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Wegen Schoko-Mangel

Ex-CS-Banker setzt auf Kakao am Amazonas

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Sein Projekt in Peru ist Teil einer breiteren Kampagne in Südamerika, wieder eine größere Rolle in der von Afrika dominierten Branche zu spielen. Derweil haben Dürren, Krankheitsbefall und staatliche Preiskontrollen in Westafrika, das 70 Prozent der Weltproduktion liefert, dazu geführt, dass die lokalen Lieferanten die Nachfrage nicht mehr decken konnten. Dies hat die Preise 2014 um 7,4 Prozent in die Höhe getrieben.

Vor diesem Hintergrund könnte Südamerika wieder ins Rampenlicht rücken, wo Wissenschaftlern zufolge der Ursprung des Kakaobaumes liegt. Kakao war unter den Azteken einst als der Trunk der Götter bekannt und wurde später von den spanischen Konquistadoren nach Europa gebracht. Jetzt arbeiten Brasilien, Ecuador und Kolumbien an der Rückkehr des Kakaos zu seinen Wurzeln - und der Ex-Banker Dennis Melka haut in dieselbe Kerbe.

“Der Markt wächst stärker als Afrikas Lieferfähigkeit”, sagt Melka, Chef und Gründer von United Cacao mit Sitz auf den Cayman Islands. “Das ist eine unglaubliche Gelegenheit, um die Süßwarenindustrie zu beliefern und zu ändern.”

Melka, der Credit Suisse im Jahr 2005 verlassen hatte, war bei der Schweizer Bank ein Direktor für Schwellenmärkte mit Fokus auf Südostasien. Er gründete die Firma Asian Plantations, die Palmöl in Malaysia herstellt, und baute später auch Palm- und andere tropische Früchte in Südamerika an, wo das Land weniger teuer ist.

Im November verkaufte er Asian Plantations in einer Transaktion im Wert von 188 Millionen Pfund (241 Millionen Euro), zeigen Daten von Bloomberg. Im folgenden Monat nahm United Cacao 10 Millionen Dollar (8,5 Millionen Euro) im Rahmen eines Börsengangs in London auf. Seither haben die Aktien rund 35 Prozent gewonnen.

Kakao ist eine schwierige Anbaupflanze - die Bäume können nur etwa zehn Breitengrade nördlich und südlich des Äquators gedeihen. Da es im südamerikanischen Dschungel jede Menge verfügbares Land und ideale Konditionen gibt, sieht Melka die Region um den Amazons zu einem wichtigen Lieferanten für Schokoladenhersteller werden.

United Cacao erwartet im zweiten Halbjahr 2015 die erste Ernte auf der 3250 Hektar (32,5 Quadratkilometer) großen Plantage im nördlichen Peru. Das Unternehmen liegt mit der Bepflanzung von 1000 Hektar im diesem Quartal im Plan und will die Fläche bis zum Jahresende verdoppeln. Wenn bis Ende 2016 die Gesamtfläche bepflanzt ist, könnte es die “größte und kostengünstigste Kakaoerzeugerfirma” sein, hieß es in einer Pflichtmitteilung an der London Stock Exchange.

Die Kakaopreise befinden sich seit 2011 im Aufwärtstrend und steuern derzeit auf rund 3000 Dollar je Tonne zu.

“Wir beeilen uns mit den Anpflanzungen, weil das ein unglaublicher Preis ist”, sagt Melka. “Das Silicon Valley der Kakaobranche befindet sich nicht in Asien oder Afrika, sondern im Amazonasgürtel von Ecuador und Peru.”

Melka will den westafrikanischen Produzenten Marktanteile abgewinnen, wo Kakao vor allem von Kleinbauern angebaut und an große Verarbeiter wie Cargill, die Schweizer Barry Callebaut und Olam International verkauft wird.

Die globale Nachfrage nimmt unterdessen zu, was auch an einem größeren Schokoladenhunger in Asien liegt. Daher prognostiziert die Internationale Kakao-Organisation für das laufende Anbaujahr eine Angebotsdefizit von 100.000 Tonnen. Der Süßwarenhersteller Mars sagt für 2020 eine Lücke von einer Million Tonnen voraus.

“Die Nachfrage nach Schokolade wird sich schlichtweg nur erhöhen”, meint Victoria Crandall, Rohstoffanalystin der Ecobank in Abidjan in der Elfenbeinküste. “Mittel- bis langfristig ist das ein starker Bullenmarkt.”

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