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Sozialpolitik in Deutschland Warum die Aktienrente allein nicht als Altersvorsorge reicht

Bundeskanzleramt in Berlin
Bundeskanzleramt in Berlin: Die Ampel-Koalition plant eine Aktienrente. Privat fürs Alter vorzusorgen wird zwar bereits seit Jahren als Ergänzung der gesetzlichen Rente empfohlen – doch zu selten umgesetzt, weiß Finanz-Coach Jens Rabe. | Foto: Da7de / Pixabay

Mit der neuen Regierung soll auch das Thema Altersvorsorge neu aufgerollt werden – in Form der sogenannten Aktienrente. Das klingt zunächst nach positiven Nachrichten, allerdings sollte man sich nicht zu früh freuen. Ich bin mir aber sicher, dass die Politik zu wenig Geld in die Hand nimmt, um ihren Plan möglich zu machen. In folgendem Gastbeitrag erkläre ich, was hinter der geplanten Aktienrente steckt und warum man seine Altersvorsorge besser selbst in die Hand nimmt.

Der Plan der Koalition

Deutschland wird künftig von einer Ampel-Koalition regiert. Diese neue Regierung plant innerhalb der kommenden vier Jahre rund 10 Milliarden Euro in die sogenannte Aktienrente fließen zu lassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich entspannt zurücklehnen kann. Denn noch immer leiden wir unter dem demografischen Wandel, der uns in Gegenwart und Zukunft insbesondere bei der Verteilung der Renten große Schwierigkeiten bereiten wird.

Die momentane Situation

Die aktuelle Gesellschaft wird immer älter. Dabei sah das noch vor einem halben Jahrhundert anders aus: Damals war jene Altersgruppe am stärksten vertreten, in der sich junge und erwerbsfähige Menschen befanden. Bis heute ist dagegen die Anzahl der Senioren erheblich gestiegen – das ist natürlich eine gute Nachricht, denn wer wünscht sich nicht einen langen und gesunden Lebensabend? Für die Rentenverteilung ergeben sich daraus jedoch fatale Folgen.

Noch vor einem halben Jahrhundert lag die Zahl jener Menschen, die das 85. Lebensjahr erreichten, bei nicht ganz 150.000 Personen. Dieser Wert hat sich bis heute mehr als verdreifacht. In weiteren 20 Jahren, werden wir schon etwa 600.000 Senioren alleine in dieser Altersgruppe haben. Demgegenüber nimmt die Zahl der jungen Menschen ab.

Die gesetzliche Rente wird über ein sogenanntes Umlagesystem eingesammelt und ausbezahlt. Das bedeutet: Erwerbsfähige Menschen bezahlen heute die Rente der jetzigen Senioren. Genauso wie die Rente der Senioren in einigen Jahren von der nachkommenden Generation gewährleistet wird. Das, was die jungen Arbeitenden einzahlen, fließt nicht an sie selbst zurück.

Die Probleme des aktuellen Systems

Dadurch, dass die Bürger immer älter werden, kommen zu wenige junge Leute nach, die die Rente der Senioren sichern können. Diese Tendenz ist bereits seit Jahren erkennbar. Das Umlagesystem lohnt sich eben nicht mehr, wenn der Anteil der Rentner in der Gesellschaft weiterhin anwächst.

Daher wird seit vielen Jahren die private Altersvorsorge als Absicherung neben der gesetzlichen Rente empfohlen, doch auch hier darf man sich nicht vom schönen Schein trügen lassen. Wer in zehn oder 20 Jahren aus dem Berufsleben ausscheidet, wird nur etwa 70 Prozent seines gegenwärtigen Nettolohns als Rente erhalten. Das genügt oft nicht, um den über Jahre und Jahrzehnte hinweg erworbenen Lebensstil aufrechtzuerhalten.

Gleichzeitig legen sich die Menschen aber zu wenig Geld zurück. Einerseits, weil sie die Gefahren der zu geringen Rente noch immer unterschätzen. Andererseits ist es aber heute kaum jemandem zuzumuten, 30 Prozent seines Nettoeinkommens jeden Monat zu sparen, um damit in einigen Jahren die eigene Rente aufzustocken. Genau das wäre aber nötig, um die Einnahmen konstant zu halten.

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