Das Insurtech-Unternehmen Wefox hat Dominik Ulrich auf die neu geschaffene Position des konzernweiten Chief Risk Officers (CRO) befördert. Der 43-Jährige verantwortet damit jetzt die Risikosteuerung des Versicherungsträgers sowie die Risikomanagement-Strategien aller europäischen Einheiten der Holding.
Das als digitaler Versicherer gestartete Unternehmen hat nach eigenen Angaben aktuell mehr als zwei Millionen Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Italien, Polen und den Niederlanden. Als Mitglied des erweiterten Führungsteams berichtet der neue Risikochef Ulrich nun direkt an Julian Teicke, der das Unternehmen vor neun Jahren unter der Marke Financefox mitgegründet hat.
Berufsstationen in London und Singapur
Der studierte Volkswirt startete seine berufliche Laufbahn bei der Beratungsgesellschaft KPMG und arbeitete danach für die Citigroup in London und Singapur. Im Anschluss war Ulrich rund drei Jahre lang für den Versicherungskonzern Zurich in der Schweiz tätig. Seit Juni leitet er die interne Revision bei Wefox, für die er auch weiterhin zuständig ist.
Die interne Revision eines Versicherers soll die Geschäftsleitung und die Aufsichtsgremien der Gesellschaft dabei unterstützen, die Unternehmensaktivitäten im Sinne der eigenen Corporate-Governance-Regeln zu überprüfen. Ulrich verantwortet damit allerdings nicht die Aufklärung der vor einem Monat öffentlich bekannt gewordenen Vorwürfe, Wefox habe „in großem Umfang Bewertungen bei Google manipuliert“, um sein Image aufzupolieren.
Wefox soll Google-Bewertungen manipuliert haben
Auf Anfrage von DAS INVESTMENT erklärte ein Unternehmenssprecher, hierfür seien externe Datenforensiker beauftragt worden. Zwei bisherige Vorstände der für die Lead-Generierung zuständigen Tochtergesellschaft Beratungswerk24 haben das Unternehmen im Oktober 2023 verlassen. Ihre Nachfolger hätten einen „intensiven Ermittlungs- und Aufarbeitungsprozess veranlasst“. Zu dessen aktuellen Stand konnte der Sprecher keine Angaben machen.
