Geldpolitikerin Christine Lagarde Foto: imago images / Xinhua

Bericht über Fonds

Was die Esma zu Liquiditätsproblemen ermittelt hat

Die europäische Finanzaufsicht Esma hat sich angesehen, wie Investmentfonds für Unternehmensanleihen und Immobilien mit sogenannten Liquiditätsschocks zurechtkommen. Damit reagiert sie auf einen Rat des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken.

Der empfahl am 6. Mai, dass man sich stärker mit den Liquiditätsrisiken von Investmentfonds befassen sollte. Besonders hohe Priorität hätten die Anlageklassen Unternehmensanleihen und Immobilien, heißt es. Die Finanzaufsicht Esma legte los – und jetzt ihren Bericht vor. Sie können ihn hier herunterladen

Hintergrund ist der, dass einige Märkte im Corona-Crash ziemlich verspannt reagierten. An- und Verkaufsmargen öffneten sich, die Umsätze an den Börsen nahmen ab. Gesellschaften schlossen zwangsläufig Fonds und lehnten es ab, Geld an Anleger zurückzuzahlen. Das betraf insbesondere jene Anleihesegmente, die es schon in der Finanzkrise 2008 ziemlich schwer hatten, zum Beispiel Hochzinsanleihen.

Selbst die Börsenkurse einiger Indexfonds (ETFs) mit Unternehmensanleihen hätten sich ungewöhnlich weit vom tatsächlichen Wert ihrer Anleihekörbe entfernt, heißt es vom Risikoausschuss.

Jetzt kommt die Esma allerdings zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Fonds im Großen und Ganzen ihre Arbeit gut fortsetzen konnten. Selbst unter dem Druck, Geld zurückzuzahlen, oder in Phasen mit Bewertungsunsicherheiten. Nur eine überschaubare Zahl an Fonds musste schließen, die große Mehrheit konnte ihre Anleger auszahlen.

Die Esma schränkt aber ein:

Diese Ergebnisse sollten mit Vorsicht interpretiert werden, da sich der mit der Covid-19-Pandemie verbundene Rückzahlungsschock über einen nur kurzen Zeitraum erstreckt, in dem bedeutende staatliche und zentralbankinterne Interventionen Märkte stützten, in die diese Fonds investieren. Darüber hinaus wiesen einige Fonds aufgrund ihrer Liquiditätsausstattung mögliche Liquiditätsschieflagen auf, die behoben werden sollten. Dies gilt insbesondere für Fonds, die in von Natur aus illiquide Anlageklassen investieren, die Anleger aber oft und mit nur kurzen Kündigungsfristen zurückgeben können.

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