Die Unbeugsamen Warum die Fondsgesellschaft MFS mehr ist als ein Geheimtipp
Langfristiges Investieren ist ein Grundpfeiler der Unternehmensphilosophie. Das klingt erst einmal weder aufregend noch besonders. MFS lebt dies jedoch vor und ist Mitglied mehrerer Initiativen, die in unserer schnelllebigen Welt die langfristige Perspektive beim Investieren fördern wollen. Dazu zählt etwa FCLT Global (Focusing Capital on the Long Term), die Research und Instrumente entwickelt, um langfristiges Investieren zu unterstützen. MFS drängt seine Investment-Teams daher auch nicht zu kurzfristigen Erfolgen. Die Incentivierung etwa erfolgt auf Grundlage der langfristigen Performance. Ein weiteres Merkmal der Bostoner Fondsgesellschaft ist ihre ungebrochene Treue zum aktiven Management.
Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern lässt sich MFS nicht vom Kostendruck in die Enge treiben und zeigt passiven Vehikeln wie Indexfonds und ETFs nach wie vor die kalte Schulter. Das verantwortungsvolle Managen von Kundenkapital, das sich MFS seit Anbeginn auf die Fahnen geschrieben hat, funktioniert nach Ansicht der Gesellschaft nur mit aktiven Strategien. Basis dafür ist eine hauseigene Research-Plattform.
Schon 1932 gründete die Gesellschaft eine der ersten Research-Abteilungen im US-Fondsgeschäft. Mitte der 1990er begann MFS dann, sein weltweites Know-how durch Investment-Center vor Ort zu stärken. Zunächst hat es ein Team in London aufgebaut, es folgten Standorte in Metropolen des asiatisch-pazifischen Raums, in Lateinamerika und Kanada.
Quellen: Morningstar, MFS Investment Management
Mittlerweile hat MFS neben dem Hauptsitz in Boston Research-Center in acht Städten weltweit, in denen rund 300 Investment-Experten analysieren und bewerten – und sich nicht nur innerhalb des Standorts austauschen, sondern auch auf internationaler Ebene. In diesem gemeinschaftlichen Vorgehen sieht MFS eine weitere wichtige Zutat zum langfristigen Performance-Erfolg. „Wir haben sehr gute Leute. Aber wirklich entscheidend ist es, diese auch zusammenzubringen, sodass sie ihre Ideen teilen können“, sagt Michael Roberge, Vorstandsvorsitzender (CEO) von MFS.
Ein Beispiel zeigt, wie dies in der Praxis funktionieren kann: Ein Aktienanalyst in Toronto erfuhr, dass eine Minengesellschaft, in deren Aktien MFS investiert hatte, ihre Verschuldung halbieren wollte, und gab diese Information an einen Anleiheanalysten in Boston weiter. Dieser erkannte die Chance auf ein Upgrade der Bonds wegen der enormen Senkung der Schuldenlast und hat daraufhin den Zukauf der Anleihen der Gesellschaft empfohlen, was die Fondsmanager dann umgesetzt haben. Nicht Silo-Denken, sondern Team-Arbeit zählt, und wird sogar mit Bonuszahlungen belohnt.
