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Schlimme Finger im November 2022 Vor diesen Finanzdienstleistern warnt aktuell die Bafin

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Die eCryptoStaff GmbH ist auch ohne Erlaubnis der Bafin unterwegs. Das Unternehmen gibt die Geschäftsanschrift Gottlieb-Olpp-Str. 14/5 in 72076 Tübingen an und behauptet, eine in München ansässige, lizenzierte Digital Asset Plattform zu sein. Dies sei laut der Aufsicht nicht zutreffend. Neben dem Betrieb der Website ecryptostaff.com gibt das Unternehmen Anlegern gegenüber an, angeblich als Tochtergesellschaft von Binance für die Abwicklung alter Depots bei der „BDSwiss Plattform“ zuständig zu sein. Für die Rückabwicklung der Depots falle eine Rückabwicklungsgebühr in Höhe von 5 Prozent an. Angesprochene erhalten für die angebliche Rückabwicklung per E-Mail ein als „Garantie“ bezeichnetes Vertragsdokument sowie eine Rechnung, so die Bafin.

Falsche Hilfsangebote

Manche Betrüger locken mit falschen Hilfsangeboten. So die angebliche Finanzaufsichtsbehörde des Solotransfers-Systems, die ihre Unterstützung bei der Rückführung verlorener Gelder von nicht-lizenzierten Online-Handelsplattformen anbietet. Die Bafin warnt: Verbraucher sollten sich keinesfalls auf dieses Angebot einlassen.

Die Aufsicht vermeldet zudem, dass Verbraucher vorsichtig sein sollen, sobald Unbekannte dabei helfen wollen, ein Konto bei einer Kryptobörse zu eröffnen. Dabei handelt es sich oftmals um Betrugsversuche. Meist wollen die Personen auf den Rechner der Betroffenen mithilfe einer Fernwartungssoftware zugreifen. Das sollten Verbraucher aber nicht zulassen. Sobald die Software auf dem Computer installiert ist, nutzen Kriminelle diese, um Konten beziehungsweise E-Wallets im Namen der Opfer zu eröffnen.

 

Mit fremden Federn geschmückt

Immer wieder nutzen Betrüger die Namen bekannter Unternehmen, um vermeintliche Finanzangebote zu unterbreiten. Diese Firmen mussten dieses Mal darunter leiden:

Unbekannte Dritte geben sich als Mitarbeiter der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG aus, um Privatpersonen den Erwerb von „Porsche-Aktien“ anzubieten. Dabei wird in Aussicht gestellt, illiquide Vermögenswerte/Wertpapiere aus dem Besitz von Kunden anteilig auf den Kaufpreis der „Porsche-Aktien“ anzurechnen, so die Aufsicht. Weder das Angebot noch die übersandten Unterlagen stammen jedoch von der Volkswagen AG, der Porsche AG oder einer Tochtergesellschaft.

Weitere unbekannte Personen tun so, als wären sie Mitarbeiter einer Finanzmarktaufsicht in Berlin. Der Bafin würden E-Mails von Betroffenen vorliegen, in denen die Kriminellen behaupten, dass sie mit der Osnabrücker Bundespolizei zusammenarbeiten und die persönlichen Daten der Betroffenen auf konfiszierten Festplatten von Kriminellen gefunden hätten. Um bei den Ermittlungen zu helfen, sollen die Kontaktierten weitere Informationen in einem Online-Formular angeben. In den E-Mails nutzen die Kriminellen sowohl den Name als auch das Logo der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) missbräuchlich. Zudem existiere keine Finanzmarktaufsicht mit Sitz in Berlin, so die Bafin.

Ein weiteres Opfer von Indentitätsdiebstahl ist die Warburg Invest AG: Betrüger geben sich unter der Website warburginvestment.com als Mitarbeiter der Gesellschaft aus. Ziel sei offenbar, die Kontaktierten zu Überweisungen zu bewegen, so die Bafin. Die Kontaktaufnahme erfolge telefonisch und per E-Mail. Hierbei verwenden die Kriminellen die Rufnummer: +49 69 247556254 und die E-Mailadresse: [email protected].

Die Zypriotische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (CySec) rät Verbrauchern zu besonderer Vorsicht bei der Kontaktaufnahme durch angebliche Mitarbeiter der CySec. Der Behörde sind mehrere Fälle bekannt, in denen Betrüger Anleger kontaktieren und sich als Mitarbeiter der zypriotischen Aufsicht ausgeben, um persönliche Daten der Anleger oder Gebühren von ihnen zu verlangen. Diese hingen meist mit angeblichen Schadensersatzansprüchen gegen Unternehmen zusammen, die von der CySec beaufsichtigt werden. In diesem Zusammenhang warnt die CySEC auch vor mehreren gefälschten Websites.

Betrug mit Aktien bekannter Firmen

In jüngster Zeit häufen sich Meldungen über Betrugsversuche, bei denen Aktien bekannter Unternehmen angeboten werden, heißt es von der Bafin. Die Käufer erhalten die Aktien jedoch nach Zahlung nicht, die Anbieter sind anschließend nicht mehr erreichbar. Für die Angebote fehlt in der Regel auch der Verkaufsprospekt, in einigen Fällen existieren die Aktien nicht einmal.

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