Wealthpilot-Chef Marco Richter „Das bringt dem Berater 70 Prozent Zeitersparnis“

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Nach zwei Jahren Entwicklung kommt im Juni Ihr Angebot für Vermögensmanager einer digitalen Infrastruktur auf den Markt. Welchen Input haben Sie von den Beratern erhalten?

Richter: Wir haben die Berater sehr früh in die Entwicklung des Wealthpilot eingebunden. Ihr Feedback brachte uns dazu, den Automatisierungsgrad noch breiter und den Analysegrad noch tiefer anzusetzen. Der Berater kann nun mit 70 Prozent Zeitersparnis einen Beratungsprozess anbieten, der bisher nur hochvermögenden Kunden offen stand. Family Offices zum Beispiel erstellen meist einmal im Quartal mit großem Aufwand ein Reporting; das geht nun täglich und dynamisch. Und ist durch die Zeitersparnis bei Datengewinnung und –verarbeitung auch für eine viel breitere Zielgruppe rentabel.

Wie sieht das in der Anwendung aus?

Richter: Das komplette Vermögen – egal ob liquide oder illiquide - wird in einer ganzheitlichen Betrachtung angezeigt, unabhängig von den Lagerstellen. Die liquiden Vermögenswerte werden über Schnittstellen, sogenannte API´s, zusammengetragen. Wir veredeln diese durch ergänzende Zusatzinformationen aus weiteren Datenbanken und strukturieren sie nach einem selbst entwickelten Algorithmus. Nicht liquide Vermögenswerte werden durch eine intuitive Eingabemaske erfasst.

Zum Beispiel?

Richter: Den Wert einer Immobilie verknüpfen wir etwa mit der Finanzierung und den Mietzahlungen. Damit können wir anzeigen, wie sich Eigen- und Fremdkapital im Zeitverlauf verändern und wie der Zahlungsfluss aus Ein- und Auszahlungen auf den Vermögenswert ist. Daraus bilden wir eigene Kennzahlen. Der Kunde hat einen Überblick und sieht, wie sich sein Vermögen entwickelt. Er beginnt sein Vermögen über die Nutzung der Lösung zu tracken und hat täglich eine aktuelle Entscheidungsgrundlage auf Gesamtvermögensebene.

Was ist mit der Datensicherheit?

Richter: Datensicherheit hat für uns höchste Priorität. Alle Daten liegen bei der DATEV. Wir sind B2B-Dienstleister im Hintergrund und haben keinerlei Zugriff auf die Daten. Die Hoheit der Daten liegt beim Endkunden. Die Lösung funktioniert so: Der Berater befüllt die Software mit den Vermögensdaten des Kunden und gewährt ihm Zugang. Und der Endkunde kann weitere Vermögenswerte hinzufügen und nutzen, aber dann entscheiden, ob der Berater dies auch sieht oder nicht.

Was hat der Berater davon, wenn die Autonomie beim Kunden liegt?

Richter: Internationale Studien über vergleichbare Angebote besagen: 75 Prozent der Kunden machen den Berater, der ihnen Zugang zu einer solch umfassenden Managementlösung gibt, zum Primärbetreuer. Der Berater, der ihm also als erster den Zugang gibt, ist in der Pole Position. Und man hat festgestellt, dass das betreute Vermögen bei den Kunden, die einen solchen Zugang haben, doppelt so hoch ist wie bei anderen. Zudem zwingt die Regulierung den Berater zu einer Qualitätsverbesserung in der laufenden Kundenbeziehung, der Wealthpilot erfüllt die Anforderungen der MifiD-Richtlinie an ein Informationstool – es hilft daher sowohl die Qualität wie die Effizienz in der Beratung zu steigern und macht Spaß in der Anwendung.

 

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