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Studie zum Gender Pension Gap Was Frauen bei der Rente beachten müssen

Witwe im Seniorenalter
Witwe im Seniorenalter: Die eigene Altersvorsorge schieben zwar fast alle Menschen gerne auf die lange Bank. Aber Frauen treffen die Folgen einer mangelnden Altersvorsorge oft härter als Männer. | Foto: Foto von Luizmedeirosph von Pexels

Auf 4,16 Euro pro Stunde beziffert das Statistische Bundesamt die Lücke, die hierzulande zwischen den durchschnittlichen Bruttoverdiensten von Frauen (18,62 Euro) und Männern (22,78) klafft. Der sogenannte Gender Pay Gap liege demnach bei 18 Prozent in der unbereinigten Version beziehungsweise 6 Prozent, wenn man vergleichbare Tätigkeiten und Qualifikation berücksichtigt.

Denn der Lohnunterschied sei zu 71 Prozent strukturbedingt erklärbar, heißt es von den Statistikern aus Wiesbaden: Frauen erreichen seltener Führungspositionen und arbeiten häufiger in Branchen und Berufen, in denen die Mitarbeiter allgemein schlechter bezahlt werden. Außerdem sind sie mit einem Anteil von 47 Prozent viel häufiger in Teilzeit tätig als Männer (9 Prozent).

Dennoch könnten zwar viele Frauen während ihres Erwerbslebens relativ leicht einen Teil ihrer Einkommen für den Ruhestand zurücklegen. Doch zu dem Zeitpunkt, zu dem sie noch wirkungsvoll etwas für ihre eigene Altersvorsorge tun können, sind sich nur die wenigsten von ihnen bewusst, dass es auch unter den Rentnern in Deutschland eine große Geschlechterlücke gibt.

Grafik: Allianz

80 Prozent der Frauen zwischen 20 und 60 Jahren in Deutschland wissen nichts vom sogenannten Gender Pension Gap, also dem geschlechtsspezifischen Unterschied in der Vorsorge von Männern und Frauen. Das ergab eine Umfrage der Forschungs-Agentur Q im Auftrag der Allianz Leben unter mehr als 1.000 in Deutschland lebenden Teilnehmerinnen.

„Gerade in Zeiten von Corona stellen Frauen die eigenen Bedürfnisse wieder stärker hinter die der Familie zurück. Sie reduzieren Arbeitszeit, um sich um Kinder oder ältere Angehörige zu kümmern“, sagt Laura Gersch, Firmenkunden- und Personalvorständin bei Allianz Leben. Doch die wenigsten setzen sich damit auseinander, was das für sie langfristig bedeutet.

Grafik: Allianz

Damit verstärke sich eine Entwicklung, die schon vor Corona ein drastisches Ungleichgewicht in der Vorsorge fürs Alter zur Folge hatte: Frauen schätzen den Abstand in der Vorsorge von Frauen zu Männern mit durchschnittlich 25 Prozent deutlich zu niedrig ein. Tatsächlich liegt der Vorsorgeunterschied laut Eurostat und OECD bei 36 bis 46 Prozent.

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Unwissenheit hat Konsequenzen

Ohnehin wissen die wenigsten Deutschen genau, mit welchem Einkommen sie im Alter rechnen können. Von den in der Studie befragten Frauen gaben 59 Prozent an, weder die Höhe ihrer späteren Rentenzahlungen zu kennen noch einen Überblick über mögliches weiteres Einkommen zu haben. „Da unterscheiden sich Männer und Frauen kaum“, sagt Gersch.

Grafik: Allianz

„Die Auswirkungen dieser Unwissenheit sind jedoch gravierend. Männer haben viel häufiger lückenlose Erwerbsbiografien. Sie zahlen damit nicht nur stabiler in die gesetzliche Rentenversicherung ein, sie profitieren auch stärker von Angeboten der betrieblichen Altersversorgung und schließen für sich häufiger private Vorsorgeverträge ab.“

Grafik: Allianz

Warum sie das Thema Vorsorge nicht angehen, dafür haben die befragten Frauen zahlreiche Gründe genannt: zu wenig Geld, keine Informationen, zu wenig Zeit, um nur einige zu nennen. „Diese Argumente sind keineswegs neu in der Diskussion um Altersvorsorge. Sie werden jedoch allzu oft als Schutzbehauptungen von Kunden abgetan, denen damit irreführenderweise unterstellt wird, dass sie gar nicht für ihr Alter vorsorgen möchten.“

Grafik: Allianz

„Das löst das Problem der Betroffenen nicht“, sagt Gersch. Wer sich mit diesen Argumenten auseinandersetze, der entwickle Lösungen für die Vorsorge mit einem ganz anderen Augenmerk. „Wir haben genau das in den vergangenen Jahren getan und das Produktangebot zum Beispiel um Vorsorgelösungen mit flexiblen Zuzahlungsoptionen ergänzt“, so Gersch.

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