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Schlimme Finger im September 2021 Vor diesen Finanzdienstleistern warnt aktuell die Bafin

Der Messeturm in Frankfurt/Main
Der Messeturm in Frankfurt/Main: Hat dort die Ventura Invest GmbH ihren Sitz? Zweifel sind berechtigt. | Foto: lapping / Pixabay

In der September-Ausgabe ihres Journals präsentiert die Bafin wieder einen bunten Strauß an halbseidenen Teilnehmern auf dem Finanzmarkt: unerlaubter Eigenhandel, Geldwäsche, Namensklau – es ist wieder einiges dabei.

Aufhören muss zum Beispiel die Network Consulting GmbH mit ihrem Finanztransfergeschäft. Sie nahm auf Geschäftskonten Geld von Privatleuten entgegen und schob es auf ausländische Konten weiter.

Die Ramford Analytics Inc. bot eigene Inhaberaktien öffentlich an. Das verbot die Bafin jetzt, weil sie keinen Prospekt dafür genehmigt hat. Bei der Actaqua GmbH geht es hingegen um eine mit 7 Prozent Kupon verzinste Anleihe mit der Kennnummer DE000A3H2TU8, für die kein Prospekt vorliegt.

Den Eigenhandel drehte die Bafin hingegen bei der Interactive Solutions Limited aus Dominica ab. Sie betreibt die Handelsplattform Tradergy.io, auf der Kunden mit Währungen, Aktien und Differenzkontrakten (Contracts for Difference, CFD) handeln sollen. Dabei stellt die Firma die Preise selbst, was somit als Eigenhandel gilt. Ohne Erlaubnis der Bafin.

Die Betreiber der Internetseite Brokerxp.com dürfen keine Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen anbieten. Denn sie haben keine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG). Aus der Seite geht nicht hervor, wer sie betreibt. Als Postadresse für Kunden ist die Friedrichstraße 95 in Berlin genannt.

Auch ohne Erlaubnis unterwegs sind diejenigen, die über eine Unterseite auf Bigtradingeur.com für die Bitcoin-Handelssoftware „Bitcoin Deutschland“ beziehungsweise „Crypto Bank Software“ werben. Die Bafin ermittelt.

Bei gleich drei Unternehmen stellt die Bafin klar, dass sie sie weder beaufsichtigt noch, dass sie eine Erlaubnis nach dem KWG haben, Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen anzubieten:

  • Ventura Invest GmbH, angeblich im Messeturm, Frankfurt am Main
  • Topzins-EuroGic, angeblich im Sony Center, Berlin
  • BB Investment Partners Burder & Bartels, angeblich im SkyLoop Business Center, Stuttgart, und Brüssel Offices Center, Brüssel

Mitarbeiter dieser Unternehmen rufen unaufgefordert Leute an, um ihnen Aktien bekannter Unternehmen vor dem Börsengang zu verkaufen. Ein Beispiel ist die Daimler-Tochter Daimler Truck Holding AG, deren Aktien Unbekannte den Daimler-Aktionären aufschwatzen wollten.

Immer wieder bedienen sich schlimme Finger seriöser Namen, um selbst als vertrauenswürdig aufzutreten. In diesem Fall sind es die unbekannten Betreiber der Seite apv-beratung.de, die sich an die Bafin-beaufsichtigte Andreas Palmowski Vermögensverwaltung e.K. dranhängen wollen. Die hat damit aber nichts zu tun. Gleiches bei der Seite estsgmbh.com. Die hat nämlich nichts mit der gleichklingenden Eurex Securities Transactions Service GmbH aus Eschborn zu schaffen.

Generell warnt die Bafin erneut davor, Arbeitsstellen im sogenannten Treuhandservice anzunehmen. Sie stellt klar, dass sie – entgegen den Angaben in den Stellenbeschreibungen – Treuhandkonten weder registriert noch verwaltet. Über die Angebote wollen schlimme Finger Menschen dazu bringen, als Finanzagenten Geld über ihre Girokonten zu leiten. Dabei handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Geldwäsche. Hinzu kommen zwei weitere Haken: 1. Die „Finanzagenten“ machen sich strafbar, weil sie unerlaubt Zahlungsdienste für Geld anbieten. 2. Laut Bafin kann es passieren, dass diejenigen, von denen das Geld kommt, plötzlich ihr Geld zurück haben wollen. Die Job-Titel bei solch dubiosen Angeboten variieren. Diese hier sind der Bafin bislang bekannt:

  • Treuhandmanager
  • Treuhandassistent
  • Transferverwalter
  • Transaktionsverwalter
  • Kundendienstmitarbeiter im Finanzsektor
  • Wertverwalter
  • Helfer Geldtransfer
  • Helfer Transfermanagement
  • Assistent im Währungshandel
  • Supportmanager
  • Support Mitarbeiter im Asset Management
  • Client Trade Analyst

Hierfür gleich drei Beispiele: Angebliche Mitarbeiter der CNH Capital GmbH wollen Menschen als sogenannte Wertverwalter oder Transferverwalter anwerben. Das ist gelogen, die Mails kommen nicht aus dem Unternehmen. Die Angeschriebenen sollen Geld über eigene Konten entgegennehmen und an Dritte weiterleiten oder dafür Kryptowerte, zum Beispiel Bitcoin, kaufen. Das gleiche gilt für angebliche Job-Angebote der CP Vermögensberatung GmbH und der Wagner Steuerberatung GmbH auf der Seite Wagner-Steuerberatung.com. Letztere gibt es laut Bafin gar nicht.

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