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Stefan Böttcher managt den Frontier-Market-Fonds Magna New Frontiers für Fiera Capital. | © Fiera Capital

Was da los ist

Neuer Anlauf für den Magna New Frontiers

Hohes Wachstum und eine nur geringe Korrelation zu den Aktienmärkten der Industrie- und Schwellenländer – das waren in den vergangenen Jahren stets die Argumente, mit denen Anlageberater ihren Kunden den Kauf eines Frontier-Markets-Fonds schmackhaft gemacht haben. Beides ist nicht falsch, ganz im Gegenteil. Trotzdem gab und gibt es immer wieder Phasen, in denen Investoren alle Märkte über einen Kamm scheren. Ganz zu schweigen von den besonderen Risiken, die mitunter in auf der Börsen-Karte etwas abseits gelegenen Ländern wie Argentinien, Kasachstan oder Nigeria lauern können.

Beides bekamen Anleger 2018 beim Magna New Frontiers zu spüren. Bereits im Laufe des Frühjahrs geriet der von Stefan Böttcher gemanagte Fonds unter Druck, weil sich mit Argentinien eine der damals größten Länderpositionen gänzlich anders entwickelte als erhofft. Die im vierten Quartal einsetzende Ausverkaufsstimmung an den Börsen machte dann auch vor im Prinzip aussichtsreichen Märkten wie Vietnam oder Kuwait nicht halt, am Jahresende stand ein Minus von 12 Prozent. Damit nicht genug: Der so gepriesene fehlende Gleichlauf mit dem Rest der Welt machte sich ausgerechnet Anfang 2019 bemerkbar, als die führenden Indizes zu einer breiten Erholung ansetzten. Deshalb hinkt der Magna New Frontiers im laufenden Jahr sowohl dem MSCI World als auch dem MSCI Emerging Markets hinterher.

Böttcher zeigt sich jedoch überzeugt, dass dies nicht lange so bleibt. „Wir erwarten für 2019 deutlich steigende Kurse“, betont der gebürtige Hamburger mit Dienstsitz London. Sein Optimismus stützt sich im Wesentlichen auf zwei Säulen. Die erste heißt Vietnam, die mit rund 22 Prozent größte Ländergewichtung im Magna New Frontiers. Erst vor wenigen Wochen hat Böttcher eine Investoren-Konferenz in Saigon besucht und dort „Euphorie pur“ erlebt: „Hunderte von Fondsmanagern aus der ganzen Welt waren angereist.“ Das Interesse hält er für absolut gerechtfertigt, schließlich gebe es in Vietnam eine Vielzahl von Unternehmen, die bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von um die 10 ein Gewinnwachstum von 20 Prozent oder mehr aufwiesen.

Ein-Jahres-Vergleich: Grenzmärkte ohne Glanz

                                  Quelle: Morningstar

Ungewohntes Bild: Seit März 2018 läuft der Magna New Frontiers schlechter als internationale Aktienfonds und Schwellenländer-Aktienfonds.

Ein Problem seien zwar die nach wie vor gültigen Restriktionen für Ausländer, die beim Kauf häufig Umwege erforderlich machten und teils für erhebliche Aufgelder sorgten. Früher oder später rechnet Böttcher jedoch mit einer Liberalisierung – die es ihm bei einigen Titeln ermöglichen würde, die bis dato an-gesammelten stillen Reserven aufzulösen.

Als zweite Säule nennt Böttcher Saudi-Arabien. Die Aufnahme des Landes in die Emerging-Market-Indizes von MSCI und FTSE Russell setzt seinen Schätzungen zufolge mehr als 50 Milliarden US-Dollar in Bewegung, die dort bis Ende 2020 neu angelegt werden. Dadurch rücke die im vergangenen Jahr für internationale Entrüstung sorgende Ermordung des Regime-Gegners Jamal Khashoggi mehr und mehr in den Hintergrund. „Aus moralischer Sicht mag es bedauerlich sein, aber die Märkte haben ein kurzes Gedächtnis“, kommentiert der Fondsmanager.

Die im Magna New Frontiers zeitweise auf null heruntergefahrene Börse in Buenos Aires hat Böttcher inzwischen wieder mit 5 Prozent gewichtet. „Argentinien wird der beste oder der schlechteste Markt 2019“ spielt er auf den Ausgang der Parlamentswahlen im Oktober an – je nachdem, ob am Ende der wirtschaftsfreundliche Staatspräsident Mauricio Macri oder seine mutmaßliche Herausforderin Cristina Kirchner gewinnt.

Nur wenige Auswirkungen hatte die jüngste Schwächephase auf das Volumen des Magna New Frontiers, es bewegt sich weiter in der Nähe der als Obergrenze definierten Marke von 500 Millionen Euro. Rabattierte Käufe sind deshalb bis auf weiteres nur im Rahmen von vor Februar 2018 abgeschlossenen Sparplänen möglich.

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