Sven Lindner / Video: Benjamin Markmann
01.10.2021

Börsen-ABC Was ist eigentlich ein ETF?

Gläsernes Bürogebäude
Gläsernes Bürogebäude: Mit ETFs können Anleger:innen komfortabel in eine ganze Reihe von Unternehmen investieren
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Von 2009 bis 2019 hat sich das in Exchange Traded Funds (ETFs) investierte Kapital in Deutschland auf rund 150 Milliarden Euro verdreifacht. Doch was sind ETFs überhaupt – und was sind die Gründe für die rasant steigende Beliebtheit dieser Anlageform?

Die deutsche Übersetzung von Exchange Traded Funds lautet börsengehandelte Indexfonds. Das Prinzip: ETFs bilden einen Wertpapierindex möglichst genau ab und vollziehen dessen Entwicklung nach – steigt also der zugrundeliegende Index, steigt auch der Wert des entsprechenden ETFs. So lässt sich in zahlreiche Anlageklassen wie Anleihen oder Rohstoffe und natürlich Aktien investieren, die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Beispiel Aktien: Über ETFs können Anleger:innen sowohl in Länderindizes unter anderem aus Deutschland, den USA und Japan investieren, als auch in regionale Indizes, die etwa den europäischen oder asiatischen Aktienmarkt abbilden. Daneben gibt es Aktien-ETFs, deren Zusammensetzung sich an Investmenttrends wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Gesundheit orientiert.

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Ein Investment – 1.600 Unternehmen

Ein Vorteil von ETFs ist, dass sich damit ganz einfach ein breit gestreutes Portfolio aufbauen lässt. Indem Anleger:innen zum Beispiel Anteile an einem Indexfonds auf den Dax erwerben, investieren sie auf einen Schlag in alle 30 Unternehmen aus dem deutschen Leitindex – mit einem ETF auf den globalen Industrieländerindex MSCI World holen sie sich sogar mehr als 1.600 Unternehmen aus aller Welt ins Portfolio. ETFs machen es daher leicht, das Anlagekapital über eine Vielzahl von Investmentzielen zu diversifizieren und damit Chancen und Risiken auf eine breite Basis zu stellen – getreu dem Motto: „Breit gestreut, nie bereut.“ Außerdem wissen Anleger:innen jederzeit, worin sie investiert sind: Ein Blick auf die aktuelle Zusammensetzung des entsprechenden Index genügt.

Günstig und flexibel

Neben der hohen Transparenz und der Möglichkeit, komfortabel ein breit gestreutes Portfolio aufzubauen, bieten ETFs hohe Flexibilität. Da sie an der Börse gehandelt werden, lassen sie sich während der Handelszeiten jederzeit kaufen oder verkaufen. Außerdem handelt es sich dabei um eine vergleichsweise günstige Geldanlage: Während beim Kauf aktiv gemanagter Investmentfonds ein sogenannter Ausgabeaufschlag fällig wird, der schon einmal 5 Prozent des Auftragsvolumens ausmachen kann, zahlen Käufer eines ETFs lediglich die Ordergebühren der Bank und eine meist geringe Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, den sogenannten Spread. Auch bei den laufenden Kosten haben ETFs die Nase vorn: Diese liegen in der Regel bei nur 0,2 bis 0,7 Prozent des investierten Kapitals, während bei aktiv gemanagten Aktienfonds 2 Prozent oder sogar mehr keine Seltenheit sind.

Auch wenn ETFs natürlich nicht ohne Risiken sind, können sie für Kapitalmarkt-Einsteiger:innen einen genauen Blick wert sein. Dabei haben Anleger:innen zwei Möglichkeiten: Neben der Einmalanlage eines bestimmten Betrags können sie mit einem ETF-Sparplan regelmäßig kleinere Beträge investieren und damit langfristig Vermögen aufbauen – bei einigen Anbietern geht das bereits ab 25 Euro monatlich.

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