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Jupiter-Fondsmanager im Gespräch „Vorsicht bei China-Investments“

Jupiter-Fondsmanager Guy de Blonay
Jupiter-Fondsmanager Guy de Blonay: In China werfen – in einigen Fällen – Praktiken der Unternehmensführung Fragen auf.“ | Foto: Jupiter AM

DAS INVESTMENT: Herr de Blonay, welche Anlagen haben sich seit Auflegung Ihres Fonds besonders gelohnt?

Guy de Blonay: Investments in gewöhnliche Banken, die im Umfeld niedriger Zinsen großzügig Dividenden ausschütteten, waren ein kluger Schachzug. Außerdem leisteten die Zahlungsdienstleister Visa und Mastercard einen wichtigen Beitrag zur Performance. Während der Corona-Pandemie brachten vor allem Titel von Fintechs wie Adyen, Square und Paypal den Jupiter Financial Innovation voran.

Was macht gerade Paypal so aussichtsreich?

De Blonay: Rund 400 Millionen Menschen greifen auf den Online-Bezahldienstleister zu. Die Nutzerzahl kommt zwar nicht an die von Alipay und Wechat Pay heran, allerdings ist Paypal der größte Anbieter seiner Art in entwickelten Märkten. Er verfügt über eine gute Wettbewerbsposition im Angebotsbereich „Buy now pay later“ und erweitert seine „Super-App“ laufend um neue Funktionen, mit denen Nutzer ihre Finanzen verwalten können.

Unter Ihren Top-Titeln sind auch Blackstone, Morgan Stanley und Capital One.

De Blonay: Blackstone kommt die hohe Nachfrage nach alternativen Anlagen zugute. Breite Produktlinien und geografische Reichweite machen es dem Management der Investmentgesellschaft leicht, Mittel zu beschaffen. Morgan Stanley gibt ungefähr 10 Prozent der jährlichen Einnahmen für IT-Wartung und Innovation aus. Im Jahr 2020 erwarb die Investmentbank E*Trade, eine elektronische Handelsplattform für Aktien, Futures, ETFs, Optionen, Investmentfonds und festverzinsliche Wertpapiere. Um Trends aufzugreifen, richtete Morgan Stanley außerdem das wachsende Wealth-Management-Geschäft neu aus. Dieses Jahr verschaffte das Unternehmen als erste große US-Bank Kunden Zugang zu Kryptofonds. Capital One ist hauptsächlich im Kreditkarten und Autokredit-Geschäft tätig. Der Finanzdienstleister befindet sich in einem zyklischen „Sweet Spot“. Steigen Beschäftigungszahlen und Konsumausgaben, kommen Geschäfte der Kreditbranche in Schwung, die Kosten steigen aber nicht. Kürzlich rüstete Capital One auch technologisch auf, wodurch das operative Geschäft effizienter werden dürfte.

Sie legen vor allem in den USA an?

De Blonay: Ja, das Land stellt den größten Teil des Fintech-Sektors. In Übersee sind viele Experten angesiedelt, das amerikanische Rechts- und Patentsystem ist verlässlich, und der Finanzsektor schleust Mittel in aufstrebende Segmente. In Europa gibt es aber auch spannende Anlagemöglichkeiten.

Welche Rolle spielt China?

De Blonay: China ist international im mobilen Zahlungsverkehr und elektronischen Handel führend und galt lange Zeit als Hauptkonkurrent der USA. Im Reich der Mitte entstanden zuallererst große Fintechs, die das gesamte Spektrum der Finanzdienstleistungen vom Zahlungsverkehr über Kreditvergabe bis hin zu Versicherungen und Vermögensverwaltung abdecken. Seit einigen Jahren lassen wir in China jedoch Vorsicht walten. Anleger sollten abwarten, ob regulatorische Maßnahmen das Innovationstempo dort bremsen. Außerdem werfen – in einigen Fällen – Praktiken der Unternehmensführung Fragen auf.

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