LinkedIn DAS INVESTMENT
Suche
in BaFinLesedauer: 10 Minuten

Schlimme Finger im November 2023 Vor diesen Finanzdienstleistern warnt aktuell die Bafin

Fingerzeig
Fingerzeig: Die Bafin warnt regelmäßig vor Regelstößen und Finanzbetrug. | Foto: Jessica Hunold mit Canva

Was an Regelverstößen und Betrugsversuchen am deutschen Finanzdienstleistungsmarkt vorkommt, dokumentiert regelmäßig die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Finanzaufseher haben stets den hiesigen Markt im Blick und geben dort, wo sie es für nötig erachten, Warnungen an Verbraucher heraus. Diese stehen zum einen auf der Internetseite der Bafin, zum anderen verschicken die Finanzaufseher sie auf Wunsch auch regelmäßig per E-Mail.

DAS INVESTMENT hat zusammengetragen, welche Warnungen die Bafin im abgelaufenen Monat November herausgegeben hat:

Finanzgeschäfte unter gestohlener Identität

Um zu verbergen, dass ihnen die Erlaubnis für Finanzgeschäfte fehlt, nutzen Betrüger häufig die Namen bestehender Unternehmen. Unter der geklauten Identität werden dann vermeintliche Finanzangebote unterbreitet:

Deshalb warnt die Bafin vor Jobangeboten, die auf der Website btc-staking.com angeboten werden. Die angebotenen Stellen stammen nicht von der in Hamburg ansässigen Impl Digital Consulting. Die Tätigkeit, die hier angeboten wird, bestehe darin, Gelder weiterzuleiten, die zuvor auf dem eigenen Bankkonto eingegangen sind. Die Gelder stammen vermutlich von Personen, die selbst Opfer krimineller Handlungen wurden, warnt die Bafin. Privatpersonen, die Gelder entgegennehmen und an Dritte weiterleiten, können sich wegen des Betreibens unerlaubter Zahlungsdienste strafbar machen. Außerdem könnten die Personen, von denen das eingezahlte oder überwiesene Geld stammt, Rückzahlungsansprüche geltend machen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die persönlichen Daten der Arbeitssuchenden missbraucht werden.

Eine falsche Identität verwendet auch die Metamask EU. Über die Website coinmetamask.com bietet diese ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen an. Die Bafin hatte hier schon einmal gewarnt, damals vor der coinsmetamask.com. Nach wie vor besteht hier keine Verbindung zur Website metamask.io, die von der in New York ansässigen Firma ConsensSys Software betrieben wird.

Ins Visier der Bafin ist außerdem die Website finnexbot.com geraten. Auf der Website behaupten die Betreiber, dass die FinnexBot ein in England registriertes Unternehmen sei. Es wird dabei auf die Finex Capital M LLP verwiesen, die bei der britischen Aufsichtsbehörde registriert ist. Nach Erkenntnissen der Bafin besteht keine Verbindung zwischen den Unternehmen. Der Registrierungshinweis wird missbräuchlich genutzt und soll Seriosität vortäuschen.

 

Ebenfalls ins Visier der Bafin geraten ist die Website tradestatisticsview.com. Der angeblich in London ansässige Betreiber tritt auf der Website überwiegend unter dem Namen Tradestatisticsview auf, ohne Nennung einer Rechtsform. Vereinzelt bezeichnet sich der Betreiber jedoch auch als Bitcer, ebenfalls ohne Angabe einer Rechtsform. Die Betreiber geben außerdem vor, zu der Gesellschaft Elitebitxchange zu gehören, was falsch ist. Doch damit nicht genug: Die Mitarbeiter von tradestatisticsview.com stellen sich mit dem Namen Marc Friedrich vor und verwenden Porträtfotos, die sie von der Website des Finfluencers kopieren. Das ist falsch, es liegt auch in diesem Fall ein Identitätsdiebstahl vor.

Auch der bei der Bafin registrierte Kryptoverwahrer Hauck Aufhäuser Digital Custody GmbH ist Opfer eines Identitätsdiebstahls: Die Website assets-hal.digital gibt vor, dass sie zu dem Unternehmen gehört – was nicht der Fall ist. Nach Erkenntnissen der Bafin bietet die Website außerdem ihre Leistungen ohne Erlaubnis an.

1.200% Rendite in 20 Jahren?

Die besten ETFs und Fonds, aktuelle News und exklusive Personalien erhalten Sie in unserem Newsletter „DAS INVESTMENT Daily“. Kostenlos und direkt in Ihr Postfach.

Um einen Identitätsdiebstahl handelt es sich auch bei der Website confidainvest.com: Der angeblich in Zürich ansässige Betreiber behauptet, dass seine Firma Confida Invest eine Tochtergesellschaft der Schweizer Unternehmensberatung Confida Consulting AG (confida-consulting.ch) sei. Da dies nicht der Fall ist, liegt ein Identitätsdiebstahl vor.

Der Betreiber VentureXchange, Website venturesexchanges.com, verwendet nach Erkenntnissen der Aufseher gegenüber Kunden die Bezeichnung des in Zypern lizenzierten Instituts Fincap Ventures AIF V.C.I.C. Plc. Hierbei handelt es sich also um Identitätsdiebstahl. Eigenen Angaben zufolge ist VentureXchange Teil der Pix Point Consulting LTD, London und Holyhead, Vereinigtes Königreich. Vor dieser Gesellschaft hatte die Bafin bereits im Juli gewarnt.

Die Bafin warnt auch vor Angeboten auf den Websites captrader.financial und cap-traders.com. Hier wird die Identität des von der Bafin beaufsichtigten Unternehmens CapTrader GmbH (www.captrader.com) missbraucht.

 

Opfer eines Identitätsmissbrauchs wurde auch die Catena Capital GmbH Berlin. Ein unbekannter Betreiber bietet auf der Website catenafarmscapital.net ohne Erlaubnis Finanzdienstleistungen, konkret Vermögensverwaltung an.

Eine falsche Identität benutzen auch die Betreiber der Websites blueport24.eu und blueport24.com. Sie verweisen nach Erkenntnissen der Bafin auf die in Massachusetts, USA, registrierte Gesellschaft Blueport, Inc., auf den beiden Websites werden fälschlicherweise die Registrierungsnummer und Geschäftsadressen dieses Unternehmens angegeben. Darüber hinaus werden dort weitere Anschriften in Schweden und im Vereinigten Königreich genannt. Die Betrüger kontaktieren laut der Aufseher ihnen bekannte Kunden, denen sie bereits nichtexistente Aktien vermittelt haben.

Die Bafin warnt auch vor den Websites halder-bay.com beziehungsweise halderbay.com. Hier wird der Eindruck erweckt, dass es sich um eine Website der bei der Bafin registrierten Kapitalverwaltungsgesellschaft Halder GmbH handelt. Es liegt deshalb ein Identitätsmissbrauch vor.

Ebenfalls um einen Identitätsdiebstahl handelt es sich bei der Website investierung.co. Im Impressum behaupten die Betreiber, es handele sich um ein Angebot des von der Bafin lizenzierten Wertpapierinstituts Euwax Aktiengesellschaft. Dies ist nicht der Fall.

Die Bafin warnt zudem vor den Angeboten der Wegabay UG. Im Impressum erwecken die Betreiber den Eindruck, dass es sich bei der Website wega-bay.com um jene des lizenzierten Wertpapierinstituts Wega Invest GmbH handelt. Das ist falsch. Es liegt ein also Identitätsmissbrauch vor.

Tipps der Redaktion