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Schwellenländeranleihen Warum passive Strategien oft das Ziel verfehlen

Warum passive Strategien oft das Ziel verfehlen
| Foto: BARINGS

Streuung der Wertentwicklung

Schwellenländeranleihen scheinen vor einer neuen Welle von Herausforderungen zu stehen. Dazu gehören COVID-bedingte Störungen, die zu einer höheren aktuellen Inflation beigetragen haben, sowie regulatorische Maßnahmen in China und die Aussicht auf steigende Zinsen in den Industrieländern. Die Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf von sowohl Lokalwährungsanleihen als auch Staatstiteln in Hartwährung spiegelt diese zunehmende Unsicherheit wider: Beide Anlageklassen sind auf Indexebene rückläufig.

Wie so oft verbergen sich hinter den Renditen auf Indexebene jedoch die enorme Vielfalt, Komplexität und erhebliche Streuung der Performance von Emittent zu Emittent. So liegen die Staatsanleihen der Schwellenländer insgesamt in diesem Jahr leicht im Minus, aber die Renditen einiger Länder waren deutlich positiver (oder negativer) als die anderer. Eine ähnliche Streuung der Performance haben wir bei den lokalen Schuldtiteln festgestellt. Auch wenn der Index seit Jahresbeginn rückläufig ist, gab es sowohl positive als auch negative Beiträge. Länder wie Indonesien, Südafrika und China trugen beispielsweise jeweils 30-40 Basispunkte zur Indexperformance bei, während Kolumbien, Brasilien und Thailand die Performance erheblich beeinträchtigten.[1]

Ein Missverständnis sowohl im Bereich der Staatsanleihen als auch der lokalen Anleihen besteht darin, dass die größten Länder im Index den größten Beitrag zur Performance leisten. Unabhängig von der Gewichtung eines Landes kann es jedoch einen großen Beitrag zur Gesamtrendite leisten oder diese erheblich beeinträchtigen. Im Bereich der lokalen Schuldtitel besteht der Index beispielsweise aus weniger Ländern und größeren Gewichtungen pro Land, die von 0 % bis etwa 10 % reichen. In der Realität sind Länder wie Brasilien und Südafrika jedoch ähnlich gewichtet, obwohl die beiden Länder in diesem Jahr sehr unterschiedlich zur Performance beigetragen haben.

Die Nachbildung des Index kann schwierig sein – und teuer
 

Cem Karacadag, Head of
Emerging Markets
Sovereign Debt

Ein erfolgreiches passives Management basiert auf der Prämisse, dass ein relevanter Index der Anlageklasse genau und kosteneffizient nachgebildet werden kann, was bei Schwellenländeranleihen nicht unbedingt der Fall ist – insbesondere nicht bei Lokalwährungsanleihen, bei denen nicht nur durch die Nachbildung des Index Kosten (Handelskosten) verursacht, sondern auch Kosten in Form von lokalen Steuern auf Staatsanleihen anfallen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass börsengehandelte Fonds (ETFs) aus Schwellenländeranleihen wie der Index in der Regel ein geringeres Engagement bei einer großen Zahl von Ländern haben, was bedeutet, dass sie oft in die besten (sowie in die schlechtesten) Länder für Staatsanleihen investiert sind.
Aktive Manager hingegen sind nicht durch den Index eingeschränkt und haben daher die Möglichkeit, nicht nur die „faulen Äpfel“ zu vermeiden, die es bisweilen in diesem Bereich gibt, sondern auch im Vergleich zum Index größere Positionen in Ländern mit positiven Trends einzugehen.

Passive Strategien verfehlen oft das Ziel
 

Ricardo Adrogué, Head of
Global Sovereign Debt
and Currencies

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht nicht überraschend, dass passive Strategien im Laufe der Zeit tendenziell schlechter abgeschnitten haben als der Durchschnitt aktiver Strategien (Abbildung 4). Bei Staatsanleihen beispielsweise haben aktiv verwaltete Strategien auf 1-Jahres-, 2-Jahres-, 3-Jahres- und 5-Jahres-Basis besser abgeschnitten als passive Strategien, in einigen Fällen sogar deutlich. Ähnlich verhält es sich mit Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern, bei denen passive Strategien eine deutlich und durchgängig schlechtere Wertentwicklung als aktive Strategien erzielt haben.

Abbildung 1: Aktives vs. passives Investieren in Staatsanleihen und Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern

 

Staatsanleihen aus Schwellenländern

Quelle: Morningstar. Stand: 30. September 2021. Der durchschnittliche Fonds von Staatsanleihen aus Schwellenländern umfasst 37 aktiv verwaltete Fonds. Der durchschnittliche Fonds von Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern umfasst 28 aktiv verwaltete Fonds.

Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern

Quelle: Morningstar. Stand: 30. September 2021. Der durchschnittliche Fonds von Staatsanleihen aus Schwellenländern umfasst 37 aktiv verwaltete Fonds. Der durchschnittliche Fonds von Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern umfasst 28 aktiv verwaltete Fonds.

Zentrale Erkenntnis

Der Aufschwung ist sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern in vollem Gange, und wir glauben, dass die Wachstumsstory der Schwellenländer auf einem soliden Fundament steht. Die fiskalpolitische Schlagkraft der Industrieländer hält die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen aus den Schwellenländern aufrecht. Auch der Welthandel belebt sich inzwischen wieder, was der Anlageklasse zusätzliche Unterstützung bieten dürfte.
Angesichts der stark gestreuten Wertentwicklung bei Schwellenländeranleihen kommt es jedoch auf die Kredit- und Länderauswahl an, die die Performance auch in Zukunft entscheidend beeinflussen wird. Unserer Überzeugung nach sind aktive Manager, die ihre Hausaufgaben machen und das Risiko auf Länderbasis genau bewerten, wohl am besten gerüstet, um Länder, Zinsen und Währungen ausfindig zu machen, die am meisten von der anhaltenden Erholung sowie vor dem Hintergrund etwaiger Unsicherheit profitieren dürften.

Scope Award Gewinner 2022

Barings ist Gewinner des 2022 Scope Award “Bester Asset Manager” im Bereich Emerging Markets Debt:
„17 Milliarden US-Dollar verwaltet der Gewinner mit insgesamt 21 Spezialisten im Bereich Renten Emerging Markets. Das Volumen der beiden größten Fonds im Segment liegt jeweils deutlich im Milliardenbereich. Beide sind mit Bestnoten von Scope versehen. Die Scope Analysten überzeugte darüber hinaus das Zusammenspiel zwischen quantitativen und qualitativen Aspekten im Investmentprozess.” (Scope)

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Dieser Artikel soll professionellen Anlegern lediglich zur Information dienen. Er enthält keine Angebote für Wertpapiere, Produkte, Dienstleistungen, Fonds oder für irgendwelche von Barings, LLC (Barings) oder von mit Barings verbundenen Unternehmen geförderte Investmentprodukte oder Fonds. Die von den Autoren des Artikels erörterten Informationen spiegeln deren eigenen Ansichten wider und entsprechen nicht notwendigerweise den tatsächlichen Informationen über Fonds oder Investmentprodukte, die von Barings oder von den mit Barings verbundenen Unternehmen verwaltet werden. Weder Barings noch die mit Barings verbundenen Unternehmen übernehmen irgendeine Garantie für deren Richtigkeit und Vollständigkeit und haften nicht für nutzungsbedingte unmittelbare Schäden oder Folgeschäden. INVESTITIONEN BERGEN RISIKEN. DIE BISHERIGE PERFORMANCE IST KEIN VERLÄSSLICHER INDIKATOR FÜR KÜNFTIGE ERGEBNISSE21-1934754

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[1] Quelle: J.P. Morgan. Stand: 30. September 2021.

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