BNY-Mellon-Fondsmanagerin Ilga Haubelt

Am Ende doch Dividende

Warum der BNY Mellon Global Equity Income wieder zurückkommt

„Misery loves Company“ oder auch „When it rains, it pours“ – an blumigen Umschreibungen für mitunter förmlich an den Füßen klebendes Pech fehlt es der englischen Sprache nicht. Die Erfahrung, dass ein „hassle“ selten allein kommt, musste 2020 auch die zur Bank of New York Mellon gehörende Londoner Investmentboutique Newton machen. Sie verlor im Frühjahr mit Nick Clay nicht nur den Team-Leiter für globale Dividendenaktien und Manager des BNY-Mellon-Vorzeigefonds Global Equity Income (ISIN: IE00B3V93F27), sondern kurz darauf drei weitere Mitarbeiter: Andrew MacKirdy, Robert Canepa-Anson and Colin Rutter folgten ihrem früheren Vorgesetzten zu dessen neuem Arbeitgeber RWC Partners.

Nahezu zeitgleich wirbelte das Corona-Virus die Aktienmärkte durcheinander. Weil in der Folge etliche Unternehmen auf Druck der Aufsichtsbehörden ihre Ausschüttungen kürzten oder sogar ganz strichen, zog die im Mai einsetzende Börsenerholung an Dividendenfonds fast völlig vorüber. Viele Anleger verloren daraufhin die Geduld, das Volumen des BNY Mellon Global Equity Income hat sich in den ersten zehn Monaten des Jahres glatt halbiert. Und als wäre all dies nicht schon des Schlechten genug, senkten auch noch die Analysten von Morningstar den Daumen: Sie trauen dem derart gerupften Klassiker künftig keine überdurchschnittliche Entwicklung mehr zu.

Wie schon zuvor unter Clay zeichnen derzeit mit Ilga Haubelt, Rob Hay, Paul Flood und Jon Bell insgesamt vier Manager für den 2010 aufgelegten Fonds verantwortlich, unterstützt von weiteren 13 Branchen-Spezialisten. Haubelt kommt von der Sparkassen-Tochter Deka und betreute dort den Deka Dividendenstrategie (DE000DK2CDS0), Flood und Bell managen auch den BNY Mellon Global Multi-Asset Income (IE00BF423C94). Seit seinem Amtsantritt hat das Quartett unter anderem diverse Beteiligungen in von der Pandemie besonders betroffenen Bereichen des Konsum-Sektors verkauft und stattdessen den Anteil an Industrie- und Finanztiteln erhöht. Im mit knapp 20 Prozent noch immer recht prominent gewichteten Technologie-Sektor plant das Team zudem weitere Gewinnmitnahmen. „Die enormen Bewertungsaufschläge für Covid-19-Gewinner werden nicht von Dauer sein“, sagt Haubelt – und darf sich vom jüngsten, von ersten Erfolgsmeldungen an der Impf-Front befeuerten Favoritenwechsel an den Börsen bestätigt fühlen.

Die Formkurve zeigt wieder nach oben

Der BNY-Mellon-Klassiker performt wieder – hat aber die Schrittmacher-Rolle in seiner Kategorie an den Fidelity Global Dividend abgegeben

Quelle: Morningstar

Einen über die Sommermonate im Depot mit durchgeschleppten Dividendenfonds ausgerechnet jetzt zu verkaufen, ist also vermutlich eine eher schlechte Idee. Ob sich der lange Zeit zu den Spitzenreitern dieses Genres gehörende BNY Mellon Global Equity Income unter neuer Leitung gegen Platzhirsche wie den DWS Top Dividende (DE0009848119) oder aufstrebende Konkurrenten wie den Fidelity Global Dividend (LU0731782404) behaupten kann, muss das neue Jahr zeigen. Zunächst bleibt er aber einer jener 100 Fondsklassiker, deren Entwicklung DAS INVESTMENT regelmäßig verfolgt.

Abschied nehmen heißt es dagegen nach der obligatorischen halbjährlichen Überprüfung von zwei anderen Mitgledern dieses illustren Kreises. So macht ab der nächsten Ausgabe der Lloyd Global Multi Asset Selection (DE000A1WZ2J4) dem ebenfalls von Markus Wedel verwalteten und mittlerweile im Vertrieb wieder frei verfügbaren Lloyd WHC Global Discovery (DE000A0YJMG1) Platz. Für den nur noch 90 Millionen Euro schweren und wie der BNY Mellon Global Equity Income von einem Managerwechsel betroffenen EdR Emerging Bonds (LU1160351034) rückt im Anleihe-Segment der jüngst 20 Jahre alt gewordene und ein Volumen von 11 Milliarden Euro aufweisende Fünf-Sterne-Fonds Schroder Euro Corporate Bond (LU0113257694) nach.

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