Was passiert da 5 Einschätzungen zur Tesla-Aktie

Christoph Bruns, Loys

Christoph Bruns, Loys | © Loys AG

Christoph Bruns ist Vorstand bei der Fondsboutique Loys mit Sitz in Oldenburg und Frankfurt. © Loys AG

Der Höhenflug der Tesla-Aktie komme unerwartet, findet Loys-Vorstand und Fondsmanager Christoph Bruns: „Die Entwicklung kommt überraschend, weil die Autoindustrie als gesättigt und wenig sexy gilt und Elektromobilität noch in den Kinderschuhen steckt.“ Der Tesla-Aktie habe lange der Ruch des Spekulativen angehangen. Statt von fundamental orientierten Anlegern habe sie Rückenwind vor allem von ETFs bekommen. „Mit zunehmender Marktkapitalisierung nimmt die Summe des Geldes zu, die in Tesla-Aktien drängt.“ Für die zuletzt sehr hohe Nachfrage bei Tesla-Aktien sieht Bruns dagegen vor allem erfolglose Leerverkäufer in der Verantwortung.

Wie sähe eine angemessene Bewertung für die Aktie aus? „Dass Tesla mitunter mehr wert ist als VW, BMW und Daimler zusammen, wirkt absurd“, findet Bruns. Der Erfolg des Unternehmens fuße auf „äußerst rosigen Zukunftsannahmen.“ Und nicht zuletzt auf dem Tesla-Chef selbst: „Ein nicht geringer Teil des Tesla-Kursanstiegs geht auf das Charisma des Chefs und größten Einzelinvestors Elon Musk zurück. Ähnlich dem früheren Apple-Chef Steve Jobs genießt der Südafrikaner bei den Tesla-Anlegern einen Halbgott-ähnlichen Ruf als Disrupteur und Visionär.“

Deutsche Autobauer sollten den Tesla-Aufstieg allerdings als Signal betrachten, rät Bruns: Statt auf soliden Wirtschaftsdaten basiere der Erfolg vor allem auf hohen Zuflüssen von außen. „Es ist der Börsenerfolg, der das Fortbestehen und den künftigen Geschäftserfolg von Tesla erlaubt“, schätzt Bruns: Dieser Zusammenhang werde von den vom Grundsatz her anders aufgestellten deutschen Autobauern möglicherweise verkannt. „Volkswagen, Daimler und BMW müssen sich warm anziehen“, glaubt Bruns.

Autohersteller Tesla geht steil: Das Papier des US-amerikanischen Elektroautobauers verteuerte sich seit Jahresbeginn von 430 US-Dollar auf in der Spitze rund 960 US-Dollar. Am Donnerstag dieser Woche liegt der Titel bei 788 Dollar.

Mit 140 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung war Tesla vorübergehend mehr wert als die deutschen Autokonzerne Volkswagen und BMW zusammen. Immerhin sah es vor allem in der ersten Jahreshälfte 2019 noch gar nicht so rosig aus für die Kalifornier. Die meiste Zeit des Vorjahres tummelte sich die Tesla-Aktie bei Kursen zwischen 200 und 300 US-Dollar. Erst im Dezember und insbesondere nach dem Jahreswechsel folgte dann die richtige Rally.

Jüngsten Meldungen zufolge plant Tesla zudem eine Kapitalerhöhung: Es sollen bald frische Tesla-Aktien im Wert von 2 Milliarden US-Dollar an die Börse kommen.

Was hat die Aktie zuletzt aus der Reserve gelockt? Und wie schätzen Profi-Investoren den Titel ein? Nicht zuletzt: Hat Tesla das Zeug, die Erfolgsgeschichte der deutschen Autobauer zu übertrumpfen und Geldströme auch langfristig auf sich umzulenken? DAS INVESTMENT hat sich bei Fondsmanagern und Vermögensverwaltern umgehört.

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