„Wasser ist ein schwieriges Investment-Thema“

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DAS INVESTMENT.com: Herr Laternser, kann man überhaupt direkt in Wasser investieren?

Stefan Laternser: Nein, außer man kauft sich eine Quelle. Oder investiert beispielsweise in Evian, aber das ist keine eigenständige Firma, sondern in den Großkonzern Danone eingebettet. Mit Danone investieren sie aber auch in Danone Latte und dass, obwohl die Herstellung einer Tasse Kaffee insgesamt 140 Liter Wasser schluckt.
 
DAS INVESTMENT.com: Es geht also nur indirekt?

Laternser:
Genau, über Wasserversorger und Firmen, die sich mit Wasser befassen. Das ist ein sehr weites Feld.
 
DAS INVESTMENT.com: Wie weit? Laternser: Der Markt reicht vom Staudammbau über Meerwasserentsalzungsanlagen bis hin zur Renovierung alter Wasser- und Abwasserrohre; von der Züchtung neuer Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen, bis zum weltweiten Transport von Mineralwasser und von der höheren Effizienz der Wassernutzung in der industriellen Produktion bis hin zur wassersparenden Waschmaschine. Wasser ist ein schwieriges Investment-Thema. Oft ist nicht der Wassermarkt Wachstumstreiber, sondern beispielsweise  der Run auf Agrarrohstoffe, Konsumgüter oder der Bauboom.
 
DAS INVESTMENT.com: Was bedeutet das für Investoren?

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Laternser: Sie müssen genau hingucken, wo sie investieren. Einerseits können Klumpenrisiken im Portfolio entstehen, andererseits ist das Risikoprofil der Investments sehr unterschiedlich. Wasserversorger beispielsweise sind eher defensiv, während kleine Technologie-Anbieter für die Wasseraufbereitung eine deutlich höhere Volatilität haben und damit riskanter sind. Grundsätzlich sind Wasser-Investments eine Beimischung und sollten nicht mehr als 10 Prozent des Portfolios ausmachen.
 
DAS INVESTMENT.com: Wasser gilt als das Investment-Thema des 21. Jahrhunderts. Es wird immer knapper, doch gespart wird kaum.

Laternser:
Meiner Meinung nach muss das über den Preis gesteuert werden. Die Knappheit muss fühlbar werden. Schließlich musste der Ölpreis auch erst über 150 Dollar pro Barrel steigen, damit ein Umdenken stattfindet und beispielsweise Biosprit stärker gefördert wird. Diese Prozesse sind dann aber nicht mehr umkehrbar. Das Groteske ist ja, das Wasser im Gegensatz zu Öl nicht knapp ist. Es ist nur nicht genug sauberes Trinkwasser vorhanden, weil wir es verschmutzen und verschwenden.

DAS INVESTMENT.com: Baden Sie eigentlich noch und essen Sie noch Fleisch?

Laternser:
Baden gönne ich mir nur als Luxus. Beim Fleisch kann ich mich weniger zurückhalten. 

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