Der Weltaktienindex MSCI ACWI legte 2025 um gut 8 Prozent zu – aus Sicht eines Euro-Anlegers. Was auf den ersten Blick solide wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung eine ernüchternde Wahrheit: Aus zweistelligen Kursgewinnen in Lokalwährung wurde durch Währungsverluste eine einstellige Euro-Rendite.
Sebastian Dörr, Kapitalmarktanalyst des Multi Family Office HQ Trust, zerlegte für seine Untersuchung die Jahresrendite des MSCI All Country World Index in ihre Einzelteile. Zum einen nach Regionen und Währungen: Welcher Teil der Rendite stammte aus Nordamerika, Europa, dem Pazifikraum und den Schwellenländern – und welchen Einfluss hatten Wechselkurse? Zum anderen nach Sektoren: Welche Branchen trieben 2025 die Wertentwicklung, welche bremsten?
Nordamerika dominiert – in Lokalwährung
Mit einem Plus von 12,7 Prozent dominierte Nordamerika einmal mehr die Wertentwicklung. Aktien aus den USA und Kanada waren auch 2025 die mit Abstand stärkste Triebfeder der globalen Aktienmärkte – allerdings nur in Lokalwährung gerechnet.
Aus Sicht eines Euro-Anlegers machte der schwache US-Dollar einen großen Teil der Aktiengewinne wieder zunichte. Aus 12,7 Prozent Zuwachs wurden magere 3,1 Prozent. Der Währungseffekt kostete Euro-Anleger damit fast 10 Prozentpunkte Rendite.
Im Vergleich zur starken US-Performance blieben für die anderen Regionen erneut nur Nebenrollen. Die Schwellenländer kamen auf ein Plus von 3,2 Prozent, Europa auf 2,9 Prozent und die Pazifikregion auf 1,5 Prozent. Berücksichtigt man die Währungseffekte, schnitten alle Regionen noch etwas schlechter ab. Insbesondere in den Emerging Markets und der Pazifikregion fraßen Währungsverluste einen guten Teil der Rendite auf.
Technologie bleibt Spitzenreiter
Im Sektorvergleich lieferte Technologie mit 3,0 Prozent erneut den größten Beitrag zur Gesamtrendite des MSCI ACWI. Auch der Finanzsektor (2,4 Prozent), Kommunikation (1,4 Prozent) und Industrie (1,1 Prozent) trugen positiv bei.
Die defensiven Sektoren schwächelten dagegen: Zyklischer Konsum, Basiskonsumgüter und Immobilien belasteten die Performance mit negativen Beiträgen.
Dax: Drei Sektoren schultern den Index
Der Blick auf die Sektoren, die den Dax antrieben, fällt recht einseitig aus: Die Aktien aus dem Bereich Industrie standen mit einem Anteil von 52 Prozent für mehr als die Hälfte des Indexzuwachses. Dahinter folgen der Finanzsektor mit 34 Prozent und die Versorger, die noch für knapp 7 Prozent des Dax-Gewinns verantwortlich waren.
Sieben der 40 Dax-Aktien standen für 76 Prozent der Rendite: Siemens Energy, Allianz, Rheinmetall, Siemens, Deutsche Bank, Airbus und die Commerzbank. Rund die Hälfte der Aktien – 18 von 40 Titeln – trugen nichts zum Indexgewinn bei, weil die Papiere entweder auf der Stelle traten oder sogar im Minus landeten.
Timing war entscheidend
Christian Subbe, CIO bei HQ Trust, fasst die Ergebnisse zusammen: „Die USA und Technologie hatten in 2025 wie erwartet die Nase vorn, aber eben nur in Lokalwährung – und das Timing war entscheidend.“
Anleger sollten im Blick behalten, dass sich Währungstrends schnell ändern können. „Was heute Rendite kostet, kann morgen zum Gewinnbringer werden“, sagt Subbe. Wer langfristig investiert und breit streut, mindert solche Schwankungen und erhöht die Chance auf stabilen Vermögensaufbau.
Ausblick: Technologie bleibt im Fokus
Für 2026 bleibt Subbe optimistisch, was die technologische Transformation angeht: „Investoren werden auch in 2026 nicht an US-Technologie vorbeikommen. Vermutlich wird es aber einen Favoritenwechsel geben und weitere Profiteure des Trends eher die Nase vorne haben.“
Ein positiver Rückenwind durch entsprechende fiskalische und monetäre Unterstützung bleibe erhalten. „Die USA werden auch weiter für Steuerfeuer sorgen, sodass wir ein sehr wechselhaftes Jahr erwarten können“, so der CIO. Eine breite Diversifikation über Regionen, Sektoren und Währungen hinweg bleibt unverzichtbar.

