Sabine Groth (Freie Autorin)Lesedauer: 3 Minuten

Schlimme Finger im August 2021 Vor diesen Finanzdienstleistern warnt aktuell die Bafin

Studentinnen im Hörsaal
Studentinnen im Hörsaal: Ausländische Studierende in Deutschland parken Geld für ihren Lebensunterhalt auf sogenannten Sperrkonten. Das ruft Betrüger auf den Plan. | Foto: imago images / Westend61

In der aktuellen Ausgabe ihres Journals liefert die Finanzaufsicht Bafin eine Übersicht von Unternehmen, die in Deutschland unerlaubt Finanzgeschäfte betreiben, kein erforderliches Verkaufsprospekt erstellt haben – und sie warnt vor einer Stellenanzeige.

Besonders ausführlich beschäftigt sich die Bafin diesmal mit der BAM Bundesweites Anlagenmanagement UG. Mit Bescheid vom 12. Juli muss das Unternehmen sofort ihr unerlaubt betriebenes Einlagengeschäft einstellen und abwickeln. BAM bot nach Deutschland kommenden Studenten sogenannte Sperrkonten nach Maßgabe des Aufenthaltsgesetzes an. Hier werden Gelder geparkt, die den Lebensunterhalt in Deutschland sichern sollen. Diese Sperrkonten wurden nach Auskunft der Bafin allerdings regelwidrig nicht zugunsten der jeweiligen Studenten auf ­deren Namen eröffnet. Stattdessen flossen die Gelder auf ein Konto der Gesellschaft. Für dieses Einlagengeschäft hat BAM keine Erlaubnis. Die Webseite des Unternehmens bamberlin.org ist zwischenzeitlich nicht mehr aufrufbar. Die Bafin hat Maßnahmen eingeleitet, die die Gelder der Studenten sichern sollen. Für Betroffene, egal ob sie bereits in Deutschland sind oder nicht, gibt die Bafin in ihrem Journal Tipps und Anweisungen, was sie nun tun müssen, um ihr Geld nicht zu verlieren.

Bei mehreren Unternehmen sieht die Finanzaufsicht Anhaltspunkte, dass der für den Vertrieb nötige Verkaufsprospekt fehlt, der en detail das jeweilige Anlageangebot präsentiert. Dazu zählt die Consilium Green Energy GmbH, die in Deutschland eine Vermögensanlage in Form von Direktinvestments mit der Bezeichnung Photovoltaikanlagen öffentlich anbietet. Auch bei der Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG fehlen der Prospekt sowie das erforderliche Wertpapierinformationsblatt für die angebotenen Schuldverschreibungen „Anleihe 2020/2023“ und „Anleihe 2020/2028“.

Die Schweizer Soma, die über die Internetseite https://estatecrowding.ch in Deutschland eine stille Beteiligung öffentlich anbietet, scheint ebenfalls keinen Prospekt erstellt zu haben. Das gleiche gilt für die Adixhealthcare GmbH, die eine Vermögensanlage in Form von stillen Beteiligungen der Adix-Healthcare Group GmbH & Co. KG öffentlich anbietet.  

Bei der Pegasus Development GmbH ist sich die Bafin bereits sicher, dass der erforderliche Prospekt fehlt und untersagt daher das öffentliche Angebot von stillen Beteiligungen an der Fashion Concept GmbH.

Für die R & R Consulting GmbH ebenfalls ein Verbot ausgesprochen Die Vermögensanlage „Goldkauf mit Treuerabatt“, ehemals „Goldkauf mit Treuebonus“, unter der Marke Aurimentum darf nicht mehr in Deutschland vertrieben werden.

Auch bei den Handelsplattformen ist die Bafin in den vergangenen Wochen wieder fündig geworden und hat Verbote ausgesprochen. So untersagt sie Seeger Global Ltd, Marshallinseln, als Betreiber der Handelsplattform quantums-trade.com, Tillga Ltd, Dominica, als Betreiber der Handelsplattform bitmaxonline.com sowie Finetero Trading Ltd., Vereinigtes Königreich, und Finplex Group Ltd, Zypern, als Betreiber der Handelsplattform finetero.com die unerlaubte Finanzportfolioverwaltung.

Den unerlaubt erbrachten Eigenhandel verbietet die Bafin der Wiener Algof Gain mit ihrer Plattform algofgain.com, der britschen FXTime financial services als Betreiber der Handelsplattform fxtime.io sowie Seabreeze Partners Ltd. aus Dominica mit der Handelsplattform profitassist.io.

Zu guter Letzt noch eine Warnung. Die Bafin warnt davor, auf ein vermeintlich lukratives Jobangebot als „Assistent/in Währungshandel“ einzugehen, welches angeblich von der WV Equity GmbH stammt. Das Unternehmen ist aber nicht Verfasserin der betreffenden Stellenanzeigen oder E-Mails. Vielmehr sollen über diese Schiene wohl Kontoinhaber für Tätigkeiten angeworben werden, die vermutlich Straftaten vertuschen sollen. Ein in diesem Zusammenhang in Aussicht gestellte „Anmeldung des privaten Kontos bei der Bafin“ sei gesetzlich nicht vorgesehen und werde von der Bafin auch nicht vorgenommen. Der entsprechende Beleg für die Anmeldung sei eine Fälschung.

 

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