Niedrigzinspolitik der Fed-Chefin Janet Yellen spielt Absolute-Return-Strategen in die Hand. (Foto: Getty Images)

Niedrigzinspolitik der Fed-Chefin Janet Yellen spielt Absolute-Return-Strategen in die Hand. (Foto: Getty Images)

Wege aus dem Niedrigzinsumfeld

Absolute-Return-Produkte erfahren Renaissance

Einer Studie der Frankfurter Fondsboutique Lupus alpha zufolge, vertrauten Anleger Absolute-Return-Fonds im vergangenen Jahr deutlich mehr Kapital an. Das verwaltete Vermögen stieg im Jahr 2013 um rund 21 Prozent auf insgesamt 125 Milliarden Euro. Bereits 2012 hatte die Anlageklasse einen Anstieg um 20 Prozent erfahren.

Damit scheint die Anlageklasse über den Berg. Denn um das Image der Absolute-Return-Fonds war es lange Zeit nicht zum Besten gestellt. Viele Manager konnten die schnell wechselnden Trends an den Finanzmärkten nicht in klingende Münze umsetzen. Während der Finanzkrise rutschten einige Fonds empfindlich ins Minus. Und auch in der anschließenden Erholungsphase gelang es vielen Portfoliomanagern nur ansatzweise, den Rückstand wieder aufzuholen. Ende 2012 kam der Durchschnitt des Segments lediglich auf eine Rendite von 0,78 Prozent per annum über fünf Jahre. Im freundlichen Börsenjahr 2013 stieg dieser Wert der Untersuchung zufolge immerhin auf 3,65 Prozent.

Es waren die Anleger selbst, die in dieser Phase für eine Bereinigung des Segments sorgten. Sie verteilten ihr Kapital auf deutlich weniger, dafür aber bewährte Absolute-Return-Produkte. Die Zahl der angebotenen Fonds sank im vergangenen Jahr von 619 auf 505. „Es trennt sich die Spreu vom Weizen“, kommentiert Lupus alpha-Chef Ralf Lochmüller die Entwicklung. Nicht nachhaltige Konzepte würden vom Markt verschwinden, während sich qualitativ hochwertige Produkte durchsetzen können.

Absolute-Return-Strategie passt in die Zeit

Absolute-Return-Strategien an sich haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Eckhard Sauren, Gründer des gleichnamigen Fondsanalysehauses, sieht in den Konzepten einen „hervorragenden Ausweg aus der Zinsfalle“. Die Portfoliomanager müssen sich hier an keiner Benchmark orientieren. Investiert wird vielmehr dort, wo angemessene Renditen bei überschaubaren Risiken winken.

Überhaupt steht die Vermeidung unerwünschter Wertschwankungen im Mittelpunkt des Investmentansatzes. Erscheint dies sinnvoll, setzen manche Fonds beispielsweise bewusst auch auf fallende Notierungen – in Zeiten überkaufter Rentenmärkte ein naheliegendes Vorgehen.

Aber auch marktneutrale Strategien lassen sich umsetzen. Erwartet etwa ein Fondsmanager beispielsweise, dass sich japanische Automobiltitel besser schlagen werden als US-amerikanische Internetaktien, kann er beide Segmente gegeneinander ausspielen. Hierdurch eröffnet sich weiteres Gewinnpotenzial. Der besondere Charme: Mit marktneutralen Strategien lassen sich selbst dann positive Erträge erzielen, wenn sich die Börsen insgesamt abwärts bewegen.

Mit gegenläufigen Entwicklungen arbeiten


Absolute-Return-Strategien gehen aber noch deutlich weiter. Die vielfältigen Anlageobjekte in aller Welt entwickeln sich mitunter unabhängig voneinander. Liegt die Korrelation zweier Investments nahe Null oder entwickeln sich die Anlagen gar gegenläufig, ergänzen sie sich möglicherweise sehr gut. Läuft es in einem Segment dann einmal gegen den Anleger, kann der Gewinn aus dem anderen Bereich diese Delle glattstellen. Fügt der Fondsmanager verschiedene vielversprechende Anlagen geschickt in einem Portfolio zusammen, stellen sich im Idealfall Jahr für Jahr stetige und schwankungsarme Wertzuwächse ein.

Fonds mit genau diesen Eigenschaften suchen Anleger heute mehr denn je. Aber es gibt ein Problem: Wer auf der gesamten Klaviatur der zur Verfügung stehenden Anlagevehikel virtuos spielen will, muss umfassende Kenntnisse mitbringen und häufig richtig liegen. An dieser Hürde scheitern nicht wenige Investmenthäuser, weil sie nicht über die erforderlichen Kapazitäten im Research verfügen.

Schottische Vorsorgeidee überzeugt Kontinental-Europa


Somit konzentriert sich die wachsende Schar der Absolute-Return-Anhänger auf die Flaggschiffe in diesem Segment. Dazu zählt ohne Zweifel auch der Global Absolute Return Strategies (LU0548153104), abgekürzt GARS. Die britische Standard Life Investments hatte den Fonds ursprünglich als Vorsorgeprodukt für die Mitarbeiter der Muttergesellschaft Standard Life gestartet. Wenig später hat das Haus den GARS aber auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht – und einen großen Wurf gelandet.

„Seit seiner Auflegung 2006 erwirtschaftete der GARS eine annualisierte Rendite von acht Prozent auf Euro-Basis und vor Abzug von Gebühren“, erklärt Portfoliomanager Guy Stern. Als Leiter der Abteilung Multi-Asset- und Macro-Investing leitet er die Geschicke des Fonds. Stern wacht dabei über einen zweistelligen Milliardenbetrag. Alleine das Volumen der in Kontinental-Europa erhältlichen SICAV-Tranche des GARS-Fonds „wiegt“ aktuell fast sieben Milliarden Euro.

Breites Anlagespektrum


Diese Größenordnung bringt es mit sich, dass Stern das Fondsvermögen ausschließlich in hochliquiden Märkten anlegt. Eingeschränkt fühlt er sich hierdurch nicht: „Der Fonds war von Anfang an auf hohe Skalierbarkeit ausgerichtet und beinhaltete schon immer Strategien, die im beträchtlichen Umfang in das Portfolio integriert werden können.“

Der GARS-Fonds beinhaltet permanent 25 bis 35 Strategien von denen jede einzelne auf Sicht von drei Jahren einen positiven Beitrag zur Gesamtperformance leisten soll. Von zentraler Bedeutung ist dabei das richtige Zusammenspiel der vier Diversifizierungsvarianten Risikoprämie, Alpha, Direktional und Relative Value (siehe dazu auch Interview mit Guy Stern).

„Für den Anleger ist es wichtig zu wissen, dass es bei Absolute Return um die Umsetzung des richtigen Verhältnisses von Anlagerisiken im Portfolio sowie um die Erwirtschaftung von Renditen unter vielfältigen künftigen Marktbedingungen geht und nicht um die Erzielung von ,Big Calls‘ in Hinblick auf künftige Marktentwicklungen“, so Stern.

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