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Baumwollernte in Australien: Die Senkung des Wasserverbrauchs ist für viele Unternehmen zu einem wirtschaftlichen Anliegen geworden. | © imago images / Xinhua Foto: imago images / Xinhua

Wasser-Experte David Lloyd Owen

„Wasser-Fußabdruck bald wichtiger als CO2-Emissionen“

Rund sieben Millionen Menschen sind laut einer Studie des Beobachtungszentrums für Binnenflüchtlinge (IDMC) in Genf in den ersten sechs Monaten 2019 innerhalb ihres Landes vor extremen Wettersituationen geflohen – und das war noch vor den verheerenden Waldbränden in Australien. Zu den schlimmsten Naturkatastrophen gehörten demnach Zyklone und Überschwemmungen in Asien und Afrika. Dabei gehe die Vielzahl der Stürme, Fluten und Dürren laut den Experten des Weltklimarates (IPCC) direkt auf die Erderwärmung zurück.

Zwar scheint die Welt derzeit fest entschlossen, etwas gegen die CO2-Emissionen zu unternehmen. Doch es gibt einen Haken: Konzentrieren sich Wirtschaft und Politik ausschliesslich auf die ökonomischen und ökologischen Risiken des CO2-Fußabdrucks, lassen sie eine andere drohende Katastrophe außer Acht: die Erschöpfung der Wasserressourcen.

Industrie verbraucht 20 Prozent des weltweiten Süßwassers

Schon jetzt leben über zwei Milliarden Menschen bereits in Ländern, die unter einem hohem Wasserstress leiden. In zehn Jahren könnten 700 Millionen Menschen durch extreme Wasserknappheit ihr Zuhause verlieren. Ein Status Quo, der alles andere als nachhaltig ist. Vor diesem Hintergrund fordern Experten, dass Wirtschaft und Verbraucher ihren Wasserverbrauch nicht nur einschränken, sondern Wasser auch viel effizienter nutzen sollten.

„Die Industrie spielt dabei eine entscheidende Rolle“, sagt David Lloyd Owen, Politikanalyst, Autor und Geschäftsführer der britischen Wasserberatungsagentur Envisager. „Global entfallen auf Unternehmen rund 20 Prozent des Wasserverbrauchs der Menschheit. Ihnen kommt daher eine bedeutende Rolle zu. Die Industrie ist insofern Teil der Antwort“, sagt Owen.

Die Messung und der Vergleich der Wassernutzung in den verschiedenen Branchen ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung einer wassereffizienten Welt. Ein nützliches Hilfsmittel ist dabei das sogenannte Konzept der planetaren Belastungsgrenzen. Das Modell wurde 2009 vom Stockholm Resilience Center entwickelt und misst den ökologischen Fussabdruck in neun Dimensionen, darunter auch die Wassernutzung.

Industrieller Wasserverbrauch derzeit nicht vergleichbar

Dem Modell zufolge kann die Menschheit bis zu 4.000 Milliarden Kubikmeter Süßwasser pro Jahr verbrauchen, ohne dem Planeten zu schaden – das entspricht laut bestimmten Schätzungen der aktuellen Nutzung. Allerdings soll der globale Wasserbedarf bis 2030 auf 6.900 Milliarden Kubikmeter ansteigen, was bei Weitem das zugängliche und gesicherte Angebot an Süßwasser übersteigen würde. Damit die Welt die globalen Belastungsgrenzen nicht überschreitet, dürften die Unternehmen nicht mehr als 52.915 Kubikmeter Wasser pro erwirtschafteter Million US-Dollar Umsatz verbrauchen, so die Stockholmer Experten.

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