Im November musste die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) wieder einmal diverse Finanzmarktteilnehmer verwarnen und Ermittlungen einleiten. Besonders häufig ging es um Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen ohne die dafür nötige Erlaubnis nach deutschem Kreditwesengesetz (KWG) oder Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG). Auch gegen Betrug im Namen bekannter Finanzunternehmen und dubiose Aktiengeschäfte schritten die Finanzaufseher ein.
Hier kommt der Überblick:
Finanzdienstleistungen ohne Erlaubnis
Um in Deutschland Bankgeschäfte zu betreiben, benötigen Unternehmen eine Erlaubnis der Bafin. Immer wieder bieten Firmen ohne Zulassung Geldanlageprodukte im Internet an. Die Finanzaufsicht, das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter raten, bei Finanzdienstleistungen im Internet äußerst vorsichtig zu sein und vorab gründlich zu recherchieren, um Betrugsversuche rechtzeitig zu erkennen. Oft fehlen auf kriminellen Internetseiten etwa Angaben zum Firmensitz und das Impressum. Ob ein Unternehmen von der Bafin zugelassen ist, lässt sich in der Unternehmensdatenbank der Finanzaufsicht nachschauen.
In diesem Monat warnt die Bafin vor folgenden Firmen und Internetseiten, die Finanz- und Wertpapierdienstleistungen ohne Erlaubnis sowie teilweise auch Kryptowerte-Dienstleistungen ohne Erlaubnis angeboten haben:
- Investing In, Betreiber der Website investing-in.ltd
- ICM Capital Limited, die Ansprache erfolgt per E-Mail
- omega-cap.com
- valhallion-gmbh.com
- fondsavenue.com
- nexberg-ag.co
- Changelly, Betreiber der Website changelly.com
- Capital RVG, Betreiber der Website capital-rvg.com
- zinsanlageexperten.com
- Zigmax, Betreiber der Website zigmax.com
- auresthiqan.sbs
- GMM Platform, Betreiber der Website gmmplatform.co
- VermögenMeister GmbH, Betreiber der Website vermoegenmeister.com
- Crypto GmbH, Betreiber der Website q-solutions.co
- Eagle Global, Betreiber der Website eaglegloballp.com
- RoboSpark Investor, Betreiber der Website robosparkinvestor.de
- Auto Alpha, Betreiber der Website autoalpha.io
- Trodu, Betreiber der Websites trodu.co sowie trodu.vip
Warnung vor Angeboten über Social Media und Whatsapp-Gruppen
Immer öfter werden unseriöse Angebote in Whatsapp-Gruppen und bei Instagram oder Facebook veröffentlicht. In diesem Monat warnt die Bafin vor den nachfolgenden Angeboten.
Über SCA Investmentforum, SCA Zukunftsplan und auf der Website scatrk.com werden Verbraucher dazu verleitet, über die App SCATRK Finanzprodukte zu handeln.
Eine weitere Warnung spricht die Bafin bezüglich Whatsapp-Gruppen wie zum Beispiel B2 Akademie für zukünftiges Vermögen aus, die von einem angeblichen Unternehmen Mirror Trade betrieben werden. Verbraucher werden dazu verleitet, über die Webseiten mirrortrade.top und h5.mirrortrade.top Finanzprodukte zu handeln. Zusätzlich handelt es sich auch noch um einen Identitätsmissbrauch, da kein Zusammenhang mit dem Unternehmen Reuter Transaction Services Limited besteht.
Andere Betrüger geben sich als ein Professor Sebastin Albrik und seine Assistentin Annika Felder aus, die angeblich von dem Post-Trade-Infrastrukturanbieter Clearstream betrieben werden. Von der Existenz dieser Personen ist der Bafin nichts bekannt. Laut Finanzaufsicht werden in den Whatsapp-Gruppen (unter anderem M501 TaktikIvest Akademie, H117 – Taktikinvest Akademie, A06 TaktikInvest Akademie) Empfehlungen für den Kauf von Finanzinstrumenten und Kryptowährungen geteilt, welche sich angeblich über clearstream.xin, clearstream.fashion sowie über die Apps ClearsPro und CSMKT handeln lassen.
Die Angebote stammen jedoch nicht von Clearstream-Gesellschaften, wie der Clearstream Europe AG beziehungsweise der Clearstream Banking S.A. oder deren Mitarbeitern. Clearstream betreibt keine App für Privatkunden und bietet keine Handelskonten oder Finanzdienstleistungen für Privatanleger an. Es handelt sich also außerdem auch noch um einen Identitätsmissbrauch.
Weitere ähnliche Fälle:
- Whatsapp-Gruppen (zum Beispiel Q611-Nordstein Global) und den Webseiten nordstein.cloud, nordstein-capital.com und nordstein-capital.net, in denen Anlegern unter anderem von Lukas Müller und Svea Schäfer Geldanlagen in Finanzinstrumente oder Kryptowährungen empfohlen werden.
- Die Gruppe SVIP-88-FinanzForum, in der Verbraucher dazu verleitet werden, über die App LUSCM Finanzprodukte zu handeln. Diese werden offenbar von der Denver, USA ansässigen Lumenis Capitalmanagement GmbH Ltd angeboten, die auch die Webseite lumnz.com betreibt.
- B22 Wittington Akademie, die dazu verleiten, über die betrügerische Handelsplattform und App KI-ZEP zu handeln. Die Bafin betont, dass die Betreiber laufend den Namen der App ändern (zuvor bereits KI-ZEP PRO oder KI-ZEP MAX). Die App wird außerdem auf den Webseiten ki-zep.com und h5.beststreaming.vip beworben. Es besteht außerdem ein Zusammenhang mit dem Betrieb der angeblichen Handelsplattform DOEX, vor der die Bafin bereits im August gewarnt hat.
- 77 Wert- und Vermögenserkundungsgruppe, die angeblich von dem Geschäftsführer der Finanzethos GmbH, Dirk Müller, betrieben wird. Damit zusammen hängen die Webseiten axeltrader.com, axeltraders.com und pc.axelmax.cc. Des Weiteren liegt Identitätsdiebstahl vor, da kein Zusammenhang mit Dirk Müller, dem Unternehmen Finanzethos GmbH, einem mit ihm verbundenen Unternehmen oder dessen Mitarbeitern besteht.
- A32Finanzielle Freiheit, C66 Technische Austauschgruppe für Investoren und Kapitalstrategien Akademie94. Die Gruppen werden angeblich von Professor Klaus Peter Hartwig geleitet. Die Warnung umfasst auch die App MCG-KI sowie die Website mcgki.com.
- Whatsapp-Gruppen, die von Greenhill betrieben werden (zum Beispiel Vermögensclub (G138), Vermögensclub (G136), BörsenClub Select C299, Greenhill-4359-VIP, GCLLP Aktienakademie (F6), GCLLP Finanz-Lernrunde-F117). Die Warnung erstreckt sich auch auf die Greenhill-App.
- Whatsapp-Gruppen (zum Beispiel A8 RenTech Lern- und Investitionsforum), in denen angeblich Julia Wagner und David Mitchell Finanzinstrumente empfehlen, die anschließend über die Apps RenTech PRO und RenTech Max gehandelt werden können.
Die Bafin warnt auch vor Telegram-Gruppen, wie beispielsweise Channel-Arbeitsgruppe (668). Hier wird dazu aufgefordert, über die betrügerische Plattform ZIEXC zu handeln. Diese ist aktuell über die Webseiten ziexc.com und ziex.top zu erreichen. Die Angebote kommen von einer angeblichen Angelika Luxemburger.

