Anleihestrategien Weiterhin reichlich Futter für die Bären
Quant-Strategien
Es war ein sehr starker Monat für Quantitative-Manager. Direktionale Strategien trugen hauptsächlich durch Short-Positionen in Aktien zur Performance bei. Kurzfristige Trend-Futures erhöhten die Performance in fast allen Anlageklassen. Statistische Aktien-Arbitrage-Modelle trugen ebenfalls stark zur Performance bei. Multi-Modell-Quant-Strategien schnitten im Durchschnitt gut ab und profitierten von der anhaltenden Volatilität. Seit Jahresbeginn haben Quantitative Strategien stark diversifiziert und gehören zu den besten Performern im Hedge-Fonds-Universum.
Festverzinsliche Arbitrage
Trotz ihrer aggressiven Rhetorik angesichts der allgegenwärtigen Inflation hinkt die Fed noch immer weit hinterher. Sie hofft, dass die Einbrüche an den Aktienmärkten dazu beitragen, den Inflationsdruck zu dämpfen. Während die 10-jährige Rendite die 3-Prozent-Marke durchbrach, verstärkte sich der Ausverkauf an den Aktienmärkten und löste eine Flucht in Qualität aus, die die Renditen von 3,15 auf 2,75 Prozent drückte. Der Markt bleibt unruhig und volatil. Die Zinserhöhung der Fed ließ die 10-Jahres-Rendite wieder zunächst auf 3,50 Prozent steigen, bis sie den Monat unter 3 Prozent beendete. Zurzeit ist die Volatilität aufgrund der großen Handelsspannen weiterhin hoch, was ein schwierigeres Umfeld für direktionale Makro-Manager schafft. Fixed-Income-Manager profitieren jedoch weiterhin von guten Chancen, während direktionale Manager ihr Risiko bereits Ende Mai reduzierten.
Schwellenländer
Die Schwellenländer-Strategien kamen durch zwei große Ereignisse unter Druck: Den Krieg in Osteuropa und die chinesische Nullzins-Politik. Sie litten aber auch unter der allgemein pessimistischen Stimmung; Anleger scheuten generell das Risiko. Im Gegensatz dazu hat die Stärke der Rohstoffpreise die Chancen in Lateinamerika und anderen exportorientierten Ländern stark unterstützt. Schwellenländer-Strategien bieten selektive Anlagemöglichkeiten, aber wir bleiben im Moment insgesamt vorsichtig, da sinkende Wachstumserwartungen und steigende Zinsen in den entwickelten Märkten Warnzeichen für die Anlageklasse sind.
Risiko-Arbitrage – Event-Driven
Event-Driven-Strategien fuhren im Juni Verluste ein. Merger Arbitrage litt unter der Ausweitung der Transaktionsspreads: Sie preisen ein höheres Maß an Unsicherheit bei den wirtschaftlichen Fundamentaldaten, aber auch eine geringere Wahrscheinlichkeit des Abschlusses von Transaktionen ein. Die Ausweitung der Spreads wird nicht zuletzt dadurch begünstigt, dass das Kapital gezwungen ist, in Fusionsarbitrage-Anlagen zu verbleiben. Bestimmte Fusionsarbitrage-Manager sind gezwungen, das Risiko zu reduzieren, wenn sie bestimmte Drawdown- oder Volatilitätsschwellen erreichen. Managern, mit denen wir sprechen und die wir beobachten, zufolge sind die Möglichkeiten nach wie vor sehr interessant, wobei breitere Spreads potenziell zweistellige jährliche Renditen erzielen können. Die Transaktionen-Pipeline ist nach wie vor ausreichend gefüllt, und – was besonders wichtig ist – die Unternehmen können nach wie vor Finanzierungen erhalten, um Entscheidungen des Vorstands umzusetzen. Interessant ist, dass der Anteil der Finanzierungen, die über die Banken hinaus bereitgestellt werden, erheblich zunimmt. Da die Anleger derzeit besonders ausgeprägt nach Diversifizierung suchen, bietet die Fusionsarbitrage ein interessantes Instrument, das strukturell eine kurze Laufzeit hat und bei dem die Transaktionsspannen positiv mit dem Anstieg der Zinssätze korreliert sind.
Distressed-Strategien
Hedgefonds-Strategien und Finanzintermediäre, die in digitalen Vermögenswerten investiert sind, kamen jüngst schwer unter die Räder. Der dramatische Wertverfall von Kryptowährungen hat Krypto-Investoren und Krypto-Kreditgeber ins Rampenlicht der Medien gerückt. Letztlich betrifft dies jedoch nur ein sehr kleines Segment des Hedgefonds-Universums. Derzeit sind die Ausfallquoten von Staats- und Unternehmensemittenten noch relativ niedrig, aber die rasche Ausweitung der Anleihespreads und die Verschlechterung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten werden zu einem Anstieg der Unternehmen führen, die in Schwierigkeiten geraten. Versierte Manager warten auf weitere Verwerfungen, bevor sie in die Offensive gehen.
Long-Short-Strategien und Hochzinsanleihen
Long-Short-Anleihemanager haben im Vergleich zu traditionellen Anleihefonds gut abgeschnitten. Ihre Short-Positionierungen und Absicherungen haben dazu beigetragen, die Auswirkungen der sich ausweitenden Spreads auf Long-Positionierungen abzumildern. Einige Manager sind der Meinung, dass die Lage nicht allzu rosig aussieht, aber es ist darauf zu achten, die richtigen Titel auszuwählen und dabei besonders den Verschuldungsgrad der Unternehmen im Blick zu haben. Da die Marktteilnehmer mit weiter steigenden Zinsen und einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums rechnen, bleiben die besten Manager diversifiziert, investieren in hochwertige Long-Positionen und konzentrieren sich auf Branchen mit hoher Preissetzungsmacht.