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Sarah Peasey im Gespräch Was COP26 für die Fondsindustrie bedeutet

Sarah Peasey von Neuberger Berman
Sarah Peasey von Neuberger Berman: Die ESG-Expertin schaut optimistisch in die Zukunft der Fonds-Anbieter. | Foto: Neuberger Berman

Das Investment: Frau Peasey, vor wenigen Tagen endete die COP26. Wie lautet Ihr Fazit?

Sarah Peasey: Es war eine sehr ehrgeizige Agenda, wohl die ehrgeizigste, die wir seit Paris 2015 gesehen haben. Bei der COP25 in Madrid schien das Ziel, 1,5 Grad zu erreichen, fast unmöglich zu sein. Doch was Glasgow geboten hat, ist ein guter Orientierungspunkt und ein Weg zu Netto-Null.

Das hört sich optimistisch an. Doch es gibt auch Kritik an den Ergebnissen. Was muss aus Ihrer Sicht nun geschehen?

Peasey: Wenn wir uns auf 1,5 Grad einstellen, müssen wir die gesamte Weltwirtschaft in weniger als 30 Jahren umgestalten. Und dabei müssen wir gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilität aufrechterhalten. Den Energiehunger Entwicklungsländer gilt es im Blick zu behalten. Der Übergang zu saubereren Energiesystemen erfordert erhebliche Veränderungen in der Technologie, in der Politik und im Verhalten der Verbraucher.

Läuft uns nicht die Zeit davon?

Peasey: Es wird sicherlich knapp. Und die großen Unterschiede zwischen den Nationen sind nach wie vor offensichtlich. Aber COP26 hat die größten Kohlendioxid-Emittenten der Welt in die Pflicht genommen und zu mehr Ehrgeiz gezwungen.

Inwiefern?

Peasey: Die beiden größten Kohlendioxid-Emittenten der Welt, USA und China, haben eine Kooperation in der Klimapolitik vereinbart. Sie sagten zu, aus der Kohle auszusteigen und den Methanausstoß zu begrenzen. Zudem wollen sie es bis 2030 schaffen, dass keine Wälder mehr gerodet werden. Es ist also noch nicht alles verloren, aber die harte Arbeit beginnt jetzt erst richtig.

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