Felix Hufeld (l.) ist Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Detlev von Larcher ist Mitglied der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte.

Felix Hufeld (l.) ist Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Detlev von Larcher ist Mitglied der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte.

Warnung vor neuer Bankenkrise

„Bafin-Chef verteilt Beruhigungspillen“

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Großbanken sind gefährlich unterkapitalisiert, um ein Vielfaches 'too big to fail', also zu groß zum Scheitern, sowie zu eng untereinander verflochten. „Dem globalen Finanzsystem droht mit dieser Ausgangslage eine noch größere Krise als 2008“, sagte Detlev von Larcher von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte.

Damit widerspricht der Verein Bafin-Präsident Felix Hufeld, der in einem aktuellen Interview das Risiko einer Bankenkrise wie 2008 für gering erklärte. Attac wertet das zeitliche Zusammenfallen des Interviews mit der Versicherung der Deutschen Bank, alle Verbindlichkeiten bedienen zu können, im Gegenteil als Alarmzeichen.

„Der Bafin-Chef verteilt nicht zufällig gerade jetzt Beruhigungspillen“, kommentiert Detlev von Larcher. „Er behauptet, wir stünden heute viel besser da als damals, und begründet dies mit Floskeln wie dem Hinweis, das Herzstück des Finanzsystems sei Vertrauen. Auf Fakten geht er nicht ein. Stattdessen erklärt er das Geschäft der Fonds mit den hochriskanten Coco-Anleihen für notwendig und die Finanzindustrie für reguliert. Das ist Chuzpe.“

Riskante Spekulation weiterhin Geschäftsmodell von Großbanken

Die Deutsche Bank zeige exemplarisch, dass die riskante Spekulation mit Aktien, Derivaten und anderen Wertpapieren immer noch das vorherrschende Geschäftsmodell vieler Großbanken ist. Viele internationale Großbanken seien massiv unterkapitalisiert.

Die mit Basel III angestrebte maximale Verschuldungsgrenze von nur drei Prozent sei völlig unzureichend. Attac fordert daher, sie mittelfristig auf 20 bis 30 Prozent anzuheben. Zudem sollten Eigenkapitalvorschriften nicht durch interne Risikomodelle kleingerechnet werden können.

Attac fordert, Großbanken zu zerteilen, das Investmentbanking vom Kundengeschäft zu trennen und die Verflechtung der Banken zu reduzieren. Zudem tritt der Verein seit seiner Gründung für eine Finanztransaktionssteuer ein. Ziel sei es, „den hochriskanten elektronischen Hochgeschwindigkeitshandel an den Finanzmärkten zu stoppen“.

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