Sankt Vincent und die Grenadinen Foto: Pixabay

Schlimme Finger im Dezember 2020

Vor diesen Finanzdienstleistern warnt aktuell die Bafin

Im August hatte die Bafin gewarnt, die Consult-It OHG aus Burgwedel bewerbe eine Tätigkeit als Treuhand- beziehungsweise Endkundenmanager. Nun stellen die Finanzaufseher klar: Nicht das Unternehmen selbst, sondern „unbekannte Dritte“ hätten die Jobs unter dem Namen der Firma angeboten. Es handele sich um einen Fall von Identitätsdiebstahl.

Die Almo Markets VIP GmbH muss das unerlaubt betriebene Finanztransfergeschäft einstellen und wird abgewickelt. Das hat die Bafin angeordnet. Die Firma nimmt demnach auf ihren Geschäftskonten Gelder von Privatpersonen entgegen und leitet sie auf ausländische Konten verschiedener Gesellschaften weiter – überwiegend ins Ausland. Kunden zahlen auf diese Weise Geld auf nicht lizenzierten Internethandelsplattformen ein.

Ähnlich verfährt die Lipans Smart Consult GmbH. Auch diese Firma, die auf Geschäftskonten Geld annimmt und ins Ausland weiterleitet, wird abgewickelt.

Für eine Adcada.healthcare Bond hat die gleichnamige Adcada.healthcare GmbH mit Sitz in Bentwisch Geld von Anlegern eingesammelt – ohne die für das Einlagengeschäft erforderliche Erlaubnis der Bafin zu besitzen. Das Unternehmen müsse das Geschäft sofort einstellen und sei verpflichtet, „die angenommenen Gelder per Überweisung unverzüglich und vollständig an die Kapitalgeber zurückzuzahlen“, schreibt die Behörde.

Unter ganz ähnlichem Namen waren  die Adacada International AG und die Adcada Immobilien AG PCC, beide mit Sitz in Ruggell in Liechtenstein, unerlaubt im Einlagengeschäft tätig. Die Finanzaufseher ordneten die Einstellung und Abwicklung des Geschäfts an. Die Unternehmen boten unter den Namen adcada.money Festzins und adcada.money Hypozins zwei Produkte an und nahmen damit „unbedingt rückzahlbare Anlegergelder an“. Laut Bafin sind die Firmen verpflichtet, das Geld unverzüglich und vollständig zurückzuzahlen. Dabei handelt es sich womöglich um Wiederholungstäter: Unternehmen mit auffallend ähnlichem Namen sind bereits zuvor in der Bafin-Warnliste aufgetaucht.

Mit sogenannten Differenzkontrakten (Contracts for Difference – CFD), Devisen und Aktien handelt die Imperial Finance Group. Betreiber der Handelsplattform imperial-finance.co ist laut Bafin Waltika Partners LTD mit Sitz auf der Karibikinsel St. Vincent und die Grenadinen. Ihr haben die Finanzaufseher nun den grenzüberschreitenden Eigenhandel untersagt. Der Firma fehlt schlicht die Erlaubnis der Bafin.

Unter der Domain cryptodeutsch.com findet sich eine weitere Handelsplattform, der die Bafin nun den Riegel vorgeschoben hat. Die Betreiber, die Differenzkontrakte auf Forex-Produkte, Kryptowährungen, Aktien, Indizes sowie Rohstoffe und Waren anbieten, verfügen nicht über die entsprechende Bafin-Erlaubnis für den Eigenhandel. Wer die Plattform betreibt, ist nicht ersichtlich: Auf der Website gibt es weder ein Impressum, noch werden dort Angaben zum Geschäftssitz oder dem verantwortlichen Unternehmen gemacht. Über E-Mail-Adressen mit diesem Namen kontaktieren Personen Anleger in Deutschland und geben sich als Mitarbeiter einer Zulassungsabteilung im Auftrag einer Börsenaufsichtsbehörde aus, schreibt die Bafin. In anderen Fällen behaupten die Unbekannten, für die Lizenzierung nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz zuständig zu sein und verlangten von Anlegern Geld für eine Lizenz.

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