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Freizeitvergnügen im südkoreanischen Seoul: Die asiatischen Märkte bieten 2020 ein im Vergleich mit Industrieländern höheres Gewinnwachstum bei zugleich niedrigeren Bewertungen, schätzt man bei Fidelity International | © Getty Images Foto: Getty Images

Wachstum, Zinsen, Inflation

Was die Märkte 2020 bewegt

2020 dürfte die Weltwirtschaft zu einer weichen Landung ansetzen, meint Wen-Wen Lindroth, Lead Cross Asset Strategist bei Fidelity – zumindest solange der Handelsstreit nicht eskaliert. „Die lockere Geldpolitik vieler Zentralbanken und die gute Beschäftigungslage, die zu großer Zuversicht bei vielen Verbrauchern führt, können helfen, eine Rezession in den großen Volkswirtschaften vorerst abzuwenden“, ist Lindroth überzeugt. In den USA rechnet sie mit einem Wachstum von 1,9 Prozent, und selbst für das schwächelnde Europa erwartet sie einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts um 1,0 bis 1,5 Prozent. Die Zinsen verharren hier im Dauertief und der Ruf in einigen Ländern nach fiskalischen Impulsen könnte lauter werden. „In China 2020 wird sich das Wachstum nach unseren Prognosen verlangsamen, allerdings kontrolliert durch gezielte staatliche Stimulus-Maßnahmen“, sagt Lindroth und erwartet auch für die Schwellenländer insgesamt 2020 ein solides Wachstum, Anleger sollten jedoch länderspezifische Risiken meiden.

Aktien: Unternehmensgewinne steigen wieder, vor allem in Asien

Von der Konjunktur dürfte den Aktienmärkten also nicht allzu viel Ungemach drohen. „Die Unternehmensgewinne sollten die Talsohle verlassen“, sagt Romain Boscher. Nach einer Nullrunde 2019 erwartet der Global CIO für Aktien an den Aktienmärkten weltweit ein Gewinnwachstum von rund acht Prozent. „Allen politischen Turbulenzen zum Trotz ist es sinnvoll, sich als Investor auf die Gewinne zu konzentrieren, da diese die Kursentwicklung mittelfristig wesentlich bestimmen – auf Zehnjahressicht zu 80 bis 90 Prozent“, so Boscher. Nach der Zurückhaltung der Anleger 2019 erwartet er, dass der Ertragshunger die Anleger wieder an die Aktienmärkte treibt und für einen leichten Aufwärtstrend sorgt. Er bevorzugt Qualitätstitel und hält im Falle einer Wachstumsbelebung ein Comeback der Value-Aktien und der zyklischen Werte für möglich. Banken wertet er als Verlierer der Zinspolitik.

Einen besonderen Blick verdienen die asiatischen Märkte. „Sie bieten aus unserer Sicht 2020 verglichen mit Industrieländern ein vergleichsweise hohes Gewinnwachstum bei zugleich niedrigeren Bewertungen“, sagt Paras Anand, Head of Asset Management Asia Pacific bei Fidelity. Eine sorgfältige Auswahl hält er jedoch für wichtig: „Im Jahr 2020 könnte es in Asien zur großen Rotation an den Märkten kommen, und auch innerhalb der einzelnen Märkte erwarten wir eine gewisse Rotation.“ Zum Beispiel dürften in China die Renditeerwartungen bei Investments in Unternehmen aus den beliebten Technologie- und Konsumsektoren sinken, während der Ausblick für andere Branchen besser ausfallen könnte.

Anleihen: Blick in die Schwellenländer

Die Anleihemärkte stehen weiter im Zeichen von Niedrig- oder gar Negativzinsen. „Nach Einschätzung von Steve Ellis werden die Zinsen in den USA niedrig bleiben und in Europa vielleicht noch weiter in den Minusbereich fallen. Der CIO für Anleihen erwartet daher eine Abwanderung von Anlegern in renditestärkere Anleihesegmente. Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern und insbesondere asiatische Hochzinsanleihen scheinen ihm in diesem Umfeld verlockend. „Wir vertrauen chinesischen Anleihen, die Anlegern respektable Renditen bieten. Zwar nimmt Chinas Gesamtverschuldung weiter zu, sie bleibt aber vorerst beherrschbar“, so Ellis. Bei Schwellenländerwährungen rät er allerdings zur Vorsicht, ein starker US-Dollar könnte ihnen auch 2020 das Leben schwer machen. Als weiteres attraktives Segment stuft er inflationsindexierte Anleihen ein, denn der Markt unterschätzt seiner Ansicht nach den Preisauftrieb.

Immobilien: Setzt sich der Zyklus fort?

Die niedrigen Zinsen beeinflussen ebenfalls die Immobilienmärkte in Europa und haben die Preise nach oben getrieben und die Renditen nach unten. „2020 könnte sich der aktuelle Zyklus fortsetzen. Dann werden die Immobilienrenditen, auch wenn sie manch einem Anleger niedrig erscheinen mögen, weiterhin einen Aufschlag gegenüber anderen Anlageklassen, insbesondere Anleihen, bieten“, sagt Neil Cable, Head of European Real Estate. Auch wenn der Markt dieses Szenario für recht wahrscheinlich hält, sieht Cable aber auch die Möglichkeit, dass eine unerwartete Entwicklung die Märkte erschüttert und die Kapitalwerte von Immobilien in den Keller schickt. Als ein weiteres Risiko erachtet er den Rückzug von asiatischen Investoren aus Europa. Ein leicht reflationäres Umfeld hingegen käme Anlegern zugute: „Immobilien bieten in der Regel Schutz vor einem Anstieg der Teuerungsrate. Damit können sie im Jahr 2020 Diversifizierungsvorteile und stabile Renditen vereinen“, so Cable.

Multi Asset: Taktische Anlagen außerhalb der USA

Gerade in unsicheren Zeiten können Multi-Asset-Strategien ihre Stärken beweisen. „Sie bieten die Chance, durch taktische Allokationen neue Renditequellen zu erschließen und sich vor Risiken zu schützen. Dabei macht die aktuelle Lage deutlich, wie wichtig eine gute Diversifizierung ist“, sagt Andrew McCaffery. Der CIO für Alternatives and Solutions bei Fidelity sieht beispielsweise durchaus Risiken in den USA, nachdem sich das Land in den vergangenen Jahren als ganz wesentlicher Treiber für Konjunktur und Kapitalmärkte etabliert hat. „2019 haben die Konsumenten eine Rezession in den USA verhindert. Inzwischen mehren sich jedoch die Anzeichen dafür, dass die Beschäftigung bald ihren Zenit erreicht“, so McCaffery. Auch eine Nominierung von Elizabeth Warren als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten könnte für Unsicherheit an den Märkten sorgen. „Anlagen in Vermögenswerte außerhalb der USA, vor allem in Schwellenländern und Europa, sowie in alternative Investments können in diesem Umfeld hilfreich sein“, erwartet McCaffery.

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