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Dach drüber Warum Vermittler gern unter Haftungsdächer schlüpfen

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Der Rechtsanwalt Alexander Pfisterer-Junkert berät Vermittler unter anderem zum Thema Haftungsdächer. Er empfiehlt: Wer mit einem Haftungsdach liebäugelt, sollte sich dieses im Vorfeld genau ansehen. Auch auf weniger offensichtliche Aspekte lohnt sich ein Blick: Stimmt die Bonität des Haftungsdachs? Immerhin schließt der Vermittler alle Geschäfte auf fremde Rechnung ab. Darf der Vermittler seine Kunden bei Bedarf auch unter ein anderes Haftungsdach mitnehmen? Formal gehören die Bestände dem Haftungsdach. Schlimmstenfalls verbiete es eine Vertragsklausel, die Kunden nach einem Wechsel noch zu kontaktieren. „Hier lohnt es sich, aufmerksam zu sein“, mahnt Pfisterer-Junkert. Darüber hinaus sollten Vermittler auch prüfen, mit welchen Depotbanken das Haftungsdach zusammenarbeitet. Müssten erst Depots umziehen, weil das Haftungsdach keine entsprechenden Verträge unterhält, könne das Kunden verärgern. „Haftungsdächer bieten meist standardisierte Verträge an“, weiß Pfisterer-Junkert. In seiner Praxis kontrolliere er regelmäßig, ob Verträge auch den Branchengepflogenheiten entsprechen. Seine Beobachtung: „Wer sich an ein bekanntes, kapitalstarkes Dach wendet, trifft dort in der Regel auf ein anständiges Bedingungswerk.“

Der Bauch- und Nasenfaktor

„Ich hatte eine klare Vorstellung, was ich anbieten und wie ich arbeiten wollte“ – Jörg A. Kienle, damals noch bei einer Bank und später bei einem Finanzdienstleister beschäftigt, wollte sich selbstständig machen. Über den Tipp eines ehemaligen Kollegen kam er auf Haftungsdächer. „Ich wollte alles beraten dürfen, sonst hätte ich mich auch einem Maklerpool anschließen können“, erinnert sich Kienle. Ein Spezialgebiet Kienles ist der Derivate-Handel an der Terminbörse Eurex.

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Der Anlageprofi sah sich das Hamburger Haftungsdach NFS Netfonds und einen weiteren Anbieter an. „Die Kostenkonditionen miteinander zu vergleichen ist nicht leicht“, findet Kienle. Er habe auch keine ganze Liste von Haftungsdächern abtelefoniert. Über seine Entscheidung für NFS sagt er: „Es war ein Bauch- und Nasenfaktor dabei.“

In seinem neuen Berufsleben wollte Kienle nicht mehr nach Vertriebsvorgaben arbeiten – was funktioniert hat. „Bei Fragen stößt man bei NFS auf offene Ohren“, findet er. Und: „Man wird auch ohne Milliarden an Assets under Management ernst genommen und wertgeschätzt.“ Ein wichtiger Faktor sei ihm der kompakte technische Zugang gewesen: „Ich wollte nicht über Schnittstellen in 27 verschiedene Richtungen kommunizieren müssen.“ Das zentrale CRM-Tool bündelt alle Leistungen. Das breite Spektrum, das sich über Netfonds abwickeln lässt – auch Versicherungsgeschäft und Vermögensverwaltung – sei ihm wichtig gewesen.

Im Januar 2017 machte sich Kienle mit der KFM Kienle Finanz-Manufaktur selbstständig. Das Koblenzer Unternehmen verwaltet inzwischen eine dreistellige Anzahl an Depots, Ende 2021 soll der fünfte Mitarbeiter dazukommen. Bei dem Netfonds-verbundenen Vermögensverwalter Hamburger Vermögen berät Kienle eigene Vermögensverwaltungsstrategien. Darüber hinaus betreut er ein Anlageportfolio für ein berufsständisches Versorgungswerk.

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