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Investments in Asien

Warum die Bullen in Fernost einen Lauf haben könnten

Am 12. Februar 2021 hat in China das Jahr des Ochsen begonnen – ein Jahr, nachdem Covid-19 sich weltweit seinen Weg bahnte. Der Ochse ist das zweite der chinesischen Tierkreiszeichen, die sich im 12-Jahres-Zyklus jährlich ablösen. Und er erscheint zu einer Zeit, in der unter Anlegern erhöhte Unsicherheit über das Tempo des zukünftigen Weltwirtschaftswachstums herrscht. Doch während eine vollumfängliche globale Erholung noch auf sich warten lässt, zeigen sich in Asien bereits Lichtblicke.

Was der Übergang von der Krise zur Erholung für die Vermögensallokation bedeutet

Stephen Tong, Franklin Templeton

Stephen Tong, Portfoliomanager bei Franklin Templeton Investment Solutions: Über das Tempo der globalen Konjunkturerholung gehen die Meinungen auseinander. Sie wird wahrscheinlich ungleichmäßig verlaufen, insbesondere zwischen der östlichen und der westlichen Welt. Wir gehen davon aus, dass sich Asien in einer grundsätzlich besseren Position befindet und insbesondere China auf dem Weg zu einer starken Erholung mit anschließendem stetem Wachstum ist.

Die Zentralbanken rund um den Globus halten an ihrer lockeren Geldpolitik mit niedrigen Zinssätzen fest. Wir sind beeindruckt von den gezielten Stimulierungsmaßnahmen, insbesondere in China. Die People's Bank of China (PBOC) senkte im vergangenen Jahr ihre Mindestreserveanforderungen für Banken. Dadurch konnten diese leichter Kredite vergeben, um den am schlimmsten vom Virusausbruch betroffenen Unternehmen zu helfen.

Chinesische Aktien hatten zuletzt einen guten Lauf. Wir erwarten, dass unterbewertete Titel weiterhin Chancen bieten. Bei festverzinslichen Wertpapieren werden wir noch selektiver als in der Vergangenheit vorgehen müssen. Die Kombination aus niedrigen Laufzeitprämien und einer weiterhin lockeren Geldpolitik sorgt für ein herausforderndes Umfeld für Anleiheanleger. Allerdings haben sich die Fundamentaldaten der Schwellenländer, insbesondere in Asien, in den vergangenen Monaten verbessert: Die anziehende Auslandsnachfrage gleicht die anhaltende Schwäche der Binnennachfrage in einigen Volkswirtschaften aus. Unserer Ansicht nach könnten Schwellenländeranleihen in lokaler Währung deshalb attraktiver werden.

Ideales Umfeld für asiatische Währungen

Desmond Soon, Western Asset Management

Desmond Soon, Head of Investment Management, Asia (ex-Japan) Portfoliomanager bei Western Asset Management: Generell sehen wir asiatische Währungen und Lokalwährungsanleihen sehr positiv. Während die Zuflüsse in asiatische US-Dollar-Anleihen im Laufe des vergangenen Jahres deutlich zugenommen haben, hinkten Papiere in Lokalwährung hinterher. Wir gehen daher von Aufholpotenzial aus.

Eine Reihe asiatischer Staaten sind Nettogläubigernationen. Das heißt: Sie investieren mehr in andere Länder als andersherum. Da die westlichen Länder ihre Schulden monetarisieren, um ihre Konjunktur zu stützen, werden die asiatischen Volkswirtschaften und ihre Währungen unserer Ansicht nach 2021 ein „Sweet Spot“ sein, verfügen also über hervorragende Voraussetzungen. Das gilt insbesondere für Währungen aus Ländern mit starkem Exportwachstum. Die Containerpreise in der Region sind bereits in die Höhe geschnellt, insbesondere in chinesischen Häfen. Das verdeutlicht die Stärke der Ausfuhren. Dennoch sind wir der Meinung, dass Schwellenländeranleihen in lokaler Währung von den Anlegern nach wie vor unterschätzt werden.

Die schiere Größe des chinesischen Anleihemarktes hat zu einer steigenden Nachfrage nach speziellen chinesischen Anleihefonds geführt. Dazu kommt der interessante Renditeaufschlag: 10-jährige chinesische Staatsanleihen rentieren aktuell mit mehr als 3 Prozent, während ein US-Papier mit entsprechender Laufzeit knapp mehr als 1 Prozent bietet.

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