Bert Flossbach Foto: Jochen Rolfes

Scoring-Modell Warum Bert Flossbach 500.000 Euro an FDP und Grüne spendet

Bert Flossbach, Mitgründer der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, will im laufenden Wahlkampf 500.000 Euro an zwei Parteien spenden – die FDP und die Grünen. Im Interview mit der Tageszeitung Kölner Stadt-Anzeiger erläuterte der branchenbekannte Vermögensverwalter und Investor seine Gründe.

„Wir brauchen jetzt Aufbruchstimmung und mehr Optimismus“, so Flossbach. Wegweisend seien für ihn Themen, die die „Zukunftsfähigkeit des Standortes“ Deutschland betreffen. Neben Ökologie und Klimaschutz sei das vor allem das Thema Rente. Auf dem Gebiet halte er eine schnelle Reform für unabdingbar: „Das wird wahrscheinlich schon in der neuen Legislaturperiode ein großes Thema werden.“ Neben dem bisherigen staatlichen Umlagesystem, das an seine Grenzen stoße, plädiere er für eine kapitalgedeckte Altersvorsorge. „Schweden und Norwegen taugen da durchaus als Beispiele“, findet Flossbach.

Er habe sich lange mit den nun vorgelegtem Parteiprogrammen befasst und dabei die Pläne etwa zu Bildung, steuerlicher Belastung, Sicherheit, Effizienz oder Umweltschutz miteinander verglichen. Mithilfe eines Scoring-Modells habe er die Auswirkungen der Programmpunkte auf den zu erwartenden Erfolg bewertet. „Ich habe gemacht, was ich als Unternehmensanalyst tagtäglich tue“, so Flossbach. „Die gleiche Analyse könnte man auch zu Alphabet oder BMW machen.“

Auf der Basis habe er sich entschieden, Geld an zwei Parteien zu spenden. Als Vollblutinvestor will Flossbach die Summe allerdings nicht gleichmäßig verteilen, sondern hat auch hierfür eine spezielle Asset-Allokation ausgetüftelt: 431.500 Euro sollen an die FDP gehen, 68.500 Euro die Grünen erhalten.

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