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Bis zu 45 Prozent höhere Beiträge Was PKV-Kunden 2022 erwartet

Am Telefon
Am Telefon: Wenn Kunden die Nachricht über steigende PKV-Beiträge zugeht, rufen viele verärgert bei ihrem Versicherungsvermittler an. | Foto: imago images / Westend61

Im November gehen auch dieses Jahr den PKV-Versicherten die Beitragserhöhungen ab dem 1. Januar 2022 per Post zu. Teilweise erhöhen die privaten Krankenversicherer die Prämie um bis zu 45 Prozent. Bei vielen Vermittlern steht das Telefon dann nicht mehr still – die Anrufe verärgerter Kunden häufen sich.

Wer 2022 Prämien erhöht

Alle Kunden erwartet eine Erhöhung in der Pflege. Diese beträgt bis zu 10 Prozent und für Beamte bis zu 27 Prozent. Da die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung in der PKV moderat sind, handelt es sich hierbei weitestgehend um den veranschlagten Corona-Zuschlag, der temporär für das Jahr 2022 erhoben wird. Für Beamte liegt er bei 7,20 Euro monatlich, für die restlichen Versicherten bei 3,40 Euro.

Für Krankheitskostenvollversicherungstarife der PKV gibt es bereits folgende Informationen:

  • Axa bis zu 11 Prozent (Ausreißer ist hier der Arzttarif mit bis zu 45 Prozent)
  • Allianz bis zu 10 Prozent
  • Concordia bis zu 7 Prozent auf ambulante Leistungen und bis zu 13 Prozent auf stationäre Leistungen
  • Continentale bis zu 23 Prozent
  • Debeka – die Höhe ist noch unbekannt
  • Generali bis zu 14 Prozent
  • Gothaer bis zu 7 Prozent
  • Hallesche bis zu 13 Prozent
  • Hanse Merkur bis zu 12 Prozent
  • Inter bis zu 8 Prozent
  • LVM bis zu 11 Prozent
  • Münchener Verein bis zu 10 Prozent
  • R+V bis zu 8 Prozent
  • Signal Iduna bis zu 16 Prozent
  • Universa bis zu 13 Prozent (Ausreißer Jugendliche bis zu 40 Prozent und Kinder bis zu 23 Prozent)

Die Beitragserhöhungen stehen aktuell bereits für die Tarife fest, die auch Neukunden abschließen können. Üblicherweise folgt dann auch die Erhöhung in dem Umfang für die Bestandskunden.

Wie sich die geschlossenen und damit alten Tarife der Versicherer erhöhen, ist bisher unklar. Erfahrungsgemäß fallen die Erhöhungen in den Tarifen jedoch höher aus.

Praxistipp: Sie erhalten Listen von den Versicherern. Gehen Sie proaktiv auf den Kunden zu und bieten ihm Hilfestellung an. Dies kann ein verständnisvolles Gespräch sein. Manche Kunden wollen sich auch nur mal den Frust von der Seele reden. Gegebenenfalls ist ein Tarifwechsel zu prüfen. Gut ankommen wird es in jedem Fall, wenn man die Information vor der Post weitergibt und so beim Kunden Flagge zeigt.  

Was Ihre Kunden wissen sollten

Die private Krankenversicherung erhöht die Beiträge in den meisten Fällen nicht jährlich. Die meisten Versicherten erhalten alle zwei bis drei Jahre eine Erhöhung. Dann ist der Ärger erst mal groß. Statistisch müssen PKV-Kunden in der gesamten Laufzeit je nach Versicherer mit Erhöhungen zwischen 7 und 20 Euro jährlich rechnen. Dies hängt vom Versicherer und Tarif ab.

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