Ulrich Sperl, Fondsmanager

Ulrich Sperl, Fondsmanager

Wandelanleihen: Fast wie ein Aktieninvestment, aber mit Risikopuffer

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Keine Angst vor dem Unbekannten

Der Markt für Wandelanleihen bleibt auch 2013 attraktiv. Die Emissionstätigkeit war bereits 2012 sehr rege und für 2013 sehen wir eine Fortsetzung dieses Trends. Wandelanleihen sind jedoch für einige Anleger bisher eine eher unbekannte Anlageklasse, die zudem erklärungsbedürftig ist: Eine Wandelanleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier eines börsennotierten Unternehmens, das nach Wahl des Investors in eine bestimmte Zahl von Aktien umgetauscht werden kann. Wird dieses Recht nicht ausgeübt, wird sie wie eine einfache Anleihe am Laufzeitende zurückgezahlt.

Einer der größten Vorteile des Investments: Anleger können über Wandelanleihen an steigenden Aktienmärkten teilnehmen, der Anleihecharakter begrenzt jedoch das Risiko bei fallenden Aktienkursen. Über den Daumen gepeilt partizipieren Anleger mit Wandelanleihen langfristig zu circa zwei Dritteln an einem Aktienaufschwung, fallen die Aktienkurse, geben die Anleihekurse in der Regel nur zu rund einem Drittel nach.

Rückblickend war die Entwicklung im Wandelanleihesektor in den letzten zwölf Monaten deutlich positiv. Einerseits wurde dies bedingt durch die aussichtsreichen Aktien- und Kreditmärkte, andererseits durch die vormals starke Unterbewertung des Anlagesegments. Inzwischen ist der Markt wieder weitestgehend normal bewertet. Das weltweite Volumen in Wandelanleihen beläuft sich auf etwa 500 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen gut 200 Milliarden auf die USA und etwa 125 Milliarden auf Europa.

Historisch bedingt stechen vor allem drei Märkte hervor: Japan, die Schweiz und Frankreich. In diesen Ländern sind die Marktteilnehmer seit Jahren sehr vertraut mit Wandelanleihen. Emittenten von Wandelanleihen sind häufig Unternehmen mit einer relativ hohen Volatilität in ihren Aktien, die derzeit vor allem aus den Sektoren Technologie, Rohstoffe und Immobilien stammen.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Seit Jahresbeginn hält dieser Aufwärtstrend an: Der globale Markt für Wandelanleihen hat bereits jetzt eine Wertentwicklung von etwa fünf Prozent erzielt. Generell ist die Situation an den Märkten derzeit eher unsicher. Die Kernfragen sind: Setzen sich deflationäre Entwicklungen oder die Zentralbanken mit ihrer Politik des leichten Geldes durch? Führt die expansive Geldpolitik gar zu Inflationsdruck? Wandelanleihen sind ein ideales Instrument, um sich in diesem Spannungsfeld zu positionieren, ohne alles auf eine Karte zu setzen.
Zum Autor: Ulrich Sperl ist Fondsmanager der Wandelanleihefonds UBS Convert Global und UBS Convert Europe.

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