Fußgänger vor Anzeigetafel mit den Kursen der Unternehmen aus dem Nikkei-Index: Japanische Aktien bieten laut Assenagon zurzeit Risikoprämien wie nie zuvor. | © Getty Images

Von wegen, alternativlose Aktien

Warum Anleihen nicht uninteressant sind

Niedrige Zinsen sind seit der Finanzkrise im Euroraum zur Regel geworden und auch die Federal Reserve Bank der USA hat mittlerweile – nach einigen Zinserhöhungen in den letzten Jahren – wieder eine expansivere Geldpolitik eingeschlagen. Dies führt in entwickelten Märkten zu historisch niedrigen Anleiherenditen und lässt – zumindest relativ gesehen – die Ertragsaussichten von Aktien attraktiver erscheinen. In Schwellenländern zeigt sich ein etwas differenzierteres Bild. Unsere Multi Asset-Portfolios sind dementsprechend positioniert: Vermehrte Investments in japanische Aktien, sehr wenig Staatsanleihen sowie ausgewählte Carry-Positionen in Schwellenländer-Anleihen.

Absolute vs. relative Bewertung

Grundsätzlich lässt sich zwischen absoluten und relativen Bewertungen von Aktien unterscheiden. Als Maß zur Einschätzung des absoluten Ertragspotenzials werden dabei die Eigenkapitalkosten eines Unternehmens, das heißt der Faktor verwendet, mit dem die erwarteten Dividenden abgezinst werden, um dem aktuellen Marktpreis zu entsprechen.

Im Rahmen der relativen Bewertung kommt die Aktien-Risikoprämie (Equity Risk Premium), die den Ertrag den Aktien zusätzlich zu einer risikofreien Geldanlage (z. B. in Staatsanleihen) generieren, zum Einsatz. Das Ergebnis dieser Bewertungsmethoden hängt stark von den angenommenen Dividenden ab: Die Zahlen aus der untenstehenden Tabelle basieren hierbei für die ersten drei Jahre auf Analysten-Einschätzungen und für die darauffolgenden Jahre auf dem historischen Durchschnitt. Anschließend findet über mehrere Jahre hinweg eine lineare Annährung an eine finale konstante Wachstumsrate der Dividenden statt.

Die folgende Tabelle zeigt zusammenfassend sowohl das relative (Aktien-Risikoprämie) und absolute Ertragspotenzial (Eigenkapitalkosten) globaler Aktienmärkte im historischen Vergleich. Darüber hinaus ist der risikofreie Zins abgebildet, welcher sich aus den aktuellen Renditen zehnjähriger Staatsanleihen ableitet.

Hohe Aktienrisikoprämien auf entwickelten Märkten

Schaut man auf die Kapitalkosten in den entwickelten Märkten, wirken Investitionen in Aktien eher unattraktiv, da die absolute Rendite meist signifikant unter dem langfristigen historischen Durchschnitt (seit 1990) liegt. Ein anderes Bild zeigt sich, wenn statt absoluten Zahlen relative Bewertungen betrachtet werden: Gemessen an der Risikoprämie sind Aktien verglichen mit der Historie aktuell sehr attraktiv bewertet. So liegen die aktuellen Kapitalkosten in den USA circa 1,5 Prozentpunkte unter dem historischen Durchschnitt während die Risikoprämie ungefähr 1,4 Prozentpunkte höher liegt als in der Vergangenheit.

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