H2O-Gründer Bruno Crastes: Die Londoner Boutique schließt acht Fonds. Foto: H2O

Wegen illiquider Bestandteile

H2O schließt acht Fonds

Die Londoner Investment-Boutique H2O Asset Management friert acht Fonds ein. Den Stein des Anstoßes lieferte die französische Finanzaufsicht Autorité des marchés financiers (AMF). Sie forderte H2O auf, die Fonds H2O Allegro (ISIN: FR0011015460), H2O MultiBonds (FR0010923375), und H2O MultiStrategies (FR0010923383) zu schließen. Anleger sollten somit keine Anteile mehr kaufen oder verkaufen können. Die Behörde begründete die Maßnahme damit, dass man die Fonds derzeit nicht sicher bewerten könne, weil sie große Positionen in privaten, also nicht-börsennotierten Wertpapieren enthielten. Zu solchen Papieren gibt es meist nur unregelmäßig Preise, wenn überhaupt.

Die privaten Anleihen hatte H2O im Rahmen des Abkommens „Evergreen Contract“ von der Investmentfirma Evergreen Funding übernommen. Als die sie wieder zurückkaufen sollte, sei es zu den erwähnten Unsicherheiten gekommen.

H2O legte aber über die AMF-Anweisung hinaus noch fünf weitere Fonds auf Eis: die Ucits-konformen Fonds H2O Adagio (FR0010923359), H2O Moderato (FR0010923367), H2O MultiEquities (FR0011008762), und H2O Vivace (FR0011015478) sowie den nicht Ucits-fähigen Alternativen Fonds H2O Deep Value AIF. Der Vivace gehörte jahrelang zu den Fondsklassikern von DAS INVESTMENT, flog aber angesichts des mangelhaften Risikomanagements in der Corona-Krise jüngst aus der Liste raus. Man wolle durch diesen Schritt alle Anteilseigner von H2O-Fonds fair und gleich behandeln, heißt es dazu vom Unternehmen.

Alle Fonds sollen voraussichtlich für vier Wochen geschlossen bleiben, heißt es weiter. In der Zeit wolle man die privaten Papiere in separate Konten (Side Pockets) auslagern. Alle anderen Positionen wolle man in neue Ucits-Vehikel übertragen, die die bisherigen Fonds kopieren. Die Fonds sollen dieselben Eigenschaften und ISINs haben wie die Vorläufer, aber eben nicht mehr die illiquiden Papiere enthalten.

Anleger bekommen anschließend Anteile der neuen Fonds, die zu den ursprünglichen Namen den Zusatz FCP erhalten. Außerdem bekommen sie Anteile an den separaten Vehikeln, den Side Pockets, die die privaten Wertpapiere enthalten. Wobei H2O diese Portfolios so schnell wie möglich abwickeln will.

Im Zusammenhang mit den geschlossenen Fonds meldete sich auch die Kölner Dachfonds-Boutique Sauren zu Wort. Sie wies darauf hin, dass sie sich bereits im Mai von allen H2O-Beständen getrennt hatte. Man habe damals nicht die nötige Transparenz erhalten, um die Situation beurteilen zu können.

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