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Schlimme Finger im März 2024 Vor diesen Finanzdienstleistern warnt die Bafin

Fingerzeig
Fingerzeig: Die Bafin warnt regelmäßig vor Regelstößen und Finanzbetrug. | Foto: Jessica Hunold mit Canva

Was an Regelverstößen und Betrugsversuchen am deutschen Finanzdienstleistungsmarkt vorkommt, dokumentiert regelmäßig die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Finanzaufseher haben stets den hiesigen Markt im Blick und geben dort, wo sie es für nötig erachten, Warnungen an Verbraucher heraus. Diese stehen zum einen auf der Internetseite der Bafin, zum anderen verschicken die Finanzaufseher sie auf Wunsch auch regelmäßig per E-Mail.

DAS INVESTMENT hat zusammengetragen, welche Warnungen die Bafin im abgelaufenen Monat März herausgegeben hat:

Finanzgeschäfte unter gestohlener Identität

Um zu verbergen, dass ihnen die Erlaubnis für Finanzgeschäfte fehlt, nutzen Betrüger häufig die Namen bestehender Unternehmen. Unter der geklauten Identität werden dann vermeintliche Finanzangebote unterbreitet:

So warnt die Finanzaufsicht vor der Website eblt-ag.com. Diese wird angeblich von der EBLT Vermögensverwaltung AG mit Sitz in der Schweiz, Dänemark und Deutschland betrieben. Hier wird der Eindruck erweckt, dass ein Zusammenhang mit der EBLT Vermögensverwaltung AG besteht, die allerdings inzwischen in Rüselbächli AG umbenannt wurde.

Auch die Raisin GmbH, die Raisin Bank AG sowie die Sutor Bank GmbH sind Opfer eines Identitätsmissbrauchs geworden. So behauptet Liberty KapitalPartner auf der Website libertykapitalpartner.com, dass er mit diesen bei der Bafin registrierten Banken zusammenarbeiten würde, was falsch ist. Auch die Website liberty-kapitalpartner.com gehört dem Betrüger.

Die Raisin Bank AG ist noch ein weiteres Mal Opfer eines Identitätsmissbrauchs geworden: So behauptet die Financial Asset Management Corporation auf ihrer Website famc-group.de, mit dieser sowie der „USA Bank“ zusammenzuarbeiten. Das ist jedoch nicht der Fall. Zudem ist laut Bafin vollkommen unklar, welches Kreditinstitut mit der Bezeichnung „USA Bank“ gemeint sein soll. Auffällig ist laut Finanzaufsicht jedoch, dass die Website famc-group.de in großen Teilen identisch ist mit derjenigen der libertykapitalpartner.com, vor der die Bafin bereits gewarnt hatte.

Ein Identitätsmissbrauch liegt auch bei der Berliner Catena Capital GmbH vor. Diese steht in keiner Verbindung mit der Website catena-kreditbank.com. Außerdem wird auf dieser Webseite behauptet, dass die Betreiber mit Qonto (Olinda Bank) zusammenarbeiten. Dies ist jedoch falsch, die Olinda-Zweigniederlassung Deutschland kooperiert nicht mit ihnen, hier lieg ebenfalls ein Identitätsmissbrauch vor.

Ebenfalls warnt die Bafin vor den Angeboten von Tago Festgeld. Das Unternehmen erweckt im Impressum den Eindruck, dass es sich um ein Projekt der Verwaltung Steinberger GmbH, Kerpen, handelt. Das ist jedoch falsch und es handelt sich um einen Identitätsmissbrauch. Zudem besteht der Verdacht, dass auf der Website tago-festgeld.news, auf die man beim Aufrufen der Website sowie tago-festgeld.de weitergeleitet wird, ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen angeboten werden.

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Ein weiterer Fall von Identitätsmissbrauch liegt bei der in Berlin ansässigen FMD Finanzen GmbH vor: Diese steht in keiner Verbindung mit der Website zinspro.de.

Die in Hamburg ansässige FFG Finanzcheck Finanzportale GmbH ist ebenfalls Opfer eines Identitätsdiebstahl geworden. So verwendet die SEGIT.ES24, Dortmund, auf der Website segites24.com in ihrem Impressum die Registriernummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und den Namen des Geschäftsführers des Hamburger Unternehmens.

Von einem Identitätsdiebstahl ist auch die in Berlin ansässige Matrix GmbH Fibu-Datenerfassung und Lohnabrechnung betroffen. Diese steht in keinerlei Verbindung mit der Website matrix-datenerfassung.net. Besonders perfide: Das betrügerische Unternehmen bietet Jobs an, bei denen die Tätigkeit darin besteht, Bankkonten mit dem Video-Ident-Verfahren zu eröffnen. Auf diesen Konten werden anschließend Gelder entgegengenommen und an Dritte weitergeleitet. Diese Gelder stammen vermutlich von Personen, die selbst Opfer krimineller Handlungen geworden sind. Die Bafin warnt deshalb: Privatpersonen, die Gelder entgegennehmen und an Dritte weiterleiten, können sich wegen des Betreibens unerlaubter Zahlungsdienste strafbar machen.

Ebenfalls ein scheinbar lukrative Jobangebote bietet angeblich die SMMS Vermögensmanagement GmbH an. Das Angebot als „Transaktionsverarbeitungs-Mitarbeiter*in (m/w/d) im Home-Office“ wird unter anderem auf der Website smms-finanzberatung.de veröffentlicht. Die SMMS Vermögensmanagement hat jedoch diese Stellenanzeige nicht verfasst und betreibt auch nicht die genannte Website. Hier liegt ein Identitätsmissbrauch vor.

Die Bafin warnt auch vor der Website lyxor.io: Hier wird die Identität der Lyxor Asset Management S.A. missbraucht. Diese seht in keinerlei Verbindung mit der Website.

Auch die Apollo Investment Holdco S.A. ist vermutlich Opfer eines Identitätsmissbrauchs geworden: Die ApolloKapital Ltd. Luxemburg behauptet auf ihrer Website apollokapital.com, ein Tochterunternehmen zu sein und nennt eine Handelsregisternummer. Laut Bafin gibt es hier jedoch keine Beziehung.

Eine falsche Identität verwendet auch die als internationaler Online-Broker ChomCapitals. Auf der Website chomcapitals.com sowie per Telefon und E-Mail werden ohne Erlaubnis die Eröffnung von Handelskonten angeboten und fremde Gelder entgegengenommen. Dabei wird der Eindruck erweckt, es handele sich um die von der Bafin beaufsichtige CHOM CAPITAL GmbH. Es besteht auch kein Zusammenhang mit der Website chomcapital.com.