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Schlimme Finger im Mai 2024 Vor diesen Finanzdienstleistern warnt die Bafin

Fingerzeig
Fingerzeig: Die Bafin warnt regelmäßig vor Regelstößen und Finanzbetrug. | Foto: Jessica Hunold mit Canva

Was an Regelverstößen und Betrugsversuchen am deutschen Finanzdienstleistungsmarkt vorkommt, dokumentiert regelmäßig die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Die Finanzaufseher haben stets den hiesigen Markt im Blick und geben dort, wo sie es für nötig erachten, Warnungen an Verbraucher heraus. Diese stehen zum einen auf der Internetseite der Bafin, zum anderen verschicken die Finanzaufseher sie auf Wunsch auch regelmäßig per E-Mail.

DAS INVESTMENT hat zusammengetragen, welche Warnungen die Bafin im abgelaufenen Monat Mai herausgegeben hat:

Finanzgeschäfte unter gestohlener Identität

Um zu verbergen, dass ihnen die Erlaubnis für Finanzgeschäfte fehlt, nutzen Betrüger häufig die Namen bestehender Unternehmen. Unter der geklauten Identität werden dann vermeintlich lukrative Finanzangebote unterbreitet:

Die Finanzaufsicht warnt vor Angeboten, die von der CMC Germany GmbH in Frankfurt am Main kommen. Diese Firma wird von JetaxTrade auf der Website jetaxtrade.pro als Adresse angegeben. Hier besteht jedoch kein Zusammenhang mit der lizensierten CMC Markets Germany GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main, deren Adresse verwendet wird. Es handelt sich hierbei um einen Identitätsdiebstahl.

Ebenfalls ein Identitätsdiebstahl liegt im Fall der Website wapinvest.de vor. Diese wird nicht von dem lizenzierten Wertpapierinstitut WAP Invest GmbH betrieben.

Die Finanzaufsicht warnt außerdem davor, ein vermeintlich lukratives Jobangebot als „Sachbearbeiter/in, Bürokoordinator/in und Process-Tester in der Verwaltung im Home-Office“ anzunehmen. Angeblich soll dies von der Prime Office Hanau GmbH stammen. Es wird auf den Websites clever-job.com und karriere-remote.com veröffentlicht. Doch die Prime Office Hanau GmbH mit Sitz in Pöcking hat entsprechende Stellenanzeigen nicht aufgegeben und betreibt auch nicht die genannten Websites. Ziel ist es laut Bafin, dass Geld über Konten der Arbeitssuchenden weitergeleitet werden soll. Aber Privatpersonen, die Gelder entgegennehmen und an Dritte weiterleiten, können sich wegen des Betreibens unerlaubter Zahlungsdienste strafbar machen, warnt die Bafin. Außerdem können die Personen, von denen das eingezahlte oder überwiesene Geld stammt, Rückzahlungsansprüche geltend machen. Darüber hinaus besteht laut Finanzaufsicht die Gefahr, dass die persönlichen Daten der Arbeitssuchenden missbraucht werden.

 

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Ebenfalls Opfer eines Identitätsdiebstahl wurde die FIDUS Finanz AG. Deren Firmierung und Handelsregisternummer werden auf der Website tagesanlage.de verwendet. Das Unternehmen Tagesanlage Finanzservice mit Sitz in Frankfurt am Main bietet dort angeblich Tagesgeldkonten bei europäischen Kreditinstituten an. Dadurch erweckt es den Eindruck, beaufsichtigt zu sein und mit lizensierten Banken zu kooperieren, was nicht der Fall ist.

Auch im Fall der Website euwax.ai liegt ein Identitätsdiebstahl vor. Der Betreiber tritt unter den Bezeichnungen Euwax GmbH sowie Euwax auf und vermittelt damit den Eindruck, dass es sich um ein Angebot der von der Bafin lizenzierten EUWAX Aktiengesellschaft handelt, was nicht der Fall ist.

Die Bafin warnt auch vor der Website pepperstone.vip. Diese wird nicht von dem lizenzierten Wertpapierinstitut Pepperstone GmbH betrieben.

Eine falsche Identität nutzt auch die Website alphascrypto.co. Der Betreiber AlphasCrypto wird nicht von der Bafin beaufsichtig und hat auch nicht mit dem von der britischen Financial Conduct Authority beaufsichtigten Unternehmen Alpha FX Limited und der in Deutschland lizensierten Alpha FX Europe Limited zu tun.

Eine falsche Identität benutzen auch die Betreiber der Website smartinvest24.com. Diese wird von der Ninety One Group Ltd. betrieben, die durch diese Namenswahl den Eindruck erweckt, mit der von der Bafin beaufsichtigten Ninety One Luxembourg S.A. – German Branch verbunden zu sein, was nicht der Fall ist.

Die Finanzaufsicht warnt ebenfalls vor Angeboten der Paragon M&A (Germany) GmbH und Paragon M&A Limited. Gegenüber Kunden treten die Unternehmen als Paragon Invest auf. Dabei geben sie die Website paragoninvest.net an. Als Geschäftssitze werden unter anderem Frankfurt am Main und München genannt. Dort ist die Gesellschaft jedoch nicht ansässig. Darüber hinaus verweist der Betreiber auf angebliche Einträge im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main sowie im britischen Unternehmensregister (Companies House). Diese Angaben sind jedoch falsch. Die Registerdaten können stattdessen den Gesellschaften Howden M&A (Germany) GmbH und Howden M&A Limited zugeordnet werden. Diese stehen jedoch nicht keinerlei Verbindung zu den vorher genannten Gesellschaften, weshalb auch in diesem Fall ein Identitätsmissbrauch vorliegt.

Auch die Verwaltung Steinberger GmbH mit Sitz in Kerpen und die Zoeller Holding GmbH mit Sitz in Sindelfingen sind Opfer eines Identitätsmussbrauchs geworden. Diese stehen in keinerlei Verbindung mit der Website steinberger-verwaltung.de und es besteht auch kein Zusammenhang mit der Steinberger Verwaltungs GmbH mit Sitz in Weikersheim. Das angeblich in Stuttgart ansässige Unternehmen bietet die Eröffnung von Tages- und Festgeldkonten bei ausländischen Banken sowie Anlageberatung an, für die allerdings keine Erlaubnis vorliegt.