Uwe Zimmer (Gastautor)Lesedauer: 2 Minuten

Kryptowährungen Was denn nun – Kauf- oder Verkaufkurse?

Abgeordnete in San Salvador stimmen für das Bitcoin-Gesetzt
Abgeordnete in San Salvador stimmen für das Bitcoin-Gesetzt: Bitcoin wird als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen | Foto: Imago images / Agencia EFE

Manch ein Investor, auch große institutionelle, stiegen beim zweiten großen Kursanstieg in den Markt der Kryptowährungen ein. Mancher verdiente noch Geld, mancher musste mitansehen, wie das eigene Investment oder das seines Arbeitgebers dahinschmolz. Gerade für eine neue Anlageklasse entschieden und schon Verluste? Schlechtes Timing.

Doch auf den Kursrückgang folgte der Wiederaufstieg. Glanzvoll und kraftvoll ging es nach oben. Und wer sich eben noch vor den Anlageausschussrunden lieber krankmeldete, war plötzlich wieder der erste im Raum – oder im Zoom. Kryptowährungen kletterten, aber nicht alle Investoren wollten mitklettern. Manch einer stellte seine Positionen glatt, kaum dass ein kleines oder mittelgroßes Plus das Investment zierte. Im Anstieg kam es zu Gewinnmitnahmen, die Kurse stagnierten.

Und dann fallen sie. Zehn Prozent ging es wieder einmal bergab, eigentlich noch moderat angesichts der immer wieder beobachteten Volatilität. Die Kryptoskeptiker schreiben und reden erneut den Anfang vom Ende der ihrer Meinung nach völlig überteuerten und eigentlich sowieso wertlosen Coins und Token herbei. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die den Bitcoin bei 150.000 US-Dollar noch 2021 sehen und den Ether bei 10- oder 20.000 US-Dollar.


Wer kurzfristig die Nase vorn behält ist schwer zu sagen. Doch langfristig haben eher die Krypto-Optimisten Recht. Denn wo die Skeptiker seit Jahren dasselbe Lied singen und die Kryptos als Ganzes für untauglich und wertlos halten, entwickelt sich die andere Seite. So entwickeln sich Bitcoin, Ether & Co. stetig weiter, verwenden neue Formen der Kontrolle und Verifizierung, verringern ihren Energieverbrauch, schaffen neue Einsatzmöglichkeiten – und werden immer mehr eingesetzt.

Nicht dass ein Staat wie El Salvador zu den Schwergewichten der Welt zählt. Nicht, dass die Nachfrage aus dem kleinen mittelamerikanischen Staat den Preis des Bitcoins wirklich nach oben ziehen könnte. Und doch ist der kleine Staat ein Beispiel dafür, wie weit eine dezentrale, unkontrollierte, stark schwankende und nur virtuell existierende Währung kommen kann. Offizielles Zahlungsmittel eines Landes, neben dem US-Dollar übrigens. Ein kleiner Ritterschlag zumindest.

Und während also die Skeptiker mehr oder weniger reg- und ratlos auf die Vollendung ihrer Mission warten, dem endgültigen Absturz der Kryptos, entwickelt sich auf der anderen Seite ein lebendiges, buntes und sehr munteres Universum aus Transparenz und Technik  liebenden Nerds, NFT-produzierenden Künstlern, ambitionierten und erfolgreichen Geschäftsmodellen und ernsthaften Investoren. Zusammen sind sie stärker als die Ewigkritiker – und das wird die Kurse der Kryptos auch wieder treiben.

Uwe Zimmer
Foto: Z-Invest

Über den Autor: Uwe Zimmer ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Z-Invest.

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