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Unsicheres Angebot, hohe Nachfrage Weihnachten könnte teurer werden

Aktuell kaum verfügbar
Aktuell kaum verfügbar: Aufgrund des Chipmangels dürfte es schwer werden, noch eine aktuelle Spielkonsole als Weihnachtsgeschenk zu ergattern. | Foto: Imago Images / ANP

Knapp zwei Jahre nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind Angebot und Nachfrage in vielen Branchen noch immer nicht im Gleichgewicht. Zwar laufen die Fabriken in China größtenteils wieder. Allerdings kam es zuletzt in anderen wichtigen asiatischen Produktionsländern aufgrund der Delta-Variante zu zeitweiligen Schließungen – zum Beispiel in Malaysia und insbesondere in Vietnam, wo die meisten beliebten Markenschuhen hergestellt werden.

Diese Unsicherheiten auf der Angebotsseite treffen auf eine hohe Nachfrage: Viele Verbraucher sind kauffreudig, haben hohe Ersparnisse und Nachholbedarf beim Konsum. Dazu kommt das nahende Weihnachtsfest.

„Insgesamt haben die Einzelhändler ihre Lagerbestände vor den Feiertagen sehr konservativ geplant, um den Verkauf zum vollen Preis zu maximieren“, sagt Mari Shor, Senior Equity Research Analyst mit Schwerpunkt Einzelhandel bei Columbia Threadneedle Investments. „In der Tat ist dieser Trend zu weniger Sonderangeboten an den Feiertagen nicht neu. Die Einzelhändler haben während der gesamten Pandemiezeit weniger Promotionsaktionen durchgeführt. Die jüngste Geschichte gibt ihnen die Zuversicht, dass aggressive Werbeaktionen der Vergangenheit angehören und die Verbraucher keine Wahl haben, wenn sie bestimmte Produkte kaufen wollen: Sie werden den vollen Preis zahlen müssen. Für den Verbraucher mag das nicht schön sein, aber für Investoren in diesem Bereich ist diese Preissetzungsmacht von entscheidender Bedeutung.“

Ohne Lieferketten geht nix

Zu einem glücklichen Weihnachtsfest für Bekleidungseinzelhändler könnte eine Entwicklung in den Lieferketten beitragen, die bereits vor Covid-19 stattgefunden hat. „Einzelhändler und Modemarken mussten schon immer Wege finden, um das Bestandsmanagement zu verbessern. Selbst wenn man das beste Produkt der Welt herstellt und das beste Marketing hat: Wenn es keine schnelle und flexible Lieferkette gibt, wird entweder zu viel produziert oder zu wenig.“ Eine stabile Lieferkette sei deshalb eine Voraussetzung für den Erfolg. „Daher sehen wir, dass viele Unternehmen trotz der aktuellen Herausforderungen gute Arbeit leisten, um Waren für die Weihnachtszeit in die Läden zu bringen – und das in einigen Fällen mit allen Mitteln.“

Für viele andere Lieferketten sind die Aussichten jedoch weiterhin ungewiss – zum Beispiel bei Mikrochips. Diese sind noch immer knapp. „Bei begehrten Weihnachtsartikeln wie Spielekonsolen wirkt sich der Mangel an Chips auf alles aus, von der Entwicklung über die Veröffentlichungszeitpläne bis hin zur Verfügbarkeit im Einzelhandel und den Preisen", sagt Dave Egan, Senior Equity Analyst für Halbleiter und Halbleiterausrüstung bei Columbia Threadneedle Investments. „Die großen Elektronikhersteller werden wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, die Nachfrage zu befriedigen.“

Transportkapazitäten als großer Engpass

Der gemeinsame Nenner aller Lieferketten ist der Transport – oder besser gesagt: Das Fehlen der Transportkapazitäten. „Die hohen Transportkosten, die Überlastung der Häfen und der Arbeitskräftemangel sind allesamt Faktoren, die dazu beitragen“, sagt Paul DiGiacomo, Head of Equity Research bei Columbia Threadneedle Investments. „Es dauert also nicht nur länger, bis die Produkte dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Es ist auch viel teurer, sie dorthin zu bringen.“ Diese höheren Kosten werden letztendlich wahrscheinlich an die Verbraucher weitergegeben.

Der Druck auf die Lieferketten wird wahrscheinlich über die Feiertage anhalten. Hersteller und Einzelhändler tun ihrerseits alles, was in ihrer Macht steht, um die Produkte für die Feiertage auf den Markt zu bringen, aber vieles liegt noch außerhalb ihrer Kontrolle. Für die Verbraucher wird‘s wahrscheinlich teurer werden.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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