Von wegen, alternativlose Aktien Warum Anleihen nicht uninteressant sind

Seite 2 / 2

Besonders attraktiv bewertet sind aktuell Aktien in Japan und Deutschland – und zwar sowohl unter relativen aber auch unter absoluten Gesichtspunkten. So bieten japanische und deutsche Aktien eine so hohe Risikoprämie wie noch nie (100 Prozent Perzentil), während die Eigenkapitalkosten in Japan deutlich und in Deutschland leicht über dem historischen Durchschnitt liegen.

Diese Bewertungen kommen wenig überraschend: Stark expansive Geldpolitik und der daraus resultierende „Hunt for Yield“ (Jagd nach Rendite) haben die Renditen festverzinslicher Anlagen rapide sinken lassen (siehe obenstehende Grafik) und Aktienmarktbewertungen in die Höhe getrieben. Deutsche sowie japanische Aktien gelten vor allem aufgrund ihrer schwachen Wachstumsaussichten jedoch als Value-Märkte und würden signifikant von einem Erholen der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren.

Schwellenländeranleihen für stabile Zinseinkünfte

Die aktuelle Situation in den Schwellenländern ist – bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel Indien und Brasilien – eine andere, da sowohl die Aktien-Risikoprämie als auch die Kapitalkosten unter dem historischen Durchschnitt (seit 2002) liegen. Insgesamt kann in den Schwellenländern eine Risikoprämie von 5,3 Prozent beobachtet werden, die leicht unter dem Durchschnitt von 5,6 Prozent liegt. Insbesondere im Vergleich zu entwickelten Märkten fällt jedoch auf, dass die risikofreien Zinsen zwar ebenfalls niedrig sind, aber in den meisten Schwellenländern das historische Tief noch nicht erreicht haben. Somit wirken Anleihen-Investitionen hier tendenziell attraktiver und können aufgrund ihrer soliden Carry-Eigenschaften im gegenwärtigen Marktumfeld ein Baustein eines diversifizierten Multi Asset-Portfolios sein.

In unseren Multi-Asset-Fonds

Wir halten im aktuellen Umfeld eine sehr flexible Steuerung von Aktien- und Renteninvestitionen für besonders wichtig. Im Risikorahmen unseres defensiven Mandats haben wir unser Portfolio aktuell – auch aufgrund der in dieser Flash-note beschriebenen Umstände – verstärkt auf Aktien fokussiert. So liegen wir aktuell mit unserer Aktien-Allokation circa 10 Prozent höher als im historischen Durchschnitt. In diesem Kontext profitieren wir in unserem Fonds Multi Asset Conservative zum Beispiel momentan direkt von der hohen Aktien-Risikoprämie in Japan.

Der Anteil an Staatsanleihen in unserem Portfolio ist hingegen mit circa 5 Prozent sehr gering, sodass sich die Portfolio-Duration auf unter ein Jahr beläuft. Aufgrund ihres guten Carry-Profils setzen wir jedoch weiterhin auf Investitionen in Schwellenländer-Anleihen. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld investieren wir außerdem in eine Kombination verschiedener Absolute-Return-Strategien, um eine vom Aktienmarkt möglichst unabhängige Rendite zu erzielen.

Mehr zum Thema
In 93 von 100 FällenAktienportfolio schlägt risikolose Anlage ANZEIGEAktienmarktSo finden Anleger die besten Dividendenwerte Assenagon-Chefökonom Martin HüfnerAuf diese Aktien können klassische Bond-Anleger ausweichen