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Unabdingbare CO2-Speicher Mit Forstinvestments das Klima schützen und Rendite ernten

Jägerin hält den Verbiss im Wald klein
Jägerin hält den Verbiss im Wald klein: Forstinvestments können zur Diversifizierung des Portfolios ebenso beitragen wie zur Verbesserung der CO2-Bilanz. | Foto: Imago Images / Panthermedia

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, muss der Atmosphäre CO2 entzogen werden – das betont auch das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), besser bekannt als Weltklimarat. Neben neuen Technologien spielen dabei natürliche Kohlenstoffkreisläufe und naturbasierte Lösungen eine wichtige Rolle.

Wälder sind von zentraler Bedeutung für den globalen Kohlenstoffkreislauf. Sie sind so etwas wie die „Lungen der Erde“: Im Einklang mit den Jahreszeiten nehmen sie CO2 auf und setzen es frei.

Durch die Entwaldung wird dieser Kreislauf unterbrochen. Es gelangt Kohlendioxid in die Atmosphäre und es gibt zu wenig Bäume, um es wieder zu speichern. Der Schutz alter Wälder und die Wiederaufforstung können dazu beitragen, den gespeicherten Kohlenstoff zu erhalten beziehungsweise die Fähigkeit der Natur zu stärken, ihn wieder abzubauen.

Waldinvestments als CO2-Ausgleich

Jüngste Forschungen haben ergeben, dass die Wälder weltweit zwischen 2001 und 2019 durch natürliches Wachstum der Atmosphäre jährlich etwa 7,6 Gigatonnen CO2 entzogen haben. Das ist eine starke Bilanz – zumal sie zusätzlich zum Erhalt der biologischen Vielfalt und der Verbesserung des Wassermanagements beitragen.

Vor diesem Hintergrund ändert sich die Dynamik der Anlageklasse Wald. Traditionell wurde sie als eine Quelle vorhersehbarer Cashflows betrachtet, die mit Produkten wie Holz, Zellstoff und Papier erzielt werden. Forstinvestments kamen im Portfolio primär als Absicherung gegen die Inflation zum Einsatz.

Jetzt sind Wälder zu einem wichtigen Mittel geworden, um den Kohlenstoff-Fußabdruck auszugleichen. Zusätzlich können nachhaltig bewirtschaftete Wälder biobasierte Produkte liefern, die die Abhängigkeit von emissionsintensiven Materialien verringern. Das gilt zum Beispiel für Brettsperrholz, das in Gebäuden anstelle von Stahl, Beton oder Kunststoffen zum Einsatz kommen kann.

Darüber hinaus können Gutschriften für den Ausgleich von Emissionen generiert werden: Anleger können sich die durch ihre Waldinvestitionen erzielten Kohlenstoffausgleiche anrechnen lassen und so die Emissionen in ihren Portfolios verringern. Überschüssige Gutschriften könnten wiederum an Dritte verkauft werden.

CO2-Kompensationspreise dürften deutlich steigen

Der Markt für Kohlenstoffkompensationen aus Wäldern könnte bis 2050 ein Volumen von 800 Milliarden US-Dollar erreichen. Angetrieben wird er von Investoren und Unternehmen, die unvermeidbare Emissionen kompensieren möchten. Das Research-Haus BloombergNEF prognostiziert, dass die Kompensationspreise von heute durchschnittlich 2,50 US-Dollar auf 215 US-Dollar pro Tonne im Jahr 2030 steigen könnten.

Es ist jedoch wichtig, dass die Waldkohlenstoffgutschriften sorgfältig und nachprüfbar nach anerkannten Standards generiert werden. Nur so lässt sich eine tatsächliche CO2-Verringerung gewährleisten. Ansonsten besteht das Risiko von Projekten schlechter Qualität und sogenannter „Schrottgutschriften“, die in der Vergangenheit eine Belastung für den Kompensationsmarkt darstellten. Dagegen helfen sollten Initiativen, die das Vertrauen stärken, darunter die Taskforce on Scaling Voluntary Carbon Markets.

 

Eine weitere Bedrohung für die Kohlenstoffkompensationen und die Dauerhaftigkeit der CO2-Speicherung stellen Waldbrände wie jüngst in Frankreich und ganz Europa dar. Sie müssen bei der Konzeption wirksamer Kompensationsprojekte berücksichtigt werden.

Eine strategische Vermögensaufteilung

Es wird nicht ausreichen, lediglich durch die Reduzierung der CO2-Emissionen von Großunternehmen eine Netto-Null-Bilanz zu erreichen. Trotz aller Bemühungen wird es aufgrund der bestehenden technologischen Beschränkungen weiterhin unvermeidbare Emissionen geben. Daher werden erhebliche Investitionen in die (Wieder-)Aufforstung und andere naturbasierte Lösungen entscheidend sein.

Aus unserer Sicht stellt die Forstwirtschaft eine strategische Anlageklasse dar, in der institutionelle Anleger aber unterrepräsentiert sind. Derzeit sind rund 100 Milliarden US-Dollar in die Forstwirtschaft investiert. Zum Vergleich: Bei Private Equity sind es rund 4 Billionen US-Dollar.

Unserer Ansicht nach können Forstinvestments zur Portfoliodiversifizierung beitragen. Sie bieten die Aussicht auf positive Renditen durch den Anstieg des CO2-Preises und durch die wachsende Nachfrage nach Holz aus nachhaltigen Quellen – wie die jüngst steigenden Preise für den Rohstoff zeigen.

Forstwirtschaft bietet ungenutztes Potenzial

Bei Investments in Wälder müssen die Chancen und Risiken des traditionellen Verkaufs von Forstprodukten sowie der Veräußerung von Kohlenstoffkompensationen berücksichtigt werden. Dies gilt vor allem in den Schwellenländern, da 71 Prozent des ungenutzten CO2-Bindungspotenzials in tropischen Ökosystemen liegen. Ebenfalls gilt es, künftige politische Entwicklungen rund um die Forstwirtschaft zu beachten.

Insgesamt sind wir der Meinung, dass die Forstwirtschaft ein erhebliches ungenutztes Potenzial und eine Chance für Investoren darstellt – sowohl zur Diversifizierung von Portfolios als auch zur Unterstützung der Bemühungen zur Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.