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Quintessence Strategy Dynamic Woher die 494 Prozent Zuwachs kommen

Franz Schulz managt den Quintessence Strategy Dynamic.
Franz Schulz managt den Quintessence Strategy Dynamic.

Seit Auflegung am 11. Dezember 1995 schaffte der Quintessence Strategy Dynamic (ISIN: LU0063042229) von Franz Schulz und Thomas Gerber ein Plus von 494 Prozent. Auf Sicht der vergangenen drei Jahre ist die Performance des Fonds mit 12,3 Prozent pro Jahr überdurchschnittlich. Und doch wiegt er nur rund 20 Millionen Euro.

Bei der Analyse blickt Fondsmanager Schulz intensiv auf die Qualität eines Unternehmens. Er steigt erst ein, wenn das Management ein solides Geschäftsmodell und ein langfristig hohes Ertragspotenzial vorweisen kann. „Außerdem muss ein Konzern flexibel genug sein, um auf Änderungen im Markt reagieren zu können.“ Gleichzeitig will er sich nur Large Caps angeln. Marktenge Titel kommen nicht ins Portfolio.

Nachvollziehbar ist bei diesem Kriterienkatalog, dass Schulz und Gerber die Zahl der Titel bei 30 deckeln. Jeder einzelne, der es aber durch den Filterprozess schafft, darf sich der Zuneigung der beiden Fondsmanager lange erfreuen. Auf mindestens fünf Jahre beziffert Schulz die Mindestanlagedauer. Und er ist überzeugt: „Es gibt genügend große, qualitativ hochwertige Unternehmen mit Wachstumspotenzial. Unsere Beschränkung diszipliniert und schafft Transparenz.“

Die Finanzkrise gab den Anstoß: Banken meidet Schulz seit 2008. „Es ist ein grundsätzliches Problem. Banken haben Schwierigkeiten, mit ihrem traditionellen Geschäft Geld zu verdienen.“ Wie sieht es mit der ähnlich gelagerten Versicherungsbranche aus? „Hier sind wir ebenfalls grundsätzlich vorsichtig. Aber wir können uns vorstellen, bei dem einen oder anderen Titel einzusteigen, sobald es passen sollte.“

Das Bewertungsmodell besteht aus vier Indikatoren: dem Trend, dem Bewertungs-, dem Länder- und dem Ausfallrisiko. Schulz und Gerber halten in ihrer Dynamic-Strategie nur Aktien und Cash. „Da müssen die Weichen auf Wachstum stehen, wenn wir investieren sollen.“ Überraschungen hat Schulz hier nicht in petto: Für IT, Pharma und hochwertige Konsumgüter spürt er kräftigen Rückenwind. Und diesen hat er in den vergangenen Monaten ausgiebig genutzt. Die Cash-Quote liegt zurzeit bei gerade einmal 5 Prozent. „Im Regelfall haben wir 10 bis 15 Prozent des Vermögens in der Kasse. Schließlich wollen wir schnell reagieren können, wenn sich eine gute Chance ergibt.“

Schnäppchenjager also? „Nein, auf Value achten wir nicht so sehr, wie man vielleicht meinen könnte“, sagt Schulz. „Eine niedrige Volatilität erscheint uns da wichtiger.“ Für die vergangenen fünf Jahre liegt diese bei bemerkenswerten 11,8 Prozent. Aktuell sind Roche, Fortescue Metals und Novo Nordisk die größten Positionen im Fonds. Die laufenden Kosten liegen bei 1,97 Prozent.

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