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Weiterentwicklung der E(W)U

Worauf es jetzt bei der Europäischen Union ankommt

Analysiert die Problemzonen der Währungsunion: GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener
Analysiert die Problemzonen der Währungsunion: GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener Bildquelle: GDV
Nachdem die Europäische Union in den letzten Jahren unter anderem mit dem Brexit-Votum einige Rückschläge hat einstecken müssen, verzeichnete die EU zuletzt vor dem Hintergrund zunehmender globaler Spannungen wieder neuen Zuspruch. Vorschläge zur Weiterentwicklung der Union sowie des Euroraums nehmen mittlerweile einen breiten Raum in der politischen Diskussion ein.

Auch in Bezug auf die öffentlichen Haushalte konnten die erweiterten Fiskalregeln nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Zwar erfüllen mittlerweile nahezu alle EU-Mitgliedstaaten das 3-Prozent-Defizitkriterium. Der Schuldenstand lag Ende 2017 jedoch in 12 von 19 Ländern des Euroraums weiterhin oberhalb der „Maastricht“-Verschuldungsquote von 60 Prozent (s. Grafik 3). Teilweise übertreffen die Schuldenquoten den Referenzwert um mehr als das Doppelte. Berücksichtigt man zudem, dass ein Großteil der Haushaltskonsolidierung ganz einfach dem Zinsumfeld geschuldet ist, so bleibt nur der Schluss, dass die Fortschritte im Bereich der Haushaltskonsolidierung äußerst begrenzt und innerhalb des Euroraums sehr uneinheitlich sind. Damit bleibt weiterhin die Frage der langfristigen Tragfähigkeit der öffentlichen Haushalte bestehen – nach Maastricht vertragliche Grundvoraussetzung der Währungsunion.

Über die Autoren

Klaus Wiener | Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Klaus Wiener ist Chefvolkswirt des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Seine Ausbildung zum Volkswirt absolvierte er in Deutschland und den USA mit den Schwerpunkten Außenwirtschaftstheorie, Finanzwesen und Ökonometrie.
Rolf Ketzler | Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Rolf Ketzler ist als Ökonom beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) tätig. Die Organisation wurde im Jahr 1948 in Köln gegründet, heutiger Sitz ist Berlin.
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