nicht wider. Sie werden getragen von der Hoffnung.

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