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Roman Limacher (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Vermögensverwalter rät Wasser wird knapp und teuer – ein Thema für Anleger

Ein Künstler bearbeitet eine Eisskulptur am russischen Baikalsee
Ein Künstler bearbeitet eine Eisskulptur am russischen Baikalsee: Vermögensverwalter Roman Limacher erläutert, wie Anleger am Megatrend Wasser teilhabnen können. | Foto: imago images / ITAR-TASS
Roman Limbacher, Foto: Arete Ethik Investment

Es zeigt sich immer mehr, welche verheerenden Folgen der Klimawandel verursacht. So wird in den USA in verschiedenen Regionen das Wasser knapp – zum Beispiel in Kalifornien. Das wirkt sich nicht nur vor Ort, sondern für die gesamte Bevölkerung der USA aus. Kalifornien ist nämlich für einen großen Teil der in den USA produzierten Lebensmittel verantwortlich. Die Preise für Mandeln, Artischocken oder Kiwis werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten spürbar steigen, und das im ganzen Land.

Wesentlich gravierendere Folgen haben die aktuelle Hitzewelle und die der vergangenen Jahre aber natürlich für die Menschen vor Ort. So sind die Wasserspiegel der Seen und der Reservoire kontinuierlich gesunken. Dadurch steht den Landwirten nicht mehr ausreichend Oberflächenwasser zur Verfügung. Sie müssen mittlerweile Grundwasser nutzen, wodurch hier der Spiegel ebenfalls immer weiter sinkt. Gleichzeitig können die Löschflugzeuge nicht mehr so viel Wasser aufnehmen wie früher, was die Bekämpfung der Waldbrände erschwert beziehungsweise verlängert. Schließlich ist auch die Stromversorgung bedroht, da in Kalifornien Wasserkraftwerke eine wichtige Rolle bei der Versorgung spielen. Der Bundestaat, der zu den größten Volkswirtschaften der Welt zählt, ist nur ein Beispiel dafür, wie sich der zunehmende Mangel von sauberem Wasser auswirkt.

Nach den Angaben von Unicef haben weltweit 2,2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. Fast 800 Millionen Menschen fehlt sogar eine Grundversorgung mit Trinkwasser. Und das Problem verschärft sich zunehmend. Nicht umsonst zählt eine ausreichende Versorgung mit sauberem Wasser zu den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen.

Vielfältige Ursachen für Wasserknappheit

Nach Angaben der Schweizer Bundesanstalt für Umwelt (BAFU) zählen das Siedlungswachstum, die intensive Landwirtschaft und der Ausbau der Wasserkraftnutzung zu den wesentlichen Gründen für die wachsende Wasserknappheit und die abnehmende Qualität. Außerdem verändert der Klimawandel die zeitliche und räumliche Verfügbarkeit der Wasserresourcen, so das BAFU weiter. Dazu kommen noch Verunreinigungen, zum Beispiel durch Nitrat oder Mikroplastik.

So belastet die Landwirtschaft die Wasserqualität durch die intensive Nutzung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln, die in das Oberflächen- und Grundwasser gelangen. Auch Reinigungsmittel und von Menschen wieder ausgeschiedene Medikamente gehen zu Lasten der Wasserqualität.

Gleichzeitig sorgt der Klimawandel dafür, dass in den Sommermonaten die Perioden mit Niedrigwasser in den Flüssen tendenziell zunehmen. In Deutschland musste bereits die chemische Industrie zwischenzeitlich die Produktion runterfahren und den Transport der Waren auf Land umstellen, weil der Pegel des Rheins einfach zu niedrig war.

Ausgeprägte Niedrigwasserperioden werden im Sommer in der Zukunft häufiger erwartet. Gleichzeitig nimmt eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser auf, was häufigeren Starkregen wie zuletzt in der Eifel erwarten lässt.

Schließlich gehen die Menschen mit dem verfügbaren Wasser nicht sorgsam um. Die Leitungsnetze sind zum Teil uralt und dementsprechend leck. So sind in San Franzisco mehr als zehn Prozent der Leitungen mehr als 100 Jahre alt. In London, dessen Leitungsnetz zu den ältesten der Welt gehört, versickern Tag für Tag rund 30 Prozent des Wassers.

Wie Anleger teilhaben können

Dem beeinträchtigten Angebot steht eine steigende Nachfrage nach sauberem Wasser gegenüber. Dafür sorgt allein schon die demografische Entwicklung. Das Problem wird sich nur durch den verstärkten Einsatz moderner und innovativer Technologien lösen lassen. Das eröffnet vor allem langfristig agierenden Anlegern attraktive Investmentchancen.

Ein Unternehmen, das hierzu Lösungen anbietet und im Fokus von Arete steht, ist beispielsweise der französische Versorger Veolia Environment. Der Konzern übernimmt unter anderem die Entsorgung von Klärschlamm, der bei der Reinigung von Abwässern entsteht. Die Wiederaufbereitung von Wasser liefert als Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur adäquaten Versorgung mit dem teuren Nass. Veolia ist auch in der Abwasserentsorgung selbst aktiv.

Xylem Inc. stellt dagegen Anlagen zur Wasseraufbereitung her. Das amerikanische Unternehmen zählt außerdem zu den größten Pumpenherstellern der Welt. Oder Waters Corp., ebenfalls aus den USA – die Company ist auf moderne Messinstrumente spezialisiert. Interessante Unternehmen gibt es zudem in den Bereichen Süßwassergewinnung aus Salzwasser oder effizienter und sparsamer Wassereinsatz in der Landwirtschaft. Auch wenn der Begriff mittlerweile etwas abgenutzt erscheint: Wasser zählt aus Sicht der Anleger zu den heutigen Megatrends.


Über den Autor:
Roman Limacher ist Vorstand der Vermögensverwaltung Arete Ethik Investment, ehemals Hauck & Aufhäuser (Schweiz), die die Anlagestrategien Prime Values – mit Fokus auf ethisches Investieren – aufgelegt hat.

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